Hartz IV stürzt bis heute Betroffene in Armut. Auch wenn der Regelsatz zum Jahreswechsel leicht erhöht wird, führt er Monat für Monat zu einem Kampf um die eigene Würde. defacto hat Menschen besucht, die mit der staatlichen Grundsicherung auskommen müssen.

"Hartz IV bedeutet Armut" hieß es auf den großen Demonstrationen gegen die Einführung der Hartz-Gesetze, mit denen 2005 Sozialhilfe und Arbeitslosengeld auf niedrigstem Niveau zusammengelegt wurden. Tatsächlich stürzt die staatliche Grundsicherung bis heute Betroffene in Armut. Zum Jahreswechsel wird zwar der Regelsatz erhöht, Alleinstehende erhalten dann 446 Euro statt heute 432 Euro. Aber auch das wird an der prekären Lage nichts ändern. Denn der viel zu niedrige Regelsatz führt Monat für Monat zu einem Kampf um die eigene Würde. Und dass, obwohl mittlerweile etliche höchstrichterliche Entscheidungen klarstellen, dass der Hartz IV-Regelsatz so berechnet werden muss, dass physisches und soziokulturelles Existenzminimum gewährleistet sind.

defacto hat Menschen besucht, die mit der staatlichen Grundsicherung auskommen müssen. Ob Alter, Arbeitslosigkeit oder Erwerbsminderung: Das Leben mit dem geringen Regelsatz ist und bleibt eine schwierige Balance-Übung.


Sendung: hr-fernsehen, "defacto", 12.11.2020, 21:00 Uhr