Claudia und Michael Zirkel leben in einer denkmalgeschützten Siedlung in Hanau. Eigentlich leben Sie gerne hier. Doch seitdem die Siedlung durch die Hände von mehreren Investoren ging, verfällt sie immer mehr. Wie kann das sein? defacto hat sich auf Spurensuche begeben und gemeinsam mit Kollegen vom Bayrischen Rundfunk und der britischen BBC monatelang recherchiert. Die weiteren Themen: Kaiserschnitt wider Willen | Der "Schwulen-Paragraf" – Geschichte einer Verfolgung | Mühsamer Kampf um höheren Pflegegrad

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zum Video Verärgerte Kommunen, wütende Kleinanleger und enttäuschte Mieter – Investigativrecherche

Anwohner leiden unter dem Immobilieninvestor Dolphin Capital
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Die Spur führt zur Gesellschaft German Property Group, ehemals Dolphin Capital bzw. Dolphin Trust. Die Gesellschaft wirbt mit der Instandsetzung und Entwicklung denkmalgeschützter Immobilien. Doch die Recherchen belegen, dass die Immobilien an vielen Orten in Deutschland verfallen und nicht entwickelt werden. Das verärgert Kommunen, Mieter und Anwohner. Beispiele dafür finden sich zum Beispiel in Hessen und Bayern. Gleichzeitig gibt es Anleger im Ausland, die auf die Rückzahlung ihrer Gelder warten. [mehr]

Kaiserschnitt wider Willen – Warum für manche Frauen die Geburt ihres Kindes zum Trauma wird

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Operation
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Jedes dritte Kind kommt in Hessen per Kaiserschnitt zur Welt. Damit hat unser Bundesland eine der höchsten Kaiserschnittraten in Deutschland. Der Schnitt durch die Bauchdecke und in die Gebärmutter kann der einzige Ausweg aus einer lebensgefährlichen Geburtssituation sein und Leben retten. Da er aber auch mit erheblichen Risiken verbunden sein kann, muss gut überlegt sein ihn durchzuführen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht davon, dass 10 bis 15 Prozent der Kaiserschnitte nicht notwendig seien. defacto hat Frauen getroffen, die sich sehnlichst eine natürliche Geburt gewünscht hatten, bei denen das Baby aber dennoch per Kaiserschnitt auf die Welt kam. Für die jungen Mütter eine traumatische Erfahrung. Sie fragen sich: war es notwendig oder hatte es andere Gründe?

Der "Schwulen-Paragraf" – Geschichte einer Verfolgung

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Regenbogenfahne
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Man nannte sie „die 175er“. Verhaftet wurden diese Männer schon mal direkt beim Liebesspiel, nicht selten am Arbeitsplatz oder die Polizei holte sie von zuhause ab. Ein paar Stunden später saßen sie oft schon in Haft, die Kündigung vom Arbeitgeber ließ meist nicht lange auf sich warten. Ihr begangenes Verbrechen: einvernehmlicher Sex unter erwachsenen Männern. Damit verstießen sie gegen den Paragrafen 175. "Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts" begangen werde, sei mit Gefängnis zu bestrafen.

So stand es zur Einführung des Paragrafen 1871 im Strafgesetzbuch des Deutschen Reiches. Die Nazis verschärften ihn, erhöhten die Strafen. Viele landeten im Konzentrationslager. Frei aber waren sie auch nach dem Krieg nicht. Die junge Bundesrepublik übernahm den Paragrafen 175 in seiner verschärften Form eins zu eins von den Nazis. Wer das KZ überlebt hatte, musste damit rechnen, erneut ins Gefängnis gesteckt zu werden, um die Reststrafe abzusitzen. Selbst das Bundesverfassungsgericht bestätigte 1957, dass der Paragraf 175 mit dem Grundgesetz im Einklang stehe: Männer, die mit Männern Sex hatten, wurden in der Bundesrepublik weiter verfolgt. Nach Schätzungen des Justizministeriums wurde gegen 100.000 Männer ermittelt, 64.000 hat man verurteilt. Der Paragraf hat Leben zerstört, Existenzen vernichtet. "defacto" zeigt, wie ein menschenverachtender Paragraf und brutale Diskriminierung das Leben unschuldiger Männer zerstörte, und warum es so lange dauerte, bis § 175 aus der bundesdeutschen Rechtsprechung endlich verschwand. Erst 2017 beschloss die Bundesrepublik ein Gesetz zur Rehabilitierung aller Opfer des Paragrafen. Doch nur wenige trauten sich, einen Antrag zu stellen und die meisten waren ohnehin verstorben.

Mühsamer Kampf um höheren Pflegegrad – "defacto" hilft

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Die Hand eines Demenzkranken wird gehalten.
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Der 88-jährige Herrmann Heiner aus Hohenroda leidet an zahlreichen Krankheiten: Kreislaufschwäche, grüner Star und Parkinson im Anfangsstadium. Er lebt allein in seinem Haus und braucht täglich Hilfe. Schon einmal war "defacto" zur Stelle und verschaffte ihm Pflegegrad eins. Seit dem Tod seiner Frau aber geht es mit ihm bergab. Jetzt braucht er mehr Hilfe, doch seine Krankenkasse, die Techniker sieht das nicht ein. Er sei mit seinen 88-Jahren noch fit genug, attestiert ihm der medizinische Dienst im Auftrag der Krankenkasse. Herrmann Heiner ist traurig und entsetzt und bittet "defacto" um Hilfe.

Moderation: Robert Hübner

Sendung: hr-fernsehen, "defacto", 27.05.2019 um 20:15 Uhr