Brustkrebs – eine Diagnose, die viele Frauen trifft. Es ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen weltweit. Ein Gentest könnte vielen Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium eine belastende Chemotherapie ersparen. Die weiteren Themen: Schwerbehinderte ohne Job - wie sich Unternehmen von ihrer Beschäftigungspflicht freikaufen | Max will Theater spielen | Nach 27 Jahren Kündigung der Praxisräume – jetzt reicht‘s | Selbstversuch Blind – Wie es sich anfühlt einen Tag lang kein Augenlicht zu haben

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Für die Frauen, die Diagnose Brustkrebs erhalten, bricht oft eine Welt zusammen. In dieser Krise müssen schwerste Entscheidungen getroffen werden. Soll ich eine Chemotherapie mit all den belastenden Nebenwirkungen machen oder nicht. Ein Gentest könnte vielen Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium eine belastende Chemotherapie ersparen. In Amerika und Großbritannien ist der "Oncotype DX Test" schon lange Standard. Ganz anders in Deutschland. Immer wieder wurde hier die Wirksamkeit des Tests angezweifelt, obwohl Studien vorliegen, die die Wirksamkeit belegen. Knapp 3.200 Euro kostet der Test – eine Chemotherapie hingegen gut 15.000 Euro. Nach jahrelangem Gezeter soll der Test nun in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden. So hat es das zuständige Gremium, der Gemeinsame Bundesausschuss, am 20. Juni entschieden.

Schwerbehinderte ohne Job – wie sich Unternehmen von ihrer Beschäftigungspflicht freikaufen

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Christian Bartoschik ist 27 Jahre alt, hat eine Ausbildung als Bürokraft absolviert. Er ist sympathisch, offen und engagiert. Trotzdem findet seit Jahren keine Arbeit. Liegt es daran, dass er im Rollstuhl sitzt? Das dürfte eigentlich nicht sein. Für Unternehmen gibt es in Deutschland eine Beschäftigungspflicht für schwerbehinderte Menschen. Unternehmen ab 20 Mitarbeitern müssen fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzen. Doch der Gesetzgeber hat den Unternehmen einen Ausweg eröffnet: Wer nicht einstellt, zahlt stattdessen eine Ausgleichsabgabe. Maximal 320 Euro im Monat pro Arbeitsplatz, der nicht angeboten wird. Betroffene sprechen von einem "Witz", der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung fordert, die Abgabe deutlich zu erhöhen. In Hessen zahlt jeder fünfte Betrieb die volle Abgabe. Das sind rund 2.700 Unternehmen, in denen schwerbehinderte Menschen wie Christian Bartoschik keine Chance bekommen.

Max will Theater spielen

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Max Ackfeld ist 20 Jahre alt und hat das Down-Syndrom. "Ich bin ein ganz normaler Mensch", sagt er. Nur eben mit einer Behinderung. Und so wie jeder normale Mensch hat auch Max einen großen Traum: Er möchte Schauspieler werden. Immer wieder kreisen seine Gedanken um das Schauspiel: Um die Bühne, die Scheinwerfer, die Kostüme und das Publikum. Genau das will Max auch erleben! Viele Tage übt er zu Hause, lernt Texte auswendig und liest sich Theater-Skripte durch. Denn sein großer Traum ist zu Greifen nah: In Darmstadt wird Faust aufgeführt. Und Max darf mitspielen. Der Text ist kompliziert, die Aufführung anspruchsvoll. Aber Max stellt sich der Herausforderung - und genießt dabei sein ganz besonderes "Theatergefühl".

Nach 27 Jahren Kündigung der Praxisräume – jetzt reicht‘s

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Der Frankfurter Physiotherapeut Jürgen Becker hat Existenzängste. Nach 27 Jahren wurden ihm die Praxisräume gekündigt. Ein Schock für den 57-jährigen, denn er ist fast blind und hat sich im Lauf der Zeit die Wege und Handgriffe in seiner Praxis genau eingeprägt. An neue Räume müsste er sich erst wieder langwierig gewöhnen. Außerdem ist es fast unmöglich, bezahlbare Praxisräume zu finden. Seine Vermieter hatten ihm gekündigt, weil die Räume nicht mehr die aktuellen Brandschutzauflagen erfüllen. Seit drei Jahren kämpft Jürgen Becker bereits zusammen mit defacto und einem Anwalt um seine Praxisräume. Der Vermieter drohte abwechselnd mit 100.000 Euro Sanierungskosten, die Becker abstottern solle oder einer Räumungsklage. Jetzt reicht’s.

Selbstversuch Blind – Wie es sich anfühlt einen Tag lang kein Augenlicht zu haben

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Es ist eine Welt, die vielen von uns bislang völlig unbekannt ist: Die Dunkelheit. Nichts zu sehen, das Augenlicht zu verlieren. Für Sehende ist das kaum vorstellbar. Wie orientiert man sich im Straßenverkehr? Wie finde ich mich im Alltag zurecht? Welche Sorgen, Ängste und Wünsche entstehen, wenn man nichts mehr sehen kann? Das wollte unsere Reporterin erfahren und war einen Tag blind. Kein Problem, denken Sie? Von wegen! Kaum ein Experiment hat unsere Reporterin bislang mehr gefordert als dieses. Plötzliche Dunkelheit, Orientierungslosigkeit, Hilflosigkeit und die körperliche Überforderung brachten sie am Ende des Experiments an ihre Grenzen.

Moderation: Robert Hübner

Sendung: hr-fernsehen, "defacto", 05.08.2019 um 20:15 Uhr