Für viele Hessen fällt der lange geplante Sommerurlaub dieses Jahr aus. Also wohin, wenn man trotzdem ein paar Tage Auszeit genießen möchte? Nach Hessen! Die heimischen Urlaubsregionen werden in der Corona-Krise boomen - davon geht das hessische Wirtschaftsministerium aus. Doch wie sieht Urlaub unter Hygiene-Regeln und Pandemie-Plänen aus? Kann Entspannung trotz Corona-Stress gelingen? Zwei defacto-Reporter erkunden die neuen Wege des Fremdenverkehrs in Hessen und fühlen den Puls der Urlauber und Ferienmacher im Juni.

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Sie nehmen an Stadtführungen mit Mundschutz in Fulda teil, schauen sich mit Hygiene-Regeln im Feriendorf Wasserkuppe um, erleben ein Distanz-Menüs für Urlauber auf dem Edersee und laufen bei einer Wanderung mit Abstand durch uralte Bäume im Kellerwald mit. Tolle Ziele. Aber auch schöner Corona-Urlaub?

Rassismus, Unruhen, Corona – Wie Amerikaner in Hessen auf ihr Land blicken

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In vielen hessischen Städten lebten Deutsche und Amerikaner seit 1945 Tür an Tür. Welche Meinung haben die in Hessen lebenden Amerikaner zu den jüngsten Ereignissen in den USA? Wie denken sie über Rassismus und welche Chancen rechnen sie der Bewegung "Black Lives matter" zu? Wie stehen sie zu den Corona-Maßnahmen der Regierung Trump? Das fragen wir unter anderem Steve Waller. Der ehemalige Lehrer bei der Streitkräfte-Akademie in Hanau betreibt mittlerweile ein amerikanisches Restaurant. Er ist voller Sorge über das, was in seinem Heimatland derzeit passiert. Auch Siraad Wiedenroth blickt täglich gespannt auf die neuesten Entwicklungen in den USA: Die 33-jährige hat Wurzeln in Amerika und engagiert sich in der "Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland". Defacto hat mit ihr über die neuesten Ereignisse in Amerika und ihr Engagement gegen Rassismus gesprochen.

Corona-Gefahr in Sammelunterkünften – Kein Platz für Abstand und Hygiene?

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In ganz Deutschland ist es in letzter Zeit vermehrt zu Corona-Ausbrüchen in Sammelunterkünften für Wanderarbeiter gekommen. So etwa in einer Fleischfabrik in Nordrhein-Westfalen. Auch in Hessen leben viele Saison- und Wanderarbeiter in solchen Unterkünften, nicht selten zusammengepfercht über viele Monate in Mehrbettzimmern mit anderen Kollegen. Gerade in Zeiten von Corona wird deutlich, wie schlecht die Hygienebedingungen sind. Abstand oder Privatsphäre ist in ihren Behausungen nicht möglich. Eigentlich ist der Arbeitgeber für den Schutz seiner Mitarbeiter verantwortlich. Doch im System von Sub-Subunternehmern ist das kaum zu kontrollieren und die Arbeiter sind die letzten Glieder in der Kette. Sie sprechen weder ausreichend deutsch noch kennen sie ihre Rechte. defacto hat sich selbst ein Bild gemacht und Sammelunterkünfte besucht.

Mordfall Walter Lübcke – Wie sich der Angeklagte Stephan Ernst radikalisierte

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Am 16. Juni beginnt der Prozess im Mordfall Walter Lübcke. Hauptangeklagter ist Stephan Ernst, er soll den Kasseler Regierungspräsidenten aus rechtsextremen Motiven ermordet haben. Doch wer ist der Angeklagte Stephan Ernst? Wir haben uns auf eine Spurensuche begeben und sind auf eine Geschichte voller Gewalt gestoßen. Stephan Ernst fiel bereits als Jugendlicher mit rassistischen Straftaten auf: 1993 platzierte er eine selbstgebaute Rohrbombe in einem Auto vor einer Flüchtlingsunterkunft im Taunus und zündete den Wagen an. Die Bewohner löschten den Brand, bevor die Bombe detonierte. "Endlich hab ich den Krieg überlebt", sagt einer der Bewohner. "Und dann kommt noch einer und will dir doch nochmal den Krieg bringen." Stephan Ernst wird auch deswegen zu sechs Jahren Haft verurteilt. Im Urteil werden ihm Ausländerhass, Aggression und eine psychische Störung bescheinigt. Nach seiner Entlassung schließt er sich der Neonazi-Szene in Kassel an. Mit seinen Kameraden taucht er bundesweit bei Aufmärschen auf und überfällt in Neumünster sogar eine Gegendemonstrantin. "Das hatte so etwas überheblich verächtliches, super aggressives. Und das war ganz kühl und mit einer unheimlichen Verachtung und das fand ich das Gefährliche an ihm.", beschreibt sie den Täter. Lange Zeit registriert auch der Verfassungsschutz die Aktivitäten von Stephan Ernst, aber 2009 verlieren ihn die Behörden aus den Augen. Doch auch unter dem Radar des Verfassungsschutzes bleibt Erst weiterhin aktiv: Er trainiert im Schützenverein am Bogen und gelangt auch illegal an Waffen. 2015 trifft er bei einer Bürgerversammlung auf den CDU-Politiker Walter Lübcke und schmiedet mutmaßlich seinen mörderischen Plan.


Moderation: Claudia Schick
Sendung: hr-fernsehen, "defacto", 15.06.2020, 20:15 Uhr