Morgendlicher Lärm, abgekippter Bauschutt und Müll: Anwohner in Königstein wehren sich gegen einen Lagerplatz, der quasi direkt vor ihrer Haustür liegt. Was wie ein normaler Alltagsstreit klingt, hat in Wirklichkeit eine größere politische Dimension. Angestellte des kommunalen Bauhofs in Königstein nutzen den Platz seit Jahren ohne eine Genehmigung, also illegal. Die Kommunalaufsicht des Hochtaunuskreises hat der Stadt die Nutzung längst verboten, vor knapp zwei Jahren sogar mit einem Bußgeld in Höhe von 500.000 Euro gedroht. Statt Lagerplatz solle die Stadt den Ort, der idyllisch direkt am Liederbach liegt, wieder begrünen und renaturieren. Doch das Rathaus ist dieser Aufforderung bislang nicht nachgekommen, ein Rückbau des Platzes würde viel Geld kosten. Der Fall beschäftigt inzwischen sogar das Umweltministerium in Wiesbaden. Die Frage ist: Was tun gegen eine Kommune, die gegen eine Anweisung der Kommunalaufsicht rebelliert?