Weniger Autos, mehr Fahrräder - dieses Ziel haben sich viele Städte auf die Fahne geschrieben. Dafür braucht aber einen radikalen Paradigmenwechsel in der Verkehrsplanung, den die Stadt Frankfurt jetzt vollziehen will. Außerdem geht es in der Sendung um das Erfolgsmodell "Taunusbahn" und um digitale Hebammen.

Pro Fahrrad  – Wie eine Verkehrswende in Frankfurt aussehen könnte

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Immer mehr, immer größere PKW verstopfen die Straßen der Städte. In Frankfurt waren die Bedürfnisse der Autofahrer über Jahrzehnte Grundlage der Verkehrsplanung. Doch jetzt ist die Grenze des Machbaren erreicht. Immer noch mehr Fahrzeuge passen einfach nicht auf die Straßen. Rad- und öffentlicher Verkehr müssen ausgebaut werden, damit sie künftig als vollwertige Alternativen zum Autoverkehr verfügbar sind. Dafür braucht es einen radikalen Paradigmenwechsel in der Verkehrsplanung, den die Stadt Frankfurt jetzt vollziehen will. Der Autoverkehr soll nicht mehr länger das Maß aller Dinge sein.

Wie sinnvoll sind Elektro- Roller? defacto macht den Test

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Seit Mitte Juni bieten Verleiher in vielen deutschen Städten Elektro-Tretroller an. Sie sollten helfen, den individuellen Autoverkehr zu reduzieren, damit es weniger Stau und klimaschädliche Emissionen gibt, so die Idee der Politik. Wie viele Roller mittlerweile im Verleih erhältlich sind ist schwer zu sagen, nicht alle Verleiher machen dazu Angaben, in Frankfurt sind es wohl mindestens 2000. Tagsüber leihen viele Touristen die Roller aus, nachts auch oft Betrunkene nach einer Kneipentour.

Jugendliche mieten sie, um damit durch zu Stadt zu kurven, häufig gegen die Regeln, zu zweit oder auf dem Bürgersteig, oder mit überhöhter Geschwindigkeit. Auf Radwegen nehmen sie den Fahrrädern den Platz weg, auf Bürgersteigen nerven sie Fußgänger, Sehbehinderte stolpern über sie und immer wieder stehen sie Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen im Weg. Statt den Einsatz von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zu reduzieren, erzeugen die Elektro-Roller zusätzliche Klimaschäden: durch die Herstellung, durch den Rohstoffverbrauch für die Akkus und die Abholung und Aufladung der Roller über Nacht durch die Verleihfirmen.

Zusammen mit der häufig kurzen Nutzungsdauer ergibt das eine mehr als fragwürdige Öko-Bilanz. Wären sie in der Stadt nicht so gefährlich könnten die E-Scooter als Spaßgefährte taugen, aber selbst das wird nicht funktionieren: dazu ist das Risiko schwerer Verletzungen zu hoch. defacto-Reporter Sasche Mache hat die E-Roller selbst mal ausgetestet.

Taunusbahn - Einst abgeschrieben heute ein Erfolgsmodell

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Wer auf dem Land lebt hat es oft nicht leicht, wenn er kein Auto besitzt. Denn die Anbindung des öffentlichen Personenverkehrs vom Land in die Stadt ist vielerorts mies. Ein Grund ist die massive Streichung von Strecken in den vergangenen Jahrzehnten. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Taunusbahn. Sie entging dem Kahlschlag, weil sich betroffene Bürger und Lokalpolitiker vehement gegen das Aus wehrten und der Bahn die Strecke einfach abkauften. Seitdem steigen die Fahrgastzahlen kontinuierlich. Einst belächelt, hat sich die Taunusbahn mittlerweile zum Vorzeigeobjekt entwickelt.  defacto über eine ungewöhnliche Bahngeschichte.

Beratung per Telefon – Wie digitale Hebammen Eltern unterstützen sollen

In Zeiten, in denen Hebammen Mangelware sind und die Geburten steigen, holt sich das Klinikum Darmstadt die Telemedizin als Unterstützung. Junge Paare werden bei Fragen rund ums Baby digital oder telefonisch beraten. Jeden Tag bis 22 Uhr können Familien eine digitale Hebamme konsultieren. Die ersten 20 Anrufe sind für die Eltern kostenfrei. Danach müssen sie für jedes Gespräch etwa 10 Euro bezahlen. Die Idee stammt von einem Berliner Start-up-Unternehmen, finanziert wird das Paket vom städtischen Klinikum und der Stadt Darmstadt. Eine Alternative, die aber nur als Ergänzung zur Behandlung beim Arzt dienen soll. Wenn das Kind Fieber hat oder blutet, müssen die Eltern zu einem Arzt gehen.

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Seit einem Jahr gibt es dieses Projekt nun. Viele junge Eltern nehmen das Angebot bereits gerne an. Auch Anja Morweiser aus Griesheim ist froh darüber. Sie hat lange Zeit erfolglos nach einer Hebamme vor Ort gesucht. Aber es gibt auch Kritik daran. Die Elternorganisation Mother Hood zum Beispiel befürchtet, dass billigere Onlineangebote die echten Hebammen verdrängen könnten. defacto ist der Frage nachgegangen: Kann Telemedizin medizinischen Fachverstand vor Ort ersetzen?  

War es ein Behördenfehler? Streit um Grundstücke in Hünstetten

Sechs Familien haben jeweils ein Grundstück in Hünstetten -Wallrabenstein gekauft. Für einen Baulandpreis von circa 200 Euro pro Quadratmeter, so wurden sie vom Makler angepriesen. Sie wurden von einer Notarin verkauft ohne Bedenken zu äußern, dann von der Gemeinde Hünstetten erschlossen. Bis dahin: "alles gut" könnte man denken und der Traum vom Eigenheim nah. Doch jetzt ist der große Traum geplatzt. Die Grundstücke dürfen nicht bebaut werden und die sechs Familien bleiben auf ihrem Schulden von jeweils bis zu 180.000 Euro sitzen, dafür besitzen sie nun eine wertlose Wiese. Wie kam es dazu? defacto ist der Sache auf den Grund gegangen.

Keine Kostenübernahme für den Transport - defacto hilft

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Annegret Bah aus Frankfurt ist vor 10 Jahren an Multipler Sklerose erkrankt, sitzt seitdem im Rollstuhl. Trotz ihrer Einschränkungen arbeitet sie weiterhin als Assistentin in einer Anwaltskanzlei. Um von zu Hause zur Arbeit zu gelangen, benötigt sie einen Transportdienst. Bis Anfang 2019 hat die Agentur für Arbeit die Transportkosten übernommen. Danach müsste eigentlich die Deutsche Rentenversicherung für die Transportkosten aufkommen. Darauf wurde Annegret Bah in einem Bescheid vor anderthalb Jahren hingewiesen.

Trotz des Bescheid vergisst sie rechtzeitig bei der Rentenversicherung die Erstattung der Transportkosten zu beantragen. Unter anderem auch, weil ihr die bislang zuständige Agentur für Arbeit Anfang 2019 fälschlicherweise neue Anträge zur Kostenerstattung zuschickt. Annegret Bah füllt daraufhin diesen Antrag aus, genau wie die vergangenen acht Jahre zuvor auch und schickt ihn zurück an die Agentur für Arbeit. Da diese aber nicht mehr zuständig ist, nimmt das Hickhack um die Kostenübernahme ihren Lauf: jetzt reicht's.

Moderation: Robert Hübner
Sendung: hr-fernsehen, "defacto", 23.09.2019, 20.15 Uhr