Die Frankfurter Zoo-Tierärztin Dr. Nicole Schauerte bekommt einen Kuss von einem Seehund
Dr. Nicole Schauerte bekommt einen Kuss von einem Seehund Bild © hr

Sie geben alles, um den Tieren in ihren Gehegen das Leben so angenehm wie möglich zu machen - auch wenn sie manchmal etwas fester zupacken müssen.

Thomas Fischer, Zoo Vivarium, Darmstadt

Thomas Fischer ist Tierarzt für das Vivarium in Darmstadt
Heilen durch Handauflegen? Dem Tapir gefällt's – und Thomas Fischer auch. Bild © hr

Der gebürtige Kasselaner arbeitet seit mehr als 25 Jahren als Tierarzt im Zoo Vivarium in Darmstadt. Als Kind hat Thomas Fischer gerne "Der Doktor und das liebe Vieh" gelesen und gesehen, das war auch der Grund für einen längeren Studien-Aufenthalt in Großbritannien.

Vor fast 30 Jahren hat Thomas Fischer die "Kleintierpraxis Fischer" in Darmstadt eröffnet. Aber wann immer ihn die Tiere des Vivariums brauchen, ist er da!

Seine Lieblingspatienten sind Tapirdame Tessa und ihr Sohn Mateo. Für ihn ein echtes Privileg, denn er weiß, dass es in Deutschland nicht viele Tierärzte gibt, die Tapire betreuen. "Es ist immer wieder schön, Tiere auf die Beine zu bekommen", so Thomas Fischer.

In seiner Freizeit treibt der frühere Triathlet viel Sport, geht joggen oder mit seiner Frau tanzen, hat sogar schon an einem Ironman teilgenommen. Der Tierarzt mag außerdem ältere Motorräder und Autos, fährt selbst einen BMW 216-Youngtimer und Motorrad. Thomas Fischer ist verheiratet und hat zwei Söhne. Die Familie lebt zusammen mit einem siebenjährigen Kater und 11 Fischen.

Dr. Uta Westerhüs, Opel-Zoo, Kronberg

Dr. Uta Westerhüs aus dem Opel-Zoo in Kronberg
Dr. Uta Westerhüs aus dem Opel-Zoo in Kronberg Bild © hr

Geboren in Düsseldorf, hat Uta Westerhüs in Gießen Tiermedizin studiert und in München promoviert. Ursprünglich wollte die heute 45-Jährige sich auf Wildtiermedizin spezialisieren, war aus diesem Grund schon in Afrika und Australien, um dort die Arbeit in den Nationalparks kennen zu lernen.

Vor Ort hat sie jedoch festgestellt, dass die Arbeitsweise in den großen Wildtiergehegen doch nicht ihre Welt ist. Aus dem einfachen Grund, weil die Tierärzte dort vorrangig logistisch tätig sind. "Die Veterinäre greifen eigentlich nur ein, wenn ein Tier durch menschliches Fehlverhalten verletzt worden ist.", so Dr. Uta Westerhüs.

Ihr war das allerdings zu wenig. "2005 bin ich schwanger geworden und mit meiner Familie nach Shanghai gegangen, dort konnte Uta Westerhüs in einer Kleintierpraxis und im Zoo arbeiten, bevor Sie dann in den Taunus umgesiedelt ist.

Jetzt ist sie seit mehr als acht Jahren die Tierärztin im Kronberger Opel-Zoo, zuständig für die Gesundheit von rund 1500 Tieren. Von der Savannenanlage bis zum Streichelzoo, vom Wald- bis zum Elefantenrevier – die Fachtierärztin für Zootiere behandelt tierische Patienten unterschiedlichster Spezies.

Da ist Madiba, der temperamentvolle Giraffenhengst, der nach der Geburt seinen Transponder bekommt, ein neugeborenes Trampeltier, das geimpft werden muss, aber die bittere Medizin partout nicht schlucken will oder auch der zuckersüße, flauschige Nachwuchs der Waldkäuze, der begutachtet wird. Uta Westerhüs liebt sie alle und geht mit Entscheidungsfreude, Flexibilität und viel tierärztlicher Erfahrung ans Werk.

Christian Schultenkämper, Tierpark Sababurg

Christian Schultenkämper mit Pinguinen aus dem Tierpark Sababurg
Mit Pinguinen auf Tuchfühlung: Christian Schultenkämper Bild © hr

Christian Schultenkämper ist seit 20 Jahren der Tierarzt des Tierparks Sababurg, rund 40 Kilometer von Kassel entfernt. Ursprünglich kommt der 51-Jährige aus dem Münsterland und hat Tiermedizin in Berlin studiert.

In Hofgeismar in Nordhessen ist Christian Schultenkämper dann zunächst als Assistent in der Praxis seines Vorgängers eingestiegen. Der hat damals bereits den Tierpark Sababurg betreut, so dass Schultenkämper hier automatisch mit hereingerutscht ist. In seiner Praxis behandelt er alle Tierarten, Pferde sind jedoch sein Spezialgebiet. Christian Schultenkämper ist verheiratet und hat einen fünfjährigen Sohn.

Dr. Christina Geiger, Zoo Frankfurt

Dr. Christina Geiger vom Zoo Frankfurt kümmert sich um einen kleinen Kiwi
Pflegt eine enge Freundschaft mit dem neuseeländischen Kiwi: Dr. Christina Geiger. Bild © hr

Dr. Christina Geiger sieht ihre Aufgabe im Zoo in der tierärztlichen Betreuung des Tierbestandes. Im Frankfurter Zoo arbeitet sie seit Anfang 2007. Ihre Lieblingstiere: Gorillas, Hirscheber, Erdferkel, Okapis und Saiga-Antilopen.

An ihrer Arbeit gefallen ihr die fantastischen und sehr besonderen Tiere, die sie auch über längere Zeit betreut, die Abwechslung, oder wenn mal wieder Improvisationstalent gefragt ist. Ob Kiwi-Küken beim Schlüpfen zu helfen, Erdmännchenbabies zu chippen oder den Ausschlag an Löwe Kumars Hinterbein zu behandeln - für die Zootierärztin gibt‘s immer viel zu tun.

"Warum ich Tierärztin geworden bin? Wenn Menschen Tiere halten, haben sie eine sehr große Verantwortung. Ich möchte dazu beitragen, dass es den Tieren mit uns Menschen so gut wie möglich geht", sagt Dr. Christina Geiger über ihre Berufswahl.

Eine ganz besondere Freude war für sie, als das alte Gorilla-Weibchen Jule nach schwerer Krankheit und intensiver Behandlung quasi über Nacht wieder gesund wurde.

Dr. Nicole Schauerte, Zoo Frankfurt

Die Tierärztin aus dem Frankfurter Zoo: Dr. Nicole Schauerte mit einem Greifstachler
Das ist kein Stachelschwein, sondern ein Greifstachler, der Dr. Nicole Schauerte Gesellschaft leistet. Bild © hr

Sie reist täglich durch die halbe Welt – zumindest was die Herkunft ihrer Patienten angeht: Dr. Nicole Schauerte ist eine von zwei Tierärztinnen im Frankfurter Zoo und hat es mit kleinen und großen Tieren aus den Wüsten Afrikas, dem tropischen Regenwald Südamerikas oder den neuseeländischen Alpen zu tun. Da sind Augenentzündungen bei den Zwergseebären zu behandeln, die neuen Humboldt-Pinguine zu impfen oder die Parasitenkontrolle bei den Bartgeiern.

Dr. Schauerte liebt ihre vielseitige Arbeit mit den täglichen Herausforderungen und freut sich ganz besonders, wenn sie mit ihrem gelb-schwarzen BVB-Fahrrad zu den Ameisenbären unterwegs ist. Diesen seltsamen und noch sehr unerforschten Wesen hatte sie vor Jahren ihre Doktorarbeit gewidmet. Im Zoo arbeitet die gebürtige Dortmunderin seit Juli 2008. "Tierärztin wollte ich schon immer werden, seit ich drei Jahre alt bin und sprechen kann", sagt sie. "Am meisten gefällt mir die Vielfältigkeit an der Arbeit, kein Tag ist wie der andere."

Sendung: hr-fernsehen, "Der Doktor und die wilden Tiere", 13.07.2019, 18:45 Uhr