"Ich fühle mich von vielen Polizisten nicht ernst genommen. Ich werde ganz anders sein. Ich will helfen", sagt Gabriel Ben. Schon lange träumt der 24-jährige Emsländer davon, einmal als Polizist im Streifenwagen zu sitzen. Doch der Weg dahin ist lang. Zusammen mit Gabriel haben sich rund 5.800 andere junge Menschen 2017 für ein Studium an der Polizeiakademie Niedersachsen beworben, auf gut 1.100 freie Kommissaranwärterstellen.

Nur jeder Fünfte wird es also schaffen. Vor sechs Jahren hat Gabriel Ben es schon einmal versucht, doch damals scheiterte er am persönlichen Interview. Wird er die Prüfungskommission diesmal von sich überzeugen können? Auch Zeynep Yalcin aus Stade hat sich für die Aufnahmetests an der Polizeiakademie beworben. Die 21-Jährige besitzt bereits das Fachabitur und eine abgeschlossene Ausbildung, so wie Gabriel. Der Beruf bei der Polizei ist auch ihr großer Traum, und das, obwohl viele Polizisten über Dauerbelastung klagen. Allein im Jahr 2016 haben Polizeibeamte in Niedersachsen 1,4 Millionen Überstunden angesammelt. "Am Anfang denkt man vielleicht noch, man könnte da irgendwie was bewirken, aber das ist natürlich nicht so. Die Welt ist, wie sie ist. Da werden wir auch nichts dran ändern", sagt dazu Streifenpolizist Ingo Fischer. Er hat bereits 25 Dienstjahre hinter sich und ist Anleiter einer Polizeianwärterin im zweiten Studienjahr. Für die 21-jährige Saskia ist es das erste Einsatzpraktikum. Diebstahl, Ruhestörung, Betrunkene und die Dokumentation aller Vorfälle, so wird ihre erste Woche aussehen. Was wird danach übrig bleiben von der Vorstellung des Polizisten als "Freund und Helfer"? Die Filmautorinnen Lisa Wolff und Sonja Kättner-Neumann begleiten drei junge Menschen auf dem Weg in ihren Traumberuf.

Ein Film von Lisa Wolff und Sonja Kättner-Neumann