Ein Mann wirft Müll in eine Mülltonne.
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18,2 Millionen Tonnen Verpackungsmüll fielen in Deutschland allein im Jahr 2016 an, das sind rund 220 kg pro Kopf! Veränderte Lebensbedingungen und die damit verbundenen Verzehr- und Konsumgewohnheiten sind für diesen enormen Müllverbrauch hauptsächlich verantwortlich.

Ein intaktes Recycling-System ist hier also unbedingt erforderlich. Wir haben 5 Tipps für Sie, wie Sie Ihren Müll korrekt trennen können. Außerdem: Wohin mit alten Handys?

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Fünf Tipps zum korrekten Mülltrennen

Warum korrekte Mülltrennung wichtig ist: Weil man nur so eine gute Recyclingquote erreichen kann. In Deutschland gilt das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das eine 5-stufige Abfallhierarchie beschreibt. An erster Stelle steht die Müllvermeidung, dann kommt die Wiederverwendung / Aufbereitung und erst an letzter Stelle steht die Beseitigung. Würde also alles im Restmüll landen, gäbe es nichts als die reine Verbrennung. Deshalb trennen wir!

Durch die gelbe Tonne kann Plastik recycelt werden. Der Bio-Müll kommt in eine kombinierte Vergärungs- und Kompostierungsanlage und wird zu hochwertiger Komposterde. Das Biogas, das während des Vergärungsprozesses entsteht, wird zum einen Teil in Strom und zum anderen Teil zu Biomethan aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist. Auch Papier wird recycelt. Die Altpapier-Sortieranlage unterteilt das Papier in drei verschiedene Fraktionen. Und auch Glas kann durch die getrennte Sammlung wiederverwertet werden. Sperrmüll wird ebenfalls getrennt gesammelt und in den Stoffkreislauf zurückgeführt.

Bei welchen Tonnen die meisten Fehler gemacht werden: Bei der gelben Tonne und auch bei der Bio-Tonne. Leider nutzen immer noch viele Menschen Plastiktüten, um den Bioabfall zu sammeln. Aber Plastik ist ein Störstoff, der aufwändig aussortiert wird und auch biologisch abbaubare (kompostierbare) Kunststoffe zersetzen sich nicht, da in modernen Anlagen die Verweilzeit viel zu kurz ist. Auch bei der gelben Tonne gibt es immer noch viele Unklarheiten, was da überhaupt hineingehört. Häufig landet sogar der Restmüll darin, wenn die Restmülltonne voll ist.

"Schwierigen" Müll richtig zuordnen: Deos gehören in die Kategorie Schadstoffe, weil immer noch brennbare Reste in der Dose drin sein können. Sie können in einer Schadstoffsammelstelle abgegeben werden. Im Frankfurter Stadtgebiet z.B. gibt es rund 70 Stellen, die von Schadstoffmobilen angefahren werden. Wo und wann diese Schadstoffmobile Halt machen, kann man auf der FES-Homepage (www.fes-frankfurt.de) nachschauen. In anderen Städten und Kommunen über die Gemeinde oder den Entsorger erfragen.

Benutzte Taschentücher gehören wegen der Bakterien in den Restmüll. Hat man aber zum Beispiel eine Serviette, mit der man ausschließlich Speisereste aufgewischt hat, darf diese Serviette in die Biotonne. Sind aber menschliche Exkremente an der Serviette, sollte sie auch in die Restmülltonne.

Alte Fahrkarten sind meistens aus Papier und dürfen in die Papiertonne. Auch Hochglanzmagazine kommen in den Papiermüll. Ist man sich nicht sicher wegen einer möglichen Thermo-Beschichtung, sollte das Papier oder auch der Kassenbon in die Restmülltonne.

Verpackungen aus Verbundmaterial: Z.B. Packungen von TK-Erbsen und Coffee-to-go-Bechern gehören in die gelbe Tonne. Kniffelig wird es dann, wenn zum Beispiel beim Coffee-to-go-Becher Milch- und Kaffeereste anhaften. Aber in der Regel wird dieser Becher unterwegs entsorgt und landet dann im Restmüll.

Ob man bestimmte Verpackungen ausspülen muss: Nein. Plastikverpackungen muss man nicht ausspülen. Sie werden in den Anlagen gespült. Muss man allerdings lange auf die Abholung der Tonne oder des Sackes warten, sollte man grob Essensreste entfernen, weil sonst Nagetiere davon angelockt werden könnten. Das gilt in erster Linie in ländlichen Regionen und für die gelben Säcke.

Wie man Müll vermeiden kann: Immer mehr Supermärkte bieten wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze an. Außerdem gibt es an Wurst- und Käsetheken häufig die Möglichkeit, die Waren in mitgebrachten Schälchen zu verpacken. Auch Obst- und Gemüsekisten sind eine gute Alternative zu Plastikmüll – hier kann man ja auch den Nachbarn fragen, ob man sich die Kiste teilen mag.

Und es gibt eine tolle Alternative zur Alufolie: Stoffreste mit Bienenwachs überziehen – Anleitungen gibt’s im Internet- und es hält genauso frisch!

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Gast im Studio

Stephanie Pieper
FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH
Stabsstelle Public Relations
Weidenbornstraße 40
60389 Frankfurt am Main
Infos unter: www.fes-frankfurt.de

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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 13.06.2019, 18:45 Uhr