Unwohlsein, ein leichter Druck auf dem Magen, besonders nach dem Essen, nichts Besonderes. Doch vielleicht steckt eine Infektion dahinter – und zwar die häufigste Infektion der Welt. Die Rede ist von dem Bakterium Helicobacter pylori. Eine Infektion damit kann langfristig Magengeschwüre und sogar Magenkrebs auslösen.


Ein Bakterium, das sich im Magen wohlfühlt

Das Milieu in unserem Magen ist überaus unwirtlich und für die meisten Bakterien tödlich. Helicobacter pylori ist eine Ausnahme. Das Bakterium nistet sich in der Magenschleimhaut ein und löst dort auf Dauer Entzündungen, Geschwüre und sogar Magenkrebs aus.

Wie lässt sich Helicobacter pylori nachweisen?

Grundsätzlich kann das Bakterium über einen Test der Ausatemluft nachgewiesen werden. Dafür muss der Patient eine Harnstofftablette einnehmen und nach ein paar Minuten in ein Gerät pusten. Das misst, ob spezielle Harnstoffabbauprodukte in der Atemluft nachweisbar sind. Im Zuge der ersten Diagnose sollte bei Beschwerden und einem entsprechenden Verdacht zunächst eine Magenspiegelung gemacht werden. Auch, um Geschwüre oder eine andere Ursache der Beschwerde auszuschließen. Während der Untersuchung entnimmt der Gastroenterologe an unterschiedlichen Stellen mit einer winzigen Zange Gewebeproben vom Inneren des Magens. Diese so genannten Biopsien werden dann im Labor unter dem Mikroskop untersucht.

Therapie einer HP-Infektion

Die Behandlung erfolgt in der Regel mit einer sogenannten Dreifach-Therapie: Der Patient nimmt zwei Mal täglich zwei verschiedene Antibiotika und eine Tablette, die die Magensäure hemmt, einen sogenannten Protonenpumpenhemmer. Diese Therapie dauert eine Woche und führt in knapp 70 Prozent der Fälle zum Erfolg. Da sich in den vergangenen Jahren häufiger Resistenzen gegen die bisher eingesetzten Antibiotika gezeigt haben, wird der behandelnde Arzt entscheiden, ob bereits zu Therapiebeginn eine Vierfachtherapie (zwei gängige Antibiotika, ein Bismuth-Präparat plus Protonenpumpenhemmer) nötig ist und ob die Therapiedauer auf zehn Tage erweitert werden muss. Ist danach noch immer der Keim nachweisbar, sollte die Behandlung mit einer anderen Antibiotika-Kombination wiederholt werden.


Der Gesundmacher

Prof. Siegbert Rossol
Gastroenterologe und Chefarzt am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt
Krankenhaus Nordwest GmbH
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