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zum Video Wechseljahre - Zeit für Veränderungen

Eine Frau Ende 40.

So um die Lebensmitte quälen viele Frauen plötzlich anfallsweise Hitzewallungen, vermehrtes Schwitzen, unruhiger Schlaf und Gewichtszunahme. Irgendwie ist alles aus dem Lot, die Stimmung schwankt wie ein Schiff im Sturm und nicht selten kriselt es in Partnerschaft und Familie. Wechseljahre nennt sich das umgangssprachlich, doch sind davon wirklich nur Frauen betroffen? Schließlich spüren auch Männer, wie sich ihr Körper verändert, oder sie sich morgens wie der Retter der Welt und mittags wie ein Versager fühlen, was steckt dahinter?

Grundsätzlich stehen beide Geschlechter etwa ab dem 50. Lebensjahr einer deutlichen Lebensveränderung gegenüber: Wir sind nicht mehr so leistungsfähig, weil wir älter geworden sind, unsere Muskelkraft hat nachgelassen, aber auch unsere Bereitschaft, für alles und jedes Ziel zu kämpfen ist gesunken. Unsere beruflichen Wünsche und Hoffnungen haben sich zu diesem Zeitpunkt in der Regel erfüllt oder wir haben sie geändert, bzw. angepasst, wir wünschen uns ein ruhigeres Leben. Wir leben vielleicht in langjährigen Partnerschaften, haben eventuell Trennungen und Enttäuschungen hinter uns. Wir sind Eltern geworden und nun sind die Kinder groß, verlassen das Elternhaus, leben ein eigenes Leben, gründen selbst schon eine Familie. Wir starten in einen neuen Lebensabschnitt und das kann sich manchmal recht schwierig gestalten. Ändert sich das Leben so grundlegend, sind wir gefordert, uns den veränderten Bedingungen anzupassen. Die persönliche Verarbeitung dieser Veränderung, die Akzeptanz, ist ein wesentlicher Faktor dafür, ob wir diese Zeit eher belastend oder als Chance erleben.

Nutzen und Risiko einer Hormontherapie abwägen

Ob Hormone wegen Wechseljahrbeschwerden gegeben werden, muss hinsichtlich des Nutzens und des Risikos sorgfältig und individuell abgewogen werden. Ganz wesentlich ist eine gute Beratung durch den behandelnden Gynäkologen, zudem sollten die Hormone nur so lange wie unbedingt nötig eingenommen werden.

Pflanzliche Alternativen

Einige Pflanzen besitzen Wirkstoffe, die unseren Sexualhormonen ähnlich sind, die sich jedoch in ihren Pflanzenstoffkombination unterscheiden und deshalb unterschiedliche Beschwerden lindern. Lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt ausführlich beraten und nehmen Sie die Substanzen nie ohne ärztlichen Rat ein.

Nutzen und Risiko einer Hormontherapie abwägen

Ob Hormone wegen Wechseljahrbeschwerden gegeben werden, muss hinsichtlich des Nutzens und des Risikos sorgfältig und individuell abgewogen werden. Ganz wesentlich ist eine gute Beratung durch den behandelnden Gynäkologen, zudem sollten die Hormone nur so lange wie unbedingt nötig eingenommen werden.

Pflanzliche Alternativen

Das sind die Kräuter auf dem Frankfurter Hauptfriedhof

Einige Pflanzen besitzen Wirkstoffe, die unseren Sexualhormonen ähnlich sind, die sich jedoch in ihren Pflanzenstoffkombination unterscheiden und deshalb unterschiedliche Beschwerden lindern. Lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt ausführlich beraten und nehmen Sie die Substanzen nie ohne ärztlichen Rat ein.

Die Traubensilberkerze - lateinisch Cimicifuga, ist als Mittel gegen Beschwerden in den Wechseljahren gut untersucht. Sie enthält pflanzliche Östrogene und wirkt besonders gut gegen Hitzewallungen, Schwindel und Schweißausbrüche. Zusätzlich werden Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen gemildert und man schläft besser. Mönchspfeffer (auch als Keuschlamm bezeichnet) fördert die Bildung des Gelbkörperhormons, verringert Blutungen und wirkt gegen Wassereinlagerungen im Gewebe. Johanniskraut eignet sich vor allem, wenn depressive Verstimmungen und Schlafstörungen im Vordergrund stehen. In Kombination mit Baldrian schlafen Sie besser und sind tagsüber weniger reizbar, Salbeitees helfen gut gegen Schweißausbrüche. In den asiatischen Ländern sind Wechseljahrbeschwerden deutlich weniger verbreitet, was, so Studien, an der sojareichen Ernährung in diesen Ländern liegt. In der Sojapflanze stecken Isoflavonoide, die eine östrogenähnliche Wirkung haben.

Wichtiger Hinweis:

Isoflavone aus Soja und Rotklee gelten zwar für gesunde Frauen als sicher. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät aber Frauen, die aufgrund eines östrogenabhängigen Tumors behandelt werden oder wurden, von der Anwendung von Phytoöstrogenen ab.

Was hilft sonst noch?

Yoga

Neben klassischen Sojaprodukten haben auch Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte wie Bohnen, Kichererbsen oder Linsen eine milde hormonunterstützende Wirkung und sind empfehlenswert, bei den Früchten sind es Pflaumen, Äpfel oder Kirschen. Unterstützend sollten Sie sich in den Wechseljahren ausgewogen ernähren und ausreichend schlafen. Wer regelmäßig Sport treibt, leidet weniger, Yoga oder Autogenes Training beispielsweise sind gut gegen Reizbarkeit und Nervosität. Zudem sollten Sie auf eine Kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung achten, das stärkt Ihre Knochen und mindert das Osteoporoserisiko. Ganz wesentlich aber auch: Die Wechseljahre gehen einher mit Umbrüchen und Veränderungen des gesamten Lebens, mancher verkraftet das gut, andere weniger. Manchmal helfen schon die Gespräche mit Freundinnen / Freunden, oder es ist sinnvoll, sich professionelle Unterstützung zu suchen. Auch ein Coaching, eine zeitlich begrenzte Gesprächstherapie, eine Krisenintervention durch einen Psychotherapeuten können helfen, mit der neuen Lebenssituation zurecht zu kommen.

Geschlechtergleichheit? - Auch Männer in den Wechseljahren?

Stolz, stark, erfolgreich – so sieht das Idealbild eines Mannes aus. Doch auch sie altern und die damit einhergehenden Veränderungen betreffen jeden Mann sehr unterschiedlich. Auch Männer leiden unter Antriebslosigkeit, depressiver Stimmung, unter Schlafstörungen und Reizbarkeit. Bei manchen Männern lässt die Potenz nach, es kann auch zu einer Abnahme der Libido, also des sexuellen Verlangens, sowie einer Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit kommen. Ähnlich wie bei der Frau steigt zudem auch das Osteoporose-Risiko. Doch medizinisch gesehen, sind die Symptome bei Männern nicht wirklich vergleichbar mit den Wechseljahren der Frau. Bei Frauen setzen die Wechseljahre mit ihren Symptomen oft unvermittelt und plötzlich ein, bei Männern ist es in der Regel ein schleichender Prozess, der sich über Jahre hinzieht. Zudem liegt der Beginn dieser Veränderungen oft erst jenseits des 60igsten Lebensjahres. Allerdings gibt es auch beim Mann hormonelle Veränderungen, die sich auf den Körper und die Psyche auswirken können. Dabei handelt es sich insbesondere um die Abnahme des freien Testosterons.

Problemlöser Testosteron?

Mann mit nacktem Oberkörper

Keinesfalls sollte man sich frei verkäufliche Hormone über das Internet besorgen und einnehmen. Was da wirklich drin ist, weiß oft keiner, nicht selten sind es kaum Hormone, dafür aber schädliche und giftige Substanzen. Auch zum Muskelaufbau werden Testosteronpräparate im Internet angeboten, die allerdings enthalten oft so hohe Dosierungen, dass die Hoden geschädigt werden können. Eine Testosteronbehandlung sollte wirklich nur begonnen werden, wenn tatsächlich ein Mangel besonders des freien Testosterons nachgewiesen wurde oder eine vorzeitige Osteoporose festgestellt wird, die bei Männern gut auf eine Testosterontherapie anspricht. Immer aber sollte die Therapie ein spezialisierter Arzt (Urologe oder auch ein Androloge) verordnen und begleiten. Testosteron wird nicht in Tablettenform eingenommen, sondern es wird in der Regel als Depotspritze, Testosteronpflaster oder auch täglich anzuwendendes Gel verabreicht. Die Wirkung hält nur so lange vor, wie das Hormon regelmäßig eingenommen wird.

Was kann Mann sonst noch tun?

Wie schnell und wie stark der Testosteronspiegel sinkt, hängt nicht unwesentlich von der eigenen Lebensführung ab. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck und Übergewicht, insbesondere eine Zunahme des Bauchumfangs begünstigen das Absinken des Testosteronspiegels. Die wissenschaftlichen Untersuchungen der vergangenen Jahre weisen darauf hin, dass die Ausprägung des Testosteronabfalls deutlich mit dem Lebensstil und der Ernährung zusammenhängt. Deshalb kann man auch durch einen entsprechenden gesunden Lebensstil, vermehrte körperliche Bewegung, Sport und gesunde Ernährung den Testosteronabfall bekämpfen. Am besten, Mann (und Frau) beginnen damit bereits vor dem 50igsten Lebensjahr!

Weitere Informationen

Studiogast

Dr. Sheila de Liz
Gynäkologin
Kirchgasse 40
65183 Wiesbaden
Telefon: 0611 37 45 08
E-Mail: info@dr-de-liz.de
Internet: www.dr-de-liz.de

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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 21.08.2019, 18:45