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zum Video Bitte lächeln – Schöne Zähne durch die richtige Pflege

Junge Frau zeigt mit dem rechten Zeigefinger auf die Zähne in ihren leicht geöffneten Mund

„Strahlend weiße Zähne nach nur wenigen Anwendungen“ Was die Werbung uns so hoffnungsvoll verspricht, ist in Wirklichkeit gar nicht so ohne: Denn sogenannte Whitening-Zahncremes können auf Dauer den Zähnen schaden.

Zähne putzen, das ist wichtig. Denn nur wer richtig gut putzt, bewahrt sie vor Schäden. So heißt häufig die Devise: je mehr und fester, desto besser. Doch das kann fatale Folgen haben. Experten gehen inzwischen davon aus, dass durch Putzschäden mehr Probleme entstehen, als durch Karies.

Wir wollten es genauer wissen und haben bei Zahnarzt Dr. Andreas Bettendorf aus Hofheim nachgefragt.

Woran merke ich, dass bei mir vielleicht schon Putzschäden vorliegen und was kann ich dagegen tun?

Putzschäden äußern sich durch Empfindlichkeiten wie warm oder kalt, auch auf Süßes kann man reagieren oder wenn das Zähneputzen schmerzt. Die Defekte sind meist oberhalb des Zahnfleisches, also an der Oberfläche der Zähne. In solchen Fällen helfen Zahncremes für sensible Zähne. Sie können auch beim Zahnarzt eine Reparatur mit Lack durchführen lassen oder mit Kunststoffen.

Whitening-Zahncremes soll man maximal zwei Wochen benutzen. Wann darf ich die Anwendung wiederholen und sind die überhaupt sinnvoll?

Wenn man das Produkt zwei Wochen lang benutzt hat, sollte man mindestens 3-4 Monate warten, bis man die Anwendung wiederholt. Alternativ können Sie solche Whitening-Zahncremes auch 1x pro Woche anwenden. Generell gilt: Weißmacher-Zahncremes sind sehr abrasiv, das heißt, sie haben eine Schleifwirkung auf die Zähne. Diese werden damit sicherlich heller, aber die Zahncremes hinterlassen auch Schäden.

Neuerdings gibt es unter den Whitening-Zahncremes auch Produkte mit Aktivkohle oder solche mit blauem Schaum (Blue Light Technology). Was hat es damit auf sich?

Die Zahnpasta mit Aktivkohle ist zurzeit sehr begehrt, weil man sich mit schwarzem Pulver die Zähne putzt. Aktivkohle ist in der Tat sehr abrasiv, daher kann das Produkt funktionieren. Es gibt darüber keinen wissenschaftlichen Nachweis. Die Zahncreme mit Blue Light Technologie verspricht einen sofortigen optischen

Effekt für einige Stunden. (Man putzt hier mit blauem Schaum). Angeblich bildet sich nach dem Putzen ein bläulicher Film auf der Zahnoberfläche, der die Lichtbrechung verändert und die Zähne dadurch heller wirken lässt. Auch hier kein wissenschaftlicher Nachweis. Im Internet gibt es auch Hinweise darauf, dass natürliche Mittel, wie z.B. eine Mischung aus Kurkumapulver und Kokosöl eine aufhellende Wirkung zeigen. Klinische Studien darüber gibt es nicht, man muss es selbst ausprobieren, ob es funktioniert. Es handelt sich jedenfalls um gesunde Inhaltsstoffe mit denen man nichts falsch machen kann.

Wer trotzdem hellere Zähne haben möchte: Wie geht es am einfachsten und am schonendsten?

Am sinnvollsten ist es, das so genannte Bleaching in der Zahnarztpraxis durchzuführen zu lassen, da die Zähne vor der geplanten Maßnahme auf den Gesundheitszustand untersucht werden müssen.

Vor dem Bleaching sollte eine Zahnreinigung durchgeführt werden. Man unterscheidet das „in office“ Bleaching und das „home“ Bleaching. Das „in office“ Bleaching wird in der Praxis durchgeführt, in den meisten Fällen ist in einer Sitzung ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen. Es werden Materialien auf Wasserstoffsuperoxidbasis verwendet. Es gibt aber auch die Methode des Home-Bleachings. Hier werden Kunststoffschienen angefertigt und in die Schienen ein Gel aufgetragen. Die Schiene mit Gel sollte dann für zwei Stunden getragen werden. Nach etwa 10-14 Tagen sieht man einen Erfolg. Wer allerdings nicht jeden Tag für zwei Stunden eine Schiene tragen möchte, kann auch hier auf die 1x wöchentliche Anwendung setzen. Dann dauert es mit der Aufhellung natürlich etwas länger. Die Kosten sind erst mal etwas höher, weil die Schienen angefertigt werden müssen. Man muss also zunächst mit 300-400 Euro rechnen. Die Gele kosten später nochmal zwischen 20-40 Euro.

Hilft auch eine professionelle Zahnreinigung, um hellere Zähne zu bekommen?

Ja, durchaus, aber nicht mit dem gleichen Effekt eines Bleachings. Die Zähne werden richtig sauber und auch etwas heller. Außerdem dient die Zahnreinigung zur Vorbeugung von Karies und Parodontitis.

Wie oft sollte man eine professionelle Zahnreinigung machen?

Das ist ganz unterschiedlich. Bei mundgesunden Menschen kann es im Abstand von 1-1 ½ Jahren stattfinden. Hat man aber Zahnfleischprobleme, so können auch alle 3-4 Monate erforderlich sein oder jedes halbe Jahr. Wichtig ist hier: Wie oft eine professionelle Zahnreinigung stattfinden soll, muss der Zahnarzt individuell entscheiden.

Weshalb sind die Kosten bei einer professionellen Zahnreinigung so unterschiedlich? Und: Zahlt die Krankenkasse etwas dazu?

Eine richtige professionelle Zahnreinigung dauert etwa eine Stunde bei einer Vollbezahnung. Der Preis für die Reinigung variiert je nach Anzahl der Zähne und deren Zustand. Letztlich bestimmt der Aufwand den Preis. Bei gut gepflegten Zähnen kann eine Reinigung zwischen 60 und 90 Euro kosten, aber auch bis zu 120 Euro bei Vollbezahnung. Die Krankenkassen bezuschussen in der Regel eine Zahnreinigung im Jahr und von vielen Zahnzusatzkrankenversicherungen werden die Kosten komplett übernommen.

Wie oft muss ich eigentlich Zähne putzen?

Häufiges Zähneputzen ist gar nicht sinnvoll. Man sollte die Zähne morgens putzen und vor dem Schlafengehen richtig saubermachen – mit einer elektrischen Zahnbürste, Zahnseide und ggf. eine Interdentalbürste. Eine elektrische Zahnbürste ist sinnvoll, da sie genaue Zeitvorgaben macht. Bei vollbezahntem Gebiss und systematischem Putzen beträgt die Putzzeit 2 Minuten pro Kiefer. Tagsüber kann selbstverständlich noch zusätzlich geputzt werden, z. B. nach einer Nahrungsaufnahme, das hängt aber von der persönlichen Empfindung ab.

Weitere Informationen

Unser Gast im Studio

Dr. Andreas Bettendorf
Reifenberger Straße 6
65719 Hofheim
Tel.: 06192 / 287 701
E-Mail: info@hofheim-zahnaerzte.de

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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 22.07.2019, 18:45 Uhr