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zum Video Durchfallerreger in Hähnchenfleisch

Jede zweite Hähnchenfleischprobe aus deutschen Supermärkten ist mit dem Durchfallkeim Campylobacter belastet. Auf den Schlachthöfen fand das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sogar bei 78,8 Prozent der Masthähnchen den Durchfallerreger.

Was ist Campylobacter?

Campylobacter ist ein Bakterium, das unter anderem im Darm von Hühnern vorkommt. Beim Menschen zählt es zu den häufigsten Erregern bakterieller Magen-Darm-Infektionen. Schon kleinste Mengen reichen aus, um Infektionen beim Menschen auszulösen.

Wie wird Campylobacter übertragen?

Während der Schlachtung kann das Bakterium aus dem Darm der Tiere auf das Hühnerfleisch gelangen. Dort kann der Erreger längere Zeit unbeschadet überstehen. Auch Kühlschrank- oder sogar Gefrierfach-Temperaturen übersteht das Bakterium gut. Mit der verpackten Ware gelangen die Erreger dann in die Küche.

Um eine Campylobacter-Infektion zu vermeiden, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Berühren Sie das Fleisch nicht mit den Händen. Am besten benutzen Sie Handschuhe oder eine Zange, um es auszuzupacken, zu marinieren oder kleinzuschneiden.
  • Verzichten Sie darauf, das Geflügelfleisch vor dem Kochen abzuwaschen. So vermeiden Sie eine Verbreitung der Erreger über Spritzwasser in der Küche.
  • Abtauwasser von gefrorenem Geflügel sollten Sie direkt entsorgen.
  • Flächen und Geräte, die mit dem Fleisch in Kontakt waren, heiß abspülen und gründlich reinigen. In der Spülmaschine sollte die Wassertemperatur mindestens 60 °C betragen. Küchenhandtücher und Spüllappen heiß ausspülen oder direkt in die Kochwäsche (mind. 60 °C) geben.
  • Bei der Arbeit in der Küche regelmäßig die Hände waschen.
  • Das Fleisch vor dem Verzehr vollständig durchgaren.

Symptome einer Campylobacter-Infektion

Sollten Sie sich mit Campylobacter infiziert haben, treten meist zuerst Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Kurz darauf folgen Unterleibskrämpfe, Übelkeit und Durchfall. Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung, beträgt in der Regel zwei bis sieben Tage. Die Beschwerden halten in der Regel etwa eine Woche lang an. Aber auch danach scheiden Betroffene oft noch für zwei bis vier Wochen Campylobacter-Bakterien mit dem Stuhl aus und sind damit ansteckend. Die Gefahr sich mit Campylobacter zu infizieren, ist für Patienten, die regelmäßig Magensäurehemmer (sog. Protonenpumpeninhibitoren) einnehmen, erhöht.

Weitere Informationen

Links


  • Einen Artikel der Ärztezeitung zu Campylobacter in Hühnerfleisch finden Sie hier.
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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 15.05.2019, 18.45 Uhr