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zum Video Dynamic Pricing – Preis-Jojo im Minutentakt

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Haben Sie auch das Gefühl, im Internet ändern sich ständig die Preise? Morgens kostet die Kamera 700 Euro, abends 1700 Euro. Man schwankt zwischen der Freude über ein Schnäppchen oder dem Ärger über die verpasste Chance. Händler wie Amazon ändern ihre Preise fast im Minutentakt. "Dynamic Pricing" heißt das Prinzip. Der Verbraucher kriegt davon nichts mit.

Beim Online-Händler Amazon zum Beispiel steigt und fällt der Preis ständig. Abhängig davon, wann der Kunde sucht, wie oft er auf das Angebot geklickt hat und wie viele andere Leute sich das Produkt gerade anschauen oder zuletzt gekauft haben. Laut einer Studie des Softwareunternehmens "Minderest" kann sich der Preis bis zu 100 Mal am Tag verändern.

Dies geschieht, indem Online-Händler im großen Stil Daten über die Kunden sammeln. Ein eigens programmierter Algorithmus nimmt dann die Preisanpassung anhand dieser Kundendaten, der Marktsituation und der Tageszeit vor.

Teurere Hotels für App-Nutzer

Der Preis wird auch davon beeinflusst, wie der Kunde die Website des Onlinehändlers besucht. Die Buchungswebsite Booking.com behandelt App-Nutzer anders als diejenigen, die über den Browser auf deren Angebot gelangen. Wer über den Browser kommt, dem werden günstigere Hotels weiter oben angezeigt. Bei der gleichen Suchanfrage in der App sind vor allem teure Hotels in der Ergebnisliste weit oben.

Käufe über Tablets sind teurer

Bei Testkäufen per PC und Tablet hat die Verbraucherzentrale NRW festgestellt: Kunden, die über ein Tablet einkauften, mussten oft mehr bezahlen. Kunden, die das gleiche Produkt zur gleichen Zeit am PC kauften, zahlten weniger. Also kann auch das Endgerät darüber entscheiden, welcher Preis mir als Kunde angeboten wird. Amazon steht unter anderem im Verdacht, Apple-Nutzer als kaufkräftiger einzuschätzen und ihnen höhere Preise anzuzeigen. Das Unternehmen bestreitet dies.

Unser Tipp:

Die Preisgestaltung im Netz ist für den Kunden kaum zu durchschauen. Der Algorithmus, der die dynamische Anpassung steuert, bleibt Geschäftsgeheimnis der Onlinehändler. Doch Kunden können das Dynamic Pricing umgehen, wenn sie folgende Punkte beachten.

  • Preise auf Vergleichsportalen überprüfen: Wer bereit ist, viel zu suchen und zu vergleichen, der kann auch einen fairen – und auch billigeren - Preis erzielen.
  • Regelmäßig Cookies im Browser entfernen: Diese Textdateien speichern, welche Webseiten besucht wurden.
  • Browser statt App: Wer über Smartphone oder Tablet surft, sollte nicht nicht nur über die App des Anbieters suchen, sondern auch mal über Internetbrowser auf dem Gerät. So lässt sich überprüfen, ob der Preis sich geändert hat.

Quelle: BR

Weitere Informationen

Studiogast

Sonja Guettat
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e. V.
Seppel-Glückert-Passage 10
55116 Mainz
Telefon: 06131 28 48-0
E-Mail: info@vz-rlp.de
Web: www.verbraucherzentrale-rlp.de/beratungsstellen/mainz

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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 31.05.2019, 18:45