Blattläuse von Ameisen "betreut"
Ein Ärgernis für jeden Gärtner: Blattläuse. Es gibt aber einfache und effektive Tricks gegen sie. Bild © Pixabay

Schnecken oder Blattläuse sind der Alptraum eines jeden Gärtners. Im Frühsommer vermehren die Schädlinge sich rasend schnell und vernichten halbe Beete. Wir haben natürliche Tipps gesammelt.

Tipp 1: Schneckenmauer aus Kaffee und Öl

Derzeit sind viele Schnecken unterwegs. Und sie können großen Schaden anrichten: ganze Blumenbeete oder Salatköpfe verschwinden in einer Nacht. Doch gewöhnlicher Kaffee vertreibt Schnecken aus dem Garten. Auf Erde oder Blätter gesprüht, reichen schon geringe Konzentrationen, um die schleimigen Eindringlinge vom Fressen abzuhalten.

Für einen Liter Kaffeebrühe braucht man heißes Wasser und löst darin fünf Löffel instant Kaffeepulver auf. Anschließend kaltes Wasser zugeben und einen Esslöffel Sonnenblumenöl. Die fertige Brühe wird ebenfalls mit einer Sprühflasche aufgetragen – am besten morgens!

Tipp 2: Schnelle Hilfe gegen Blattläuse

Blattläuse können auch mit einem ganz einfachen Trick abgesammelt werden! Dazu Paketklebeband mit der Klebeseite nach außen um eine oder beide Hände wickeln und mit den Klebeseiten vorsichtig über die befallenen Triebe und Blätter tupfen. Die Blattläuse bleiben kleben, die Pflanze wird nicht länger geschädigt. Bei sehr zarten Knospen das Klebeband nur um einen der Finger wickeln. Funktioniert natürlich nur bei leichtem Befall.

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Marienkäfer frisst Blattlaus

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Die Blattlaus ernährt sich vom zuckerhaltigen Pflanzensaft. Den Befall erkennt man an den verklebten Blättern, dem sogenannten Honigtau, den die Blattläuse ausscheiden. Ihr natürlicher Feind sind unter anderem der Marienkäfer und seine Larven, die man im Fachhandel kaufen kann. Kommt Chemie zum Einsatz, stirbt auch der Marienkäfer. Grundsätzlich sollte man sehr vorsichtig mit Giften umgehen, da sich Schädlinge immer schneller vermehren als Nützlinge. Das heißt, der Befall wird nach Chemieeinsatz langfristig oft schlimmer, als besser!

Tipp 3: Haus- und Naturmittel gegen Blattläuse

Wer Blattläuse ohne Insektizide bekämpfen möchte, hat einige Möglichkeiten. Bei allen Mitteln gilt, dass die Schadinsekten direkt mit den Mitteln in Berührung kommen müssen. Es handelt sich um Kontaktgifte, nicht um systemische Mittel, die von den Pflanzen aufgenommen werden und von innen wirken.

  • Seifenlauge bildet einen Film, der die Blattläuse erstickt. Die Lauge besteht aus Wasser (1 Liter), Schmierseife (20 Gramm; am besten Kali-Seife) und einem Schuss Spiritus. Kali-Seife enthält keine Zusatzstoffe wie Parfum oder Fettlöser und ist in Drogerien, der Apotheke und im Internet erhältlich. Die Pflanze tropfnass einsprühen und anschließend in den Schatten stellen, da Wassertropfen in der Sonne wie Brenngläser wirken und die Pflanzen so Schaden nehmen können!
  • Kaffee enthält mit Koffein ein natürliches Insektizid. Kochen Sie einen richtig starken Kaffee, lassen Sie ihn abkühlen und geben Sie einen Schuss Spülmittel hinzu. Anschließend die befallene Pflanze tropfnass einsprühen. Das Spülmittel sorgt dafür, dass die Oberflächenspannung des Wassers verloren geht und die Insekten besser benetzt werden. Eine ähnliche Wirkung wird Tee und Tabak zugesprochen.
  • Neemöl wird gewonnen aus den Samen des Neem-Baumes und ist rein biologisch. Das Produkt kostet 9,99 Euro und bekämpft angeblich auch Insekten, die nicht direkt besprüht werden. Dazu Drei Milliliter mit einem Liter Wasser vermischen. Obwohl Neemöl ein Naturprodukt ist, sollte man direkten Kontakt vermeiden, da es Allergien auslösen kann! Die Anwendung erfolgt am besten abends, nicht in der prallen Sonne oder bei Temperaturen über 25 Grad.
  • Florfliegenlarven kann man über das Internet oder den Fachhandel bestellen. Eine einzige Florfliegenlarve kann in zwei bis drei Wochen 500 bis 800 Blattläuse fressen. Sie werden in einer Pappwabe per Post geliefert. 150 Stück kosten etwa 15 Euro. In jeder "Zelle" befindet sich nur eine Florfliegenlarve, damit sich die räuberischen Larven nicht gegenseitig während des Transportes anknabbern. Die Larven werden über den Pflanzen ausgeklopft. Eine Wabe mit 150 Larven reicht für etwa 15 Quadratmeter.
  • Gelbtafeln kommen gänzlich ohne Giftstoffe aus. Die Insekten werden von der leuchtend gelben Farbe angezogen und bleiben an der Klebefläche haften. Ergänzt werden kann die Klebefalle durch einen Pheromon-Lockstoff. Dieser lockt beispielsweise männliche Insekten auf Partnersuche an, sie bleiben kleben und haben so keine Möglichkeit mehr sich fortzupflanzen.

Tipp 4: Brennnesselbrühe und ein Ohrenzwickerhotel gegen Blattläuse

Brennnesselbrühe hilft gegen Pflanzenschädlinge, wie zum Beispiel Blattläuse. Die Brühe kann selbst angesetzt werden oder mit einem fertigen Brennnesselpulver, für etwa 7 Euro, gemischt werden.

Brennnesselbrühe ansetzen, so geht’s: frische Brennnesseln in etwa 10 Zentimeter große Stücke schneiden und in einen Plastikeimer geben. Bis auf Brennnesselhöhe mit Wasser auffüllen, abdecken und 24 Stunden stehen lassen.

Am nächsten Tag wird die Brühe durch ein Sieb  in eine Sprühflasche gefüllt und ein Esslöffel Sonnenblumenöl muss zur besseren Haftung dazu. Fertig ist die Brennnesselbrühe gegen Blattläuse. Die Behandlung wird übrigens so lange wiedeholt, bis tatsächlich kein Schädlingsbefall mehr zu entdecken ist.

Tipp: Die restliche Brennnesselbrühe darf auch stehenbleiben, bis sich nach drei bis vier Wochen und gelegentlichem Umrühren Brennnesseljauche gebildet hat. Ein idealer Dünger für alle Pflanzen. Ein halber Liter der Brennnesseljauche reicht für Zehn Liter Wasser.

Für das Ohrenzwickerhotel braucht man einen Holzstab, Holzwolle und einen höheren Becher, zum Beispiel einen Kaffeebecher oder ein Windlicht. Der Becher sollte allerdings nicht durchsichtig sein, weil die Tiere eine direkte Sonneneinstrahlung nicht vertragen. Den Innenraum des Bechers mit der Holzwolle auffüllen und anschließend das Gefäß über den Holzstab stülpen und nahe der Pflanzen in den Boden stecken. Fertig ist das Hotel für die Blattlausfeinde.

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Bezugsquellen für Nützlinge

Sautter & Stepper
Biologischer Pflanzenschutz
Rosenstraße 19
72119 Ammerbuch
Telefon: 07032 - 95 78 30
E-Mail: info@nuetzlinge.de
Infos unter: www.nuetzlinge.de

W. Neudorff GmbH KG
An der Mühle 3
31860 Emmerthal
Telefon: 05155 - 62 44 888
E-Mail: info@neudorff.de
Infos unter: www.neudorff.de

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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 17.06.2019, 18:45