Für Gartenbesitzer ist ein gleichmäßiger, grüner Rasen das Nonplusultra. Aber was hilft gegen Moos, Unkraut und Co.? In Baumärkten und Gartencentern werden grundsätzlich zahlreiche Mittel angeboten. Was viele jedoch nicht wissen: In so manchem Rasendünger ist ein Unkrautvernichter bzw. Moos- Vernichter drin, der nur mit Schutzkleidung und Schutzbrille ausgebracht werden darf.

Außerdem dürfen nach Ausbringung des „Düngers“ tagelang weder Haustiere noch Kinder auf den Rasen. Erst nach 3 Mal wässern - also wenn der Dünger in die oberste Erdschicht eingewaschen ist, darf der Rasen wieder ungeschützt betreten werden.

In den chemischen Düngern, also den sogenannten anorganischen Düngern ist meist Eisensulfat enthalten, das bei Hautkontakt reizend bis ätzend wirken. Diese Dünger sollten nur bei Windstille ausgebracht werden, sonst drohen Augen-und Schleimhautreizungen. Zudem können sie Rostflecken auf Kleidung, Steinplatten und Holzterrassen hinterlassen.

Die Tipps unserer Gartenexpertin Ivana Zahlauer

  • Chemische Dünger machen nur auf dem Sportplatz, Golfplatz oder Profirasen Sinn. Da sind dann auch die Profis am Werk, die sich mit entsprechenden Mitteln bestens auskennen.
  • Wer sich dennoch an chemische Dünger wagt, sollte genauestens die Hinweise auf den Verpackungen lesen oder im Zweifelsfall einen Fachmann fragen.
  • Ansonsten am besten organischen Rasendünger verwenden! Er wird aus organischen Abfallstoffen und damit wesentlich nachhaltiger hergestellt.
  • 3 x im Jahr den Rasen düngen. Dabei auf das Wetter achten! Wenn Regen gemeldet ist, düngen! Dann gelangt der Dünger schneller in den Boden.
  • Feuchte, schattige Stellen können entweder mit Sand bestreut werden oder man entscheidet sich dort gegen Rasen und pflanzt stattdessen Bodendecker.
  • Alle drei bis vier Jahre eine Bodenprobe machen lassen. Das übernimmt der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (Sitz in Kassel). Der Test kostet rund 20 Euro. Inklusive sind Empfehlungen, was mit dem Rasen zu tun ist.
  • Den PH-Wert seines Rasens kann man auch selbst ermitteln. Dazu gibt es günstige Test-Sets (Empfehlung: jährlich durchführen).
  • Einen Streifen Naturblumen im Garten pflanzen. Das ist jetzt modern und fördert außerdem die Insekten. Aber Vorsicht: Wildblumen  dürfen  keinen Dünger abbekommen.
  • Für den Sommer: Etwas Kalium hilft dem Rasen, wenn er im Sommer großer Trockenheit ausgesetzt ist.  Aber wichtig: Warnhinweise auf der Packung ernst nehmen UND NICHT überdosieren!
  • Oft Mähen und den feinen Grünschnitt liegen lassen!
  • Regelmäßig Vertikutieren, Aerifizieren, Sanden (maximal einmal jährlich)
  • Auf keinen Fall Schwefel düngen, denn dieser bindet Fe2+, sodass es nicht verfügbar ist.
  • Langfristig: Organisch düngen, um Boden durch Humusbildung locker und gut belüftet zu halten.
  • Grünkalk ist ein Düngemittel für den Garten, das sogar eine Biozulassung hat und womit man den PH-Wert wieder nach oben bekommt.
  • Mit Kompost und Gründüngung können Sie auf eine ergänzende mineralische Stickstoffdüngung verzichten. So sparen Sie Geld, schonen die Umwelt und sich selbst. Denn mineralische Stickstoffdünger bergen die Gefahr, dass überschüssiges Nitrat  aus dem Boden ausgewaschen wird. Und über das Grundwasser kann dann schädliches Nitrat in das Trinkwasser gelangen.
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Studiogast

Ivana Zahlauer
Gartenzentrale Appel
Brandschneise 2
64295 Darmstadt
Telefon: 06151 929241
E-Mail: info@gartenzentrale-appel.de

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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 17.06.2019, 18.45 Uhr