Gewinnspiel

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zum Video Gewinnspielabzocke – wie Sie sich schützen können

"Sie sind der Gewinner von 30.000 Euro in bar!" Tausende Herzen von Briefempfängern schlagen höher, wenn sie ein solches Glückwunschschreiben bekommen. Doch meist steckt dahinter eine Masche des Absenders, um an das Geld der Adressaten heranzukommen.

Das Geschäft mit unseren Daten

Das Spiel ist simpel und für den Gewinnspiel-Veranstalter geht die Rechnung definitiv auf. Ein attraktiver Gewinn wird verlost, Tausende nehmen teil und alle geben dazu ihre persönlichen Daten an. Name und Adresse sind ein Muss, um den möglichen Gewinner zu kontaktieren. Doch damit nicht genug. Die Telefonnummer, die E-Mail-Adresse, das Alter, gerne auch die Hobbies oder Ähnliches werden gleich mit abgefragt. Leider verkaufen unseriöse Anbieter unsere Daten weiter, denn sie sind bares Geld wert. Und leider ist das bei vielen Gewinnspielen der einzige Sinn und Zweck.

Glückwunschschreiben als Mittel zum Kundenfang

Fast immer liegen den Benachrichtigungen Warenkataloge mit Bestellformularen bei. In einigen Schreiben wird auch mitgeteilt, dass der Gewinn auf einer Tagesfahrt ("Kaffeefahrt") übergeben werden soll. Diese Fahrt führt dann meistens schnurstracks in eine Veranstaltung, die ganz auf Verkauf ausgerichtet ist. Oder der vermeintliche Glücksbote macht die Auszahlung des Gewinnes von der Zahlung einer so genannten Bearbeitungsgebühr abhängig und will auf diese Weise an das Geld der Angeschriebenen kommen.

Die eigenen Daten schützen

In den Teilnahmebedingungen sollte der Veranstalter erklären, was er mit unseren Daten macht. Ganz häufig heißt es dort: "Mit der Teilnahme an diesem Gewinnspiel erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihre Daten zu Marketingzwecken verwenden und an Dritte weitergeben dürfen". Wer das nicht möchte, sollte diesen Satz durchstreichen. Die Teilnahme am Gewinnspiel darf dadurch nicht beeinträchtigt werden. Anderenfalls muss man in der Folge mit personalisierter Werbung per Mail oder Brief rechnen. Das kann lästig werden. Deutlich besser ist es, wenn man die Möglichkeit hat anzukreuzen, ob man damit einverstanden ist. Auf der sicheren Seite ist man, wenn es heißt: "Ihre Daten werden nur im Rahmen dieses Gewinnspiels genutzt, sie werden nicht an Dritte weitergegeben."

Den Gewinn einklagen

Wer offiziell als Gewinner benachrichtigt wird, hat auch einen Anspruch auf den Gewinn. Allerdings rät die Verbraucherzentrale Hessen zur Vorsicht. Die Empfehlung dazu: Den Gewinn nur einklagen, wenn man eine gültige Rechtschutzversicherung hat und eine Zusage der Versicherung in dieser Angelegenheit. Handelt es sich um ein unseriöses Unternehmen mit Sitz im Ausland, bleibt es meist schwierig an den Gewinn oder das Geld zu kommen, selbst wenn man vor Gericht gewonnen hat.

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Auf der sicheren Seite

Was man wissen muss: Niemand hat etwas zu verschenken. Gewinnspiele werden zu einem bestimmten Zweck veranstaltet. Unternehmen geht es bei solchen Aktionen häufig darum, ihre Produkte zu bewerben und neue Kunden zu gewinnen.

Die Verbraucherzentrale Hessen rät in diesem Zusammenhang:

  • Der Anbieter muss ein gültiges Impressum haben.
  • Der Anbieter sollte seinen Sitz in Deutschland haben.
  • Es sollte klar definiert sein, was mit den persönlichen Daten passiert, die man angeben muss.
  • Die Preise sollten realistisch sein.


Folgende Hinweise sind Alarmzeichen für betrügerische Veranstalter:

  • Ganz besonders misstrauisch sollte man sein, wenn die Benachrichtigung überraschend kommt, obwohl man gar nicht an einem Gewinnspiel teilgenommen hat.
  • Seien Sie immer vorsichtig, wenn Ihnen am Telefon oder per Brief ein Gewinn versprochen wird, an den eine Bedingung geknüpft ist.
  • Wenn Sie am Telefon persönliche Daten herausgeben sollen, bezahlen müssen oder gar etwas kaufen sollen, gilt: Lassen Sie sich nicht weiter in ein Gespräch verwickeln, legen Sie direkt auf.
  • Je attraktiver das Angebot, desto "fauler"“ ist es in der Regel. Denn kein Unternehmen verschenkt etwas, ohne einen Vorteil für sich selbst.
  • Vorsicht geboten ist immer bei Unternehmen, deren Firmensitz im Ausland liegt. Dahinter verstecken sich nicht selten unseriöse Briefkastenfirmen, die sich dem Zugriff der deutschen Polizei entziehen wollen. Seriöse Unternehmen geben immer ihre vollständige Adresse an und nicht einfach nur eine Postfachadresse.
  • Vorsicht bei jedem Telefonat, bei dem Sie überflüssig und zu lange in der Leitung gehalten oder weiterverbunden werden. Es ist für Sie dann nicht mehr nachvollziehbar, mit wem Sie sprechen und ob Sie immer noch zum günstigen Orts- oder Festnetztarif telefonieren. Denn per Weiterschaltung an eine andere Person oder eine Bandansage kann man Sie auch auf eine sehr teure Mehrwertnummer umlenken. Und zwar ohne, dass Sie es merken oder dass Sie darauf hingewiesen werden.
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Maßnahmen im Betrugsfall

Sprechen Sie mit der Polizei. Der größte Fehler wäre jetzt, die Kriminellen einfach davonkommen zu lassen. Auch die Verbraucherzentrale Hessen ist in diesem Zusammenhang ein guter Ansprechpartner. Besonders wichtig ist es, die Bank über den Vorfall zu informieren. Wenn Geld abgebucht wurde, sollte man versuchen, den Transfer zu stoppen bzw. rückgängig zu machen. In jedem Fall sollte man immer seine Kontoauszüge kontrollieren.

Kaffeefahrt statt Gewinn

"Sie haben eine Reise gewonnen!" Das bekommen Sie z. B. in einem Brief oder in einem Flyer per Post mitgeteilt. Oft verstecken sich hinter solchen "Reisen" die gefürchteten Kaffeefahrten. Unterwegs werden den Verbrauchern dann Produkte zu überhöhten Preisen angeboten. Möglich ist in solchen Fällen auch, dass nur die Hinfahrt Teil des Gewinns ist und die Teilnehmer jedes Extra sowie die Rückfahrt selbst zahlen müssen.

Unser Tipp: Lassen Sie sich vor Antritt der Reise vom Veranstalter so genau wie möglich schriftlich bestätigen, welche Leistungen kostenlos sind, bzw. ob Sie eventuell Verpflegung, Übernachtung und Rückreise selbst zahlen müssen. Antwortet der Veranstalter nicht auf Ihre Anfrage oder sind seine Angaben sehr ungenau – Finger weg von diesem Angebot!

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Unser Gast im Studio

Peter Lassek
Verbraucherzentrale Hessen e. V.
Große Friedberger Straße 13 – 17
60313 Frankfurt am Main
Telefon: 069 97 2010 – 900
E-Mail: vzh@verbraucher.de
Internet: www.verbraucher.de

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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 04.04.2019, 18:45 Uhr