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zum Video Hepatitis E Infektion beim Grillen

Fleisch auf dem Grill

Wenn das Fleisch nicht mindestens 20 Minuten bei 70 Grad gegrillt wird, kann es zu einer Erkrankung von Hepatitis E mit Leberschäden oder Leberzirrhose kommen! Bei einer Infektion drohen schwere Leberschäden.

Vor allem Schwangere sollten vorsichtig sein, denn hier kommt es bei jeder vierten Infektion zum Todesfall. Bei 400.000 Neu-Infektionen im Jahr stellt rohes Schweine-, aber auch Wildfleisch (Wildschwein und Hirsch) eine ernstzunehmende Gefahr dar, vor allem da sich die Zahl seit 2013 vervierfacht hat.

Wie stecke ich mich an?

Ansteckungsgefahr besteht laut Bundesinstitut für Risikobewertung hauptsächlich durch Rohe Fleischprodukte und rohe Innereien, aber auch Rohwurstprodukte wie Tee- und Mettwurst sowie Schweinemett stellen ein besonders hohes Risiko dar. Laut einer groß angelegten Studie enthielt jede fünfte Wurstprobe Spuren des Virus. Schweinefleisch wird vor der Verarbeitung nicht routinemäßig auf Hepatitis E getestet.

Woran erkenne ich denn, dass man ich mich mit Hepatitis E infiziert habe?

Glücklicherweise haben 95 Prozent der gesunden Patienten keine Symptome und die Infektion heilt folgenlos aus. Man kann sich auch mehrmals mit dem Hepatitis-Virus im Laufe des Lebens infizieren. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis sechs Wochen. Das ist sehr lange, da hat man ja auch schon längst vergessen, dass man ein Mettbrötchen oder eine nicht durchgebraten Wurst gegessen hat. Eine HEV Infektion (Hepaptitis E-Virus-Infektion) kann aber auch zu neurologischen Symptomen führen wie akut auftretenden Lähmungen. Hier sollte auf HEV untersucht werden.

Was mache ich, wenn ich den Verdacht habe, dass ich mich infiziert habe?

Falls Sie einen Verdacht haben sich mit Hepatitis E angesteckt zu haben, am besten gleich zu einem Spezialisten / Facharzt für Gastroenterologie gehen. Eine alleinige Anti-Körper-Messung reicht da leider nicht aus. Eine akute Infektion kann nur durch eine PCR-Untersuchung festgestellt bzw. sicher ausgeschlossen werden. Diese Untersuchung wird jedoch von den Krankenkassen oft nicht gezahlt, was derzeit leider noch ein Dilemma ist und sich hoffentlich in den nächsten Jahren ändern wird. Eine Hepatitis E Infektion kann man jedoch mit Medikamenten behandeln. Deshalb ist es gerade bei immungeschwächten Menschen wichtig, die Infektion schnell zu erkennen.

Wie beuge ich einer Infektion vor?

Produkte aus Schweinefleisch wie kurz gereifte Rohwürste, zum Beispiel Salami oder Cabanossi, aber auch Mettwürste meiden. Auf jeden Fall dann darauf verzichten, wenn man schwanger oder immunsupprimiert ist, also zur Hochrisiko-Gruppe gehört. Aber auch bei Wildschweinwurst, Reh und Hirsch ist Vorsicht geboten. Alle schweinefleischhaltigen Lebensmittel sollten gleichmäßig und vollständig erhitzt werden, da der HEV sehr hitzebeständig ist. Das heißt über 70 Grad erhitzen und braten und das 20 Minuten lang!

Weitere Informationen

Gast im Studio

Prof. Dr. med. Sandra Ciesek
Institut für Medizinische Virologie
Universitätsklinikum Frankfurt
Paul-Ehrlich-Str. 40
60596 Frankfurt

Sekretariat des Instituts
Telefon: 069-6301-5219
E-Mail: sonja.carstens@kgu.de
Infos unter: www.kgu.de

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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 05.06.2019, 18:45 Uhr