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zum Video Termin aus der Servicestelle

Sprechzimmer, Arzt im Hintergrund

Seit Januar 2016 soll das "Versorgungsstärkungsgesetz" gesetzlich Versicherten bei dringendem Anlass schneller zu einem Facharzttermin verhelfen. Ausgeschlossen sind Bagatell-, Routine- oder Vorsorgeuntersuchungen.

Zur Mithilfe verpflichtet sind die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen. Sie sollen gesetzlich Versicherten innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin vermitteln. Nötig ist dafür ein Überweisungsschein mit einem Buchstaben- und Zahlencode, der vom Hausarzt ausgestellt wird. Der Betreffende erhält dann zwar keinen Termin beim Wunscharzt, aber bei einem Facharzt in der Umgebung. Der Weg dorthin darf maximal 30 Minuten länger sein als bis zum nächstgelegenen Fachkollegen, bei Spezialisten maximal 60 Minuten länger. Kann die Zeitgrenze nicht eingehalten werden, muss die Terminservicestelle einen Behandlungstermin in einem Krankenhaus anbieten.

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Terminservicestelle der KV Hessen
Telefon: 069-4005000-0
Dienstzeiten:
Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 16:00 Uhr
Freitag von 9:00 bis 14:00 Uhr
Infos unter: www.kvhessen.de/fuer-die-patienten/terminservicestelle

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Termine online buchen

Schon heute lassen sich Arzttermine auch online vereinbaren. Dieser Service von Ärztekooperationen und Arztnetzwerken existiert vor allem in Großstädten und Ballungszentren. Die Terminsuche funktioniert allerdings noch nicht in allen Regionen und Fachrichtungen gleich gut.

Weitere Informationen

www.arzttermine.de

Zudem bieten auch einzelne Krankenkassen einen entsprechenden Service an, beispielsweise die Techniker Krankenkasse mit dem "TK-TerminService".

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Verbesserung erst 2020

Das Termin-Service und Versorgungsgesetz ist am 14. März diesen Jahres verabschiedet worden. In Kraft tritt es allerdings erst im Januar 2020. Damit soll sich einiges grundlegend ändern. Zum Einen wird die Anzahl der Terminservicestellen deutlich ausgeweitet. Zum anderen sollen diese dann auch rund um die Uhr und an jedem Tag in der Woche erreichbar sein. Ganz wichtig: Es wird eine zentrale Nummer für ganz Deutschland geben. Ab dem 1. Januar 2020 wird das die Rufnummer 116 117 sein. Das ist derzeit noch eine Nummer, die Auskunft über Bereitschafts- und Notdienste gibt. Diese Terminservicestelle soll auch Haus- und Kinderarzttermine vermitteln und beurteilen, ob es sich um Akutfälle handelt. Im Ernstfall wird der Patient dann sofort an Arztpraxen und Krankenhäuser vermittelt. Auch der erste Kontakt zu einem Psychotherapeuten wird innerhalb von 14 Tagen vermittelt, allerdings nur wenn jemand akut behandlungsbedürftig ist.

Das Mindestsprechstundenangebot bei niedergelassenen Ärzten wird von derzeit 20 auf 25 Stunden in der Woche erhöht. Außerdem müssen bestimmte Fachärzte der Grundversorgung, z. B. Frauenärzte, Augenärzte und HNO-Ärzte mindestens 5 Stunden pro Woche eine offene Sprechstunde anbieten.

Keine Privatbehandlung auf GKV-Kosten

Ganz selten passiert es, dass sich Kassenpatienten aus Angst vor einer lebensbedrohlichen Krankheit in einer Privatpraxis oder Privatklinik untersuchen lassen. Die Kosten hierfür übernimmt die GKV nicht! Man kann versuchen, sich mit der Kasse auf dem Kulanzweg zu einigen – Ausgang offen! Sehr oft gelingt das nicht und die Betroffenen bleiben auf den Kosten sitzen. Falls man dieses Risiko trotzdem eingehen will, müssen alle eigenen Bemühungen, einen Termin in einer KV-zugelassenen Einrichtung zu bekommen, genau dokumentiert sein:

  • schriftlicher Arztbefund, der auf die Dringlichkeit hinweist
  • Einrichtung ist auf die vermutete Krankheit besonders spezialisiert
  • Alle Anfragen bei anderen Ärzten und Kliniken nach einem kurzfristigen Untersuchungstermin genau und mit Zeitangabe dokumentieren.



Im Notfall gibt es immer ein Bett
Bei einem Verdacht beispielsweise auf Gefäßverschluss, Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer akuten Entzündung oder Blutung sollte umgehend der Rettungsdienst/Notarzt alarmiert werden. Bestätigen auch dessen Untersuchungen den Verdacht, wird sich der Arzt um eine sofortige Krankenhauseinweisung kümmern.

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Unser Gast im Studio

Daniela Hubloher
Verbraucherzentrale Frankfurt/Hessen
Große Friedberger Straße 13-17
60313 Frankfurt
Telefon: 09001-972013 (Beratung zu Gesundheitsdienstleistungen)
Telefon- und Beratungsgebühr 1,75 Euro pro Min
E-Mail: vzh@verbraucher.de
Infos unter: www.verbraucher.de

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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 10.04.2019, 18:45