Kapstadt aus der Luft betrachtet: Der Tafelberg und Lions Head umschließen die Innenstadt

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In Südafrika erlebt man Momente für die Ewigkeit. Unsere Route führt uns von Kapstadt ans Kap der guten Hoffnung über die Garden Route bis ganz in den Nordosten Südafrikas in den Kruger Nationalpark.

Schon morgens vor dem Frühstück surfen – der Kapstädterin Natascha war das so wichtig, dass sie ihren Job als Anwältin an den Nagel gehängt hat. Die Prioritäten sind eben etwas anders, wenn man in so herrlicher Kulisse lebt. Vom Bloubergstrand sind wir Natasha in die Nähe des Hafens gefolgt. Dorthin, wo sich die Capetonians für's Wochenende eindecken – dem Oranjezicht Market. Hier verkauft die ehemalige Anwältin jetzt die "weltbeste Mayonnaise" – so kann eine Karriere in Kapstadt aussehen. Zum Markttreiben spielt Manouche, eine berühmte Kapstädter Gipsy Jazz Band.

Bo Kaap

Weiter geht es zu den schönsten Vierteln Kapstadts. Da wäre zum Beispiel das Bo Kaap. Ein traditionelles Wohnviertel der Kapmalaien, der Nachfahren der aus Malaysia verschleppten Sklaven. Oder gleich in der Nähe die trendige Bree Street mit ihren ausgefallenen Restaurants und Kunstgalerien, überragt vom Signal Hill. Parallel verläuft Kapstadts berühmteste Straße: die Long Street. Mit Restaurants und Backpacker-Hostels. Und das Hotel Grand Daddy, dessen Dachterrasse eine besondere Bar beheimatet. Die erreicht man über den ältesten Fahrstuhl Kapstadts aus dem 19. Jahrhundert. Zwischen Wohnwagen genießt man den Blick auf den Tafelberg.

Das "District Six Museum"

Bis zur Abschaffung der Apartheid bestimmte die Hautfarbe alles. Wo man sich aufhalten durfte, wo wohnen, wo arbeiten. Im District Six Museum ist das alles wunderbar dokumentiert. Und dazu gehören auch Mahnmale für den staatlich forcierten Rassismus: Eine Bank nur für Europäer oder beispielsweise ein Parkplatz für Taxis von Nicht-Weißen. Ursprünglich war der District Six ein legendäres multikulturelles Viertel in Kapstadt, das in den späten 60er Jahren dem Erdboden gleichgemacht wurde. Die meist farbigen Bewohner wurden damals in die Cape Flats zwangsumgesiedelt. Eine windige, sandige Ebene am Meer, damit die Innenstadt rein Weiß werden konnte.

Die Bagger rollten an und zerstörten nicht nur Häuser, sondern Leben. Inmitten einer Millionenstadt blieb eine Brache – bis vor kurzem. Nun wird der Bezirk wieder aufgebaut. Nach und nach soll ein "neuer" District Six entstehen. Die ersten kleinen Häuser erscheinen und werden an die ehemaligen Bewohner zurückgegeben.

Die anderen Teile der Serie:


  • Teil 2: Vom Tafelberg zum Kap der guten Hoffnung
  • Teil 3: Unterwegs auf der Garden Route
  • Teil 4: Tiere beobachten im Kruger Nationalpark


Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 15.04.2019, 18:45 Uhr