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zum Video Plastik vermeiden mit alternativen Produkten

Plastikflaschen Shampoo Creme Pflegeartikel

Plastik vermeiden fängt nicht nur IM Kopf an, sondern im wahrsten Sinne auch AM Kopf. Denn auch bei der Körperpflege können wir weitgehend auf Verpackungsmüll und Mikroplastik verzichten.

Die Zahnpasta-Tube, die Shampoo-Flasche oder die Verpackung von Flüssigseife: eins haben diese drei Körperpflegeprodukte gemeinsam, denn sie verursachen Unmengen an Plastikmüll. Zudem benutzen viele Hersteller immer noch Mikroplastik, um ihre Shampoos schön cremig und unsere Haare geschmeidig zu machen.

Dabei ist das Plastik gar nicht so ungefährlich. Denn die Kunststoffe, die beispielsweise in Duschgels enthalten sind, gelangen durch das Abwasser zu den Kläranlagen. Diese können die Kunststoffe aber meist gar nicht ausreichend filtern und so gelangen Mikroplastik und Co. aus den Abwässern in unsere Umwelt. Ein ökologisches Desaster!

Weitere Informationen

Welche Produkte enthalten Mikroplastik?

Der BUND-Einkaufsratgeber "Mikroplastik" ist eine gelungene Zusammenstellung, mit der sich die Verbraucher einen guten Überblick über Produkte und ihren Inhaltsstoffen verschaffen können. Er wird regelmäßig aktualisiert und ist somit ein guter Wegweiser im Mikroplastik-Dschungel.

Unter dem folgenden Link können Sie sich den Einkaufsratgeber kostenlos herunterladen:
www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/bund-einkaufsratgeber-mikroplastik/

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Auch die Politik reagiert

Die EU möchte künftig viele Wegwerfprodukte verbieten. Betroffen von diesem Verbot sind ab dem Jahr 2021 unter anderem folgende Produkte: Einwegbestecke und -teller, Wattestäbchen und Strohhalme aus Plastik.

Wer auf herkömmliche Produkte verzichten will, braucht also echte Alternativen. Ob Zahnpulver, Haarseife, beschichtete "Frischhaltefolie" oder Strohhalme aus Glas - der Handel bietet hier längst zahlreiche Möglichkeiten.

Als Alternativen zu Mikroplastik dienen unter anderem Bienenwachs, Tonerde oder getrocknete, zermahlene Nussschalen. Da diese Ersatzstoffe aber teurer als die konventionellen Kunststoffe sind, werden sie seltener von den Herstellern eingesetzt.

Von "Unverpackt-Läden" und Mehrwegbeuteln

Gurken Plastik

In immer mehr Städten finden sich sogenannte "Unverpackt-Läden". Hier gibt es nicht nur Kisten mit losem Obst und Gemüse, sondern auch Kanister und Metallfässer mit Flüssig-Waren oder Trockenprodukte wie Nudeln in Glasgefäßen. Der Gedanke dahinter ist simpel: Einkaufen ohne unnötige Einwegverpackung. Der Kunde kann sich die benötigte Menge in seine mitgebrachten Taschen oder Gefäße selbst abfüllen und bezahlt auch nur diese Menge.

Ein Auszug der Unverpackt-Geschäfte in Hessen:

Südhessen:

  • Unverpackt Darmstadt, Gutenbergstraße 5b, 64289 Darmstadt
  • gramm.genau, Adalbertstraße 11, 60486 Frankfurt-Bockenheim
  • Unverpackt Lorsch, Bahnhofstraße 14, 64653 Lorsch
  • BIO-unverpackt Meudt, Dotzheimer Straße 19, 65185 Wiesbaden

Mittelhessen:

  • Unverpacktes Gießen, Johannette-Lein-Gasse 24, 35390 Gießen
  • kauf's lose, Savignystraße 21, 35037 Marburg (öffnet im Mai)

Osthessen

  • Frau Lose, Luckenberg 1, 36037 Fulda (öffnet im Sommer)

Einige Supermärkte reagieren ebenfalls auf diesen Trend. Sie bieten ihren Kunden für loses Obst und Gemüse statt der kleinen Plastiktütchen, wiederverwendbare Frischenetze an, die kostenpflichtig erworben werden können.

Der Verein "Küste gegen Plastik" hat eine Smartphone-App namens "Replace Plastic" entwickelt, über die man Produkte mit überflüssiger Plastikverpackung melden kann. Sieht man im Supermarkt also ein Produkt mit viel Plastikverpackung und wenig Inhalt, scannt man über diese App den Barcode ein, sendet automatisch eine Mitteilung an den Verein und dieser sammelt die Informationen. Sind zu einem Produkt 20 Meldungen von 20 verschiedenen Kunden eingegangen, wird der Hersteller kontaktiert.

Mehrweg statt Einweg - Umweltsünde „to go“-Produkte

Wer seinen Kaffee gerne auch unterwegs genießt, weiß, dass auch die kleinen Einwegbecher eine Menge Müll verursachen. Laut der Deutschen Umwelthilfe werden rund 320.000 Becher pro Stunde, ungefähr 2,8 Milliarden pro Jahr allein in Deutschland verbraucht. Das entspricht etwa einer Menge von 40.000 Tonnen Einwegbechermüll jährlich. Dramatische Zahlen, die Bände sprechen!

Im März 2016 hat Umweltministerin Priska Hinz den "Becher Bonus" an den Start gebracht. Diese Aktion soll nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel schonen. Jeder, der sich in Hessen mit seinem eigenen Mehrwegbecher in den teilnehmenden Cafés, Tankstellen, Restaurants oder Bäckereien einen Kaffee gönnt, der bekommt sein Heißgetränk bis zu 30 Cent günstiger. Laut der Hygieneverordnung ist das Wiederbefüllen mitgebrachter Mehrwegbecher nicht verboten.

Weitere Informationen

Liste der teilnehmenden Einrichtungen

hier:https://www.hessen-nachhaltig.de/de/liste-aller-unternehmen-becherbonus.html

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Unser Tipp: Fragen Sie auch beim Metzger oder Bäcker Ihres Vertrauens nach, ob sie Ihre gekauften Frischwaren in mitgebrachte Behältnisse einpacken können.

Studiogast

Carolin Völker
Ökotoxikologin und Leiterin des Projekts "PlastX"
ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung
Hamburger Allee 45
60486 Frankfurt am Main
Web: www.isoe.de

Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 02.05.2019, 18:45