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zum Video Rotterdam – Das Tor zur Welt

Die Erasmusbrücke und die drei markanten Hochhaustürme in Rotterdam.

Rotterdam ist nicht nur eine Architekturstadt mit einem Hafen, der als größter Containerhafen Europas und einer der bedeutendsten weltweit gilt. Die Stadt ist auch ein Schmelztiegel für Menschen aus aller Welt und Heimat für Kreative. Das macht das Leben zwischen architektonischer Experimentierfreude, Symmetrie und Hochglanz erstaunlich menschlich.

Die Hafenstadt Rotterdam liegt in der Provinz Südholland rund 30 Kilometer von der Nordsee entfernt. Sie ist die zweitgrößte Stadt in den Niederlanden (631.155 Einwohner) und besitzt einen der größten Seehäfen der Welt. In den letzten Jahren hat sich die graue Arbeiter,- Industrie- und Hafenstadt zu einer modernen Architektur-Metropole und zu einem angesagten Städtereiseziel gemausert. Eine historische Altstadt wie in Amsterdam oder Den Haag gibt es hier zwar, aber dafür eine Skyline mit den höchsten und ausgefallensten Gebäuden der Niederlande. Namenhafte Architekten wie Sir Norman Foster, Rem Kohlhaas oder Renzo Piano haben in Rotterdam gewirkt und die Stadt darf sich mittlerweile im selben Atemzug nennen mit London, New York und Tokio, wenn es um moderne Baukunst geht. Nicht umsonst trägt Rotterdam den Beinamen  „Manhattan an der Maas“. Eine Stadt nicht nur für Architekturfans, die sich sehr ideenreich und täglich neu erfindet. Aber auch wer Bilderbuch-Holland sucht, kommt auf seine Kosten.

Rotterdam – Moderne Architekturstadt

Fertig ist Rotterdam noch lange nicht, aber sehr stolz auf seine Bauwerke wie beispielsweise den sogenannten „Schwan“, die Erasmusbrücke,  und darauf, der größte Seehafen Europas zu sein. Die Stadt hat eine enorme Energie. Sind andere niederländische Städte eher schöne, ruhige Freilichtmuseen, so ist Rotterdam eher weltoffen, unkonventionell und mitreißend schnell.

Rotterdam hat den Finger am Puls der Zeit. Wer putziges Holland erwartet, staunt nicht schlecht. Hier ist alles in Bewegung. Die Stadt blickt nach vorne und will hoch hinaus! Entscheidend für den futuristischen Bau-Boom waren die Zerstörungen im 2. Weltkrieg. Die Bombardements der Deutschen hinterließen so gut wie nichts – und damit viel Platz für einen Neubeginn vom Reißbrett. Dieser wurde und wird sehr experimentierfreudig von Architekten wie Hans Kollhoff und Rem Kohlhaas umgesetzt: man sieht von moderner bis nostalgischer Architektur eigentlich alle Stile.

Rotterdam ist eine Heimat für Kreative. Das macht das Leben zwischen architektonischer Experimentierfreude, Symmetrie und Hochglanz erstaunlich menschlich. Eines der neusten Bauwerke ist die Markthalle, eine wunderbare Kathedrale für Essen und Wohnen. Die Architekten planten zwei Wohngebäude, die nebeneinander stehen, und setzten quasi einen „Deckel“ mit Penthouse-Wohnungen obendrauf. Und so entstand eine riesige Halle, die etwa genauso groß ist wie ein Bahnhof. Unter der riesigen Kuppel findet der Markt statt, umringt von Wohnungen. In denen wohnt man mit Blick auf ein Schlaraffenland von Lebensmittelständen und Restaurants. Es braucht eine ganze Weile, bis man das poppige Gemälde an der Innenwand – die 11.000 Quadratmeter große Extravaganz mit Namen "Füllhorn" - erfasst. Das Ganze ist eine Art Antwort der Rotterdamer auf die Sixtinische Kapelle.

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Kontakt

Markthal Rotterdam
Ds. Jan Scharpstraat 298
3011 GZ Rotterdam
Tel.: +31 (0)30 234 64 64
E-Mail: info@markthalrotterdam.nl
Web:www.markthalrotterdam.nl

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Delftshaven Rotterdam

Ein letztes Stück Historie, vom Krieg verschont, ist der verträumte Delfshaven. Der ehemalige Handelshafen der Stadt Delft gehört heute zu Rotterdam. Hier fühlt sich so mancher Besucher zum ersten Mal in Holland angekommen. Ein perfekter Platz, um mit etwas Abstand zu Innovation, Stahl und Beton den Tag eher beschaulich Revue passieren zu lassen.

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INfos

www.rotterdam.nl/delfshaven

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Tor zur Welt

Rotterdam ist nicht nur eine Architekturstadt mit einem Hafen, der als größter Containerhafen Europas und einer der bedeutendsten weltweit gilt, sondern auch ein Schmelztiegel für Menschen aus aller Welt. Über 170 Nationen leben heute in Rotterdam. Schon in den letzten beiden Jahrhunderten kamen vornehmlich europäische Migranten nach Rotterdam, damals hauptsächlich, um von dort aus den Sprung nach Amerika und in ein besseres Leben zu wagen. Der Rotterdamer Hafen bot sich an, weil er besser zu erreichen war als die norddeutschen Häfen.

Die Geschichte zweier besonderer Hotels in Rotterdam ist eng mit dieser Auswanderungsgeschichte verbunden: die des Hotels New York und des Hotelschiffs SS Rotterdam. Das Hotel New York ist der ehemalige Verwaltungssitz der Reederei Holland-Amerika-Line. Ihre Schiffe verkehrten ein Jahrhundert lang im Liniendienst zwischen Rotterdam und New York und brachten rund eine Million Migranten von Europa nach Amerika.

Wie ein antiquierter Zwerg zwischen modernen Riesen steht der Backsteinbau am Wilhelminapier. Dennoch – das Hotel New York ist eine Ikone. Wo Gäste heute Sterne-Service genießen, brachen bis in die 70er Jahre Auswanderer nach Amerika auf – zumeist mit nichts als einem Ticket für die transatlantische Reise in der Tasche.

Hotel New York

Der Geist dieser Zeit, als glücksuchende Europäer in Scharen in die neue Welt zogen, ist hier heute noch spürbar. Die eingemauerten, schweren Tresore der Reederei sind immer noch Zeugen einer längst vergangenen Epoche. Die Immigranten bezahlten ihre Überfahrt nach Amerika in aller Regel mit Bargeld. Es waren Menschen ohne Bankkonto, Schecks  oder Kreditkarten, die nur über Handgeld verfügten. Und all das viele Kleingeld aus allen Teilen Europas wurde in Safes hinter dicken Türen verwahrt. Den Schluck zum Abschied zahlten sie mit letzten Hellern, Pfennigen, Cent oder Kopeken.


Wo früher Tickets über den Schalter gereicht wurden, wird heute geschlemmt. Und anders als die Verwaltungsangestellten der Holland-Amerika-Line, genießen die Gäste freie Sicht aus großen Fenstern. Damaliger Firmenpolitik entsprach das nicht. Niedere Angestellte saßen tief hinter hohen Fenstersimsen. Die Büros der Chef-Etage sahen dagegen anders aus. Eines der 72 Hotelzimmer war früher beispielsweise ein Direktoren-Büro. Man erkennt das an der Wandtäfelung, die noch original ist; an dem offenen Kamin und am niedrigen Fenstersims. Wer hier gearbeitet hat, hatte eine gute Aussicht und behielt den Überblick über das lukrative Geschäft.

Weitere Informationen

Tipp

Hotel New York
Koninginnenhoofd 1
3072 AD Rotterdam
Tel.: +31 (0)10 - 43 90 555
E-Mail: info@hotelnewyork.nl
Web: www.hotelnewyork.com

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Längst aus dem Liniendienst nach New York entlassen, ist das  Dampfschiff SS Rotterdam. Seit einigen Jahren liegt es als Hotel- und Museumsschiff im Viertel Katendrecht vor Anker. Das ehemalige  Flaggschiff der Holland-Amerika-Line wurde zwischen 1956 und 1959 gebaut. Die Jungfernfahrt war am 3. September 1959. In der Zeit waren es vornehmlich Immigranten, die von dem Schiff Gebrauch machten.

Vier Jahrzehnte lang bereiste die SS Rotterdam die Weltmeere  – davon 10 im Liniendienst nach New York. Die Strecke bewältigte sie mit 17 500 PS in siebeneinhalb Tagen. Der Ozeanriese galt als ultramodern, besonders schnell und sicher. Als Auswandern kein Thema mehr war und Fliegen billiger wurde, stellte die Reederei den Liniendienst ein. Die SS Rotterdam wurde ein Kreuzfahrer. Reisen war mit diesem Schiff eine exklusive Angelegenheit; vornehmlich für Gäste der 1. Klasse. Für den Einhalt des Klassenunterschieds sorgten getrennte Treppenaufgänge. 

Fast wäre die SS Rotterdam verschrottet worden. Beim Umbau zum Hotelschiff entschied man sich dann aber doch, den einmaligen Retro-Look zu erhalten. In den Glanzzeiten der SS Rotterdam galt das Interieur als ultra-modern. So mancher prominenter Gast wusste den Luxus zu schätzen. Frank Sinatra, Percy Sledge und Pat Boone standen auf der Passagierliste. Den Rahmen für schicke Geselligkeiten - etwa den großen Ballsaal, den Tanzraum der 1. Klasse - hatten handverlesene, namenhafte Designer und Künstler geschaffen. Auch wenn sich die Stadt grundlegend verändert hat, die SS-Rotterdam hat den besonderen Esprit der späten 1950iger und 60iger bewahrt, weswegen ein Aufenthalt hier wie eine Zeitreise ist. (Hotelpreise siehe Aktuelle Informationen)

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Tipp

SS Rotterdam
3e Katendrechtsehoofd 25
3072 AM Rotterdam
Tel.: +31(0)10 - 297 30 90
E-Mail: info@ssrotterdam.nl
Web: www.ssrotterdam.com

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Kinderdijk


Ein Besuch in Holland ohne eine Windmühle gesehen zu haben? Das geht nicht. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Niederlande und ein UNESCO Welterbe liegt nur rund 20 Kilometer außerhalb der Stadt und erreichen kann man es - wie sollte es auch anders sein in Holland – am schnellsten über das Wasser mit dem Wasserbus.

Nach einer knappen halben Stunde kommt man mit vielen anderen Tagesausflüglern in Kinderdijk an. Der Name klingt wie ein Märchen vom armen Müller und seiner schönen Tochter und tatsächlich sieht der Park, bestehend aus 19 historischen Windwühlen, auch ein bisschen so aus. Dabei handelt es sich strenggenommen um ein ausgeklügeltes Wasserwirtschaftssystem.

Ganz früher war die Region ein Schwemmgebiet. Und als die Menschen die vielen Überschwemmungen leid waren, bauten sie einen Deich, um sich vor dem Fluss zu schützen. Aber weil sie einen Deich gebaut hatten, mussten sie irgendwann auch das Regenwasser raus pumpen. Das haben sie erst per Hand gemacht, später mit Hilfe der Windmühlen. Sie pumpten Wasser aus den Poldern in Kanäle und von dort in den Fluss Lek, der ins Meer mündet. So entstand eine einmalige Polderlandschaft für Ackerbau und Viehzucht. Diese jahrhundertelange Erfahrung hat die Niederländer zu weltweit gefragten Experten in Sachen Wassermanagement gemacht.

Mittlerweile reguliert eine vollautomatische Pumpstation den Wasserstand. Viele Mühlen sind heute in Privatbesitz und dienen als Wohnhäuser. Aber wer in diesem von der UNESCO geschützten Idyll leben will, muss Müller sein – zumindest in Teilzeit. Kinderdijk ist nicht umsonst ein begehrter Drehort für Filmteams aus der ganzen Welt. Die Mühlen sind funktionstüchtig und einige können besichtigt werden.

Eine der ältesten Mühlen steht etwas abseits auf dem Polder Blokweer. Sie ist die einzige sogenannte Poldermühle von Kinderdijk. Das bedeutet, sie pumpt das Wasser von dem niedrig gelegenen, eingedeichten Gelände in den höher gelegenen Kanal. Sie kann besichtigt werden. Die Besuchermühle gibt Einblick in das einfache Leben der Müller und die Mühlentechnik. 

Weitere Informationen

Infos

Web: www.kinderdijk.de

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Eine Besonderheit Rotterdams sind die Wassertaxis: eine schnelle, teure, aber total  witzige Art sich fortzubewegen. Das Wassertaxi bringt Sie in kürzester Zeit zu über 50 Anlegestellen im Hafen von Rotterdam. Die Ticketpreise liegen je nach Entfernung und Tarifzone zwischen 4,50 und 10 Euro.

Weitere Informationen

Infos

Web:www.watertaxirotterdam.nl

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Unser Tipp: 2014 wählte die New York Times Rotterdam in die Top Ten der Orte, die man gesehen haben muss und das vor allem wegen seiner hervorragenden, zeitgenössischen Bauwerke. Da lohnt sich eine Architekturführung. Genießen Sie die phänomenale Aussicht von einem der höchsten Stockwerke des Gebäudes De Rotterdam, machen Sie eine spektakuläre Fahrt mit dem Wassertaxi über die Maas und besuchen Sie anschließend den Hotspot Markthal. Zweieinhalb Stunden kosten 29,95 Euro.     

Weitere Informationen

Infos

www.derotterdamtours.nl
www.urbanguides.nl/

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Unser Ausflugs-Tipp:

DakAkker ist eine Dachgarten-Farm (die größte in Europa)  mitten in der Stadt mit tollem Blick; alles, was dort wächst, ist Bio und wird selbst angebaut.

Weitere Informationen

Tipp

http://www.luchtsingel.org/en/locaties/roofgarden/

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Literaturtipps
CityTrip Rotterdam
Verlag Reise Know


Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 17.05.2019, 18:45