Eine Zecke sitzt auf der Haut

Zecken lauern nicht nur im Wald, sondern vor allem im hohen Gras. Dass sie gefährliche Krankheiten übertragen, ist mittlerweile bekannt. Doch wie kann ich mich am besten gegen die krabbelnden Blutsauger schützen? Und was muss ich tun, wenn ich doch erwischt werde?

Zecken entfernen – So geht's

  • Sobald Sie eine Zecke entdecken, sollte diese umgehend entfernt werden.
  • Weil sich die Zecke mit den Widerhaken ihres Stechapparates fest in der Haut verankert hat, ist es sinnvoll, zum Entfernen auf Hilfsmittel wie eine Zeckenkarte, Zeckenzange, eine spezielle Schlinge oder eine Pinzette zurück zu greifen.
  • Das Instrument sollte direkt über der Haut angesetzt werden, dann gerade ziehen, nicht ruckartig, sonst reißt möglicherweise der "Kopf" vom Körper ab und bleibt in der Haut.
  • Falls das passiert, keine Panik, der Fremdkörper wird meist problemlos wieder abgestoßen.
  • Beim Herausziehen gibt es meist erst einen Widerstand, weil die Widerhaken noch in der Haut stecken. Doch dann löst sich die Zecke aus der Haut.
  • Wenn zur Hand, dann desinfizieren Sie anschließend die betroffene Hautstelle.
  • Die entfernte Zecke lebt meist noch und ist auch ziemlich widerstandfähig. Kochendes Wasser oder mechanisches Zerquetschen mit einem Gegenstand (niemals mit den bloßen Fingern!), machen ihr den Garaus.
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Wichtig

  • Versuchen Sie, zügig zu arbeiten, die Zecke bereits beim ersten Versuch zu entfernen. Je häufiger Sie zum Beispiel die Zeckenzange ansetzen, umso mehr gerät das Spinnentier in Stress. Dann aber gibt es vermehrt Verdauungssäfte in die Wunde ab. Die Infektionsgefahr steigt.
  • Keinesfalls sollten Sie früher übliche "Hausmittel" wie Klebstoff, Öl oder Nagellackentferner auf die Zecke träufeln. Das nämlich versetzt die Zecke ebenfalls in Stress mit oben genannten Folgen.
  • Gleiches gilt für den Rat, beim Herausziehen gegen den Uhrzeigersinn zu drehen. Die Widerhaken der Zecke sind ungerichtet, die Drehrichtung und das Drehen selbst erleichtern das Entfernen nicht.
  • Drücken Sie beim Entfernen nicht auf den Körper des Tieres, sonst können zusätzlich Krankheitserreger auf den Wirt übergehen.
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Schutz vor Zeckenstichen

  • Tragen Sie lange Hosen und langärmelige Oberteile, ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine, wenn Sie Wiesen und Wälder durchstreifen.
  • Auf heller Kleidung fallen die dunklen "Krabbler" schneller auf und Sie können sie noch vor dem ersten Hautkontakt abschütteln.
  • Ziehen Sie nach dem Spaziergang ihre Kleider aus und schütteln sie draußen gut ab.
  • Geben Sie Ihre Kleidung in den Wäschetrockner. Die heiße trockene Luft überleben die Insekten nicht lange! Erst bei Waschvorgängen ab 60°C werden die Spinnentiere abgetötet.
  • Suchen Sie anschließend Ihren ganzen Körper ab. Achten Sie besonders auf Hautfalten: Armbeugen, Achseln, Kniekehlen, Leistenbeugen, Schritt, Schambereich, Hals, Nacken, Haaransatz und den Bereich hinter den Ohren.
  • Auch Kinder, die draußen gespielt haben, sollten jeden Abend gründlich abgesucht werden!
  • Verwenden Sie Mückenschutz, der auch gegen Zecken wirkt.


Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 16.07.2021, 18:45 Uhr