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zum Video Preiskampf beim Medikamentenverkauf

Schnäppchenpreise Apotheke

Die Umsätze von Versandapotheken zeigen: Medikamente im Internet bestellen liegt voll im Trend. Das hat zur Folge, dass immer mehr Apotheken schließen müssen. Und die noch existierenden örtlichen Apotheken sind inzwischen einem bitteren Preiskampf ausgesetzt. Sie müssen immer mehr in die Trick-Kiste greifen, um Kunden zu binden. Rezeptfreie Medikamente werden zum Beispiel mit starken Rabatten beworben. Doch oft ist das Schnäppchen gar kein wirkliches Schnäppchen.

Tricks bei der Preisgestaltung:

Unverbindliche Preisempfehlung (UVP) der Hersteller

Hinter den "unverbindlichen Preisempfehlungen" in Werbeprospekten stecken nicht immer die realistischen Empfehlungen des Herstellers. Für die Werbeprospekte der Händler wird die Höhe der UVP oft frei erfunden. Und dieser erfundene Preis wird dann dem aktuellen Verkaufspreis gegenübergestellt. Der Trick: Je höher die erfundene UVP, umso größer erscheint dem Kunden der vermeintliche Rabatt. Das kennen Verbraucher sonst nur aus Möbelprospekten.

Allgemeiner Verkaufspreis (AVP)

Medikamentenschrank in einer Apotheke

In Apothekenblättchen kommt noch der Allgemeine Verkaufspreis (AVP) hinzu. Den gibt es zwar wirklich, aber nur zur Abrechnung zwischen Krankenkassen und Apotheken. Privatkunden haben damit nichts zu tun. Es wird dem Verbraucher jedoch trotzdem vermittelt, dieser Preis sei für ihn relevant, weil man gegenüber dem AVP vermeintlich Geld spart.

Erfundene Preissenkungen zum Vormonat

In aktuellen Prospekten wird mit reduzierten Preisen im Vergleich zum Vormonat geworben. Für den Verbraucher sieht es so aus, als würde er im aktuellen Monat ein echtes Schnäppchen machen und greift zu. Beim genauen Vergleichen der Preise kommt jedoch die Ernüchterung: Der "Angebots"-Preis sowie der Preis des Vormonats sind oft identisch. Eine Ersparnis wird dem Verbraucher also nur geschickt vorgegaukelt.

Fazit: Von den durchgestrichenen Preisen in Prospekten niemals verführen lassen!

Unser Tipp: Immer Preise vergleichen

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte immer Preise vergleichen. Internetseiten wie www.verbraucherzentrale.de und www.test.de bieten hierbei einen realistischen Überblick. Auch Preisvergleichsseiten können das wirkliche Preisspektrum der Produkte am Markt sichtbar machen.


Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 14.05.2019, 18:45