Ein Dieb mir Bolzenschneider und ein Fahrrad, dass mit einem Kabelschloss angeschlossen ist
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"Geschenkbändchen" - so nennen Experten der Polizei bestimmte Fahrradschlösser. Schon mit einem kleinen Bolzenschneider lassen sich verschiedene Schlosstypen binnen Sekunden knacken. Doch es gibt auch Fahrradschlösser, an denen sich Diebe die Zähne ausbeißen.

Bilanz 2018 – 3.785 gestohlene Fahrräder, allein in Frankfurt

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Ein qualitativ hochwertiges Fahrrad hat seinen Preis. Wer sich ein gutes Rad zulegt, der möchte es gern auch möglichst lange behalten. Wichtigster Baustein dabei: ein gutes Schloss. Kriterien dafür: Es sollte stabil und sicher sein, gut zu handhaben und möglichst nicht zu schwer sowie nicht zu teuer. Folgende Schlosstypen finden häufig Verwendung:

  • Kabel- und Spiralschlösser: Sie haben den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer Länge in der Regel leicht anzubringen sind. Sie bieten jedoch in den wenigsten Fällen guten Schutz. Sie können meist mit einem einfachen Bolzenschneider durchtrennt werden. Zeitaufwand dafür: nur wenige Sekunden.
  • Kettenschlösser: Diese Schlösser bestehen aus einzelnen Kettengliedern, sind deshalb sehr flexibel. Sicher sind sie erst ab einer gewissen Materialstärke. Dann sind sie allerdings verhältnismäßig schwer und am Fahrrad schlecht anzubringen.
  • Faltschlösser: Sie sehen ein bisschen so aus wie ein Zollstock: Die einzelnen Glieder sind über Gelenke verbunden. Je nach Anzahl und Länge der Glieder ist ein Faltschloss mehr oder weniger flexibel. Die Stabilität hängt auch hier erheblich von der Materialstärke sowie der Qualität der Gliedergelenke ab. Letztere sind oft Angriffspunkte von Fahrraddieben und eine Kette ist eben nur so stabil wie ihr schwächstes Glied.
  • Bügelschlösser: Diese Schlösser sind meist U-förmig und komplett starr. Der Durchmesser sollte nicht zu klein sein, damit das Rad auch an größere Gegenstände angeschlossen werden kann. Auch hier spielt die Materialstärke eine wichtige Rolle für die Stabilität. In der Regel bieten Bügelschlösser jedoch einen vergleichsweise guten Diebstahlschutz.

Neben Schlosstyp, Materialstärke und Verarbeitung trägt auch das richtige Anbringen eines Schlosses dazu bei, dass es nicht so leicht geknackt werden kann. So sollte ein Schloss nicht am Boden liegen, da ein Dieb sonst das eigene Körpergewicht zum Knacken nutzen kann.

Ergebnisse der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat im August 2017 zwanzig verschiedene Fahrradschlösser getestet. Nur 5 davon konnten die Tester überzeugen. Am besten schnitten die folgenden drei Modelle ab:

Trelock BS 650 – Bügelschloss: sehr gute Aufbruchsicherheit (1,3), sehr gute Haltbarkeit (1,1), Gesamturteil: gut (1,6)
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ca. 73 Euro

Kryptonite Evolution 4 LS – Bügelschloss: sehr gute Aufbruchsicherheit (1,3), gute Haltbarkeit (2,1), Gesamturteil: gut (1,8)
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ca. 85 Euro

Abus Granit City Chain X Plus 1060 – Kettenschloss: sehr gute Aufbruchsicherheit (1,3), sehr gute Haltbarkeit (1,0), Gesamturteil: gut (1,8)
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ca. 160 Euro

Weiterführende Links:

Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 01.04.2019, 18:45 Uhr