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zum Video Buchungstücken – Vorsicht vor versteckten Kosten

Ein Flugzeug von Primera Air

Bald ist Urlaubszeit. Schnell mal im Internet den günstigsten Flug rausgesucht, das geht schnell und ist einfach. Jede Menge Preisvergleichsseiten nehmen einem die lästige Sucherei ab und präsentieren die günstigsten Verbindungen. Trotzdem kann man am Ende gehörig draufzahlen, wenn man nicht ganz genau aufpasst.

Unübersichtliche Tarife, unnötige Zusatzversicherungen oder versteckte Kosten für Gepäck: Wer seinen Flug online selbst bucht, kann dabei ganz schön viel falsch machen. Auf Preisvergleichsportalen bekommt man mit wenigen Klicks eine Liste von Flügen aller Airlines angezeigt, den günstigsten Preis zuerst. Doch oft stellt sich heraus, dass der zunächst angegebene Preis gar nicht stimmt. Ein genaueres Hingucken ist also in jedem Fall ratsam.

Unser Tipp: Häufig ist das Buchen im Reisebüro nicht viel teurer als im Internet. Zudem haben Sie im Reisebüro einen persönlichen Ansprechpartner, wenn einmal etwas schief läuft. Möchten Sie Ihren Flug aber trotzdem lieber online buchen, empfiehlt es sich, direkt über die Airline statt über den Vermittler zu buchen.

Woran erkennt man denn einen seriösen Online-Anbieter für Reisen?

Tipp: Über Suchmaschinen im Internet den Reiseanbieter und das Stichwort "Ärger" eingeben. Dann findet man in der Regel Portale, auf denen sich Verbraucher austauschen, die schon Ärger mit dem Anbieter hatten und man erfährt, was die Tücken bei der Buchung waren.

Außerdem sollte man sich immer das Impressum anschauen. Es sollte immer eine feste Adresse und eine Telefonnummer angegeben sein. Außerdem sollte der Firmensitz in Deutschland sein, denn im Falle eines Rechtsstreits gilt dann deutsches Recht. Außerdem geben auch Gütesiegel - wie zum Beispiel "Trusted Shops" oder "TÜV Süd" - im Internet einen Hinweis auf Seriosität.

Woran erkennt man schwarze Schafe?

Wenn die gesamte Reisesumme im Voraus bezahlt werden soll, sollte man misstrauisch werden. Die Anzahlung am besten über Lastschrift leisten. Das Geld kann man acht Wochen lang zurückholen. Außerdem:

  • nie ins Ausland überweisen
  • nicht zur Buchung drängen lassen. Auch wenn angeblich nur noch ein Hotel und ein Sitz im Flieger frei ist.

Wer haftet bei einer Online gebuchten Reise?

Bei einer Pauschalbuchung haftet der Reiseveranstalter. Also wenn alle Leistungen, Flug, Transfer und Hotel über den gleichen Anbieter gebucht wurden. Dann greift auch der Schadensersatzanspruch wegen entgangener Urlaubsfreude. Also wenn der Flieger einen Tag Verspätung hatte, hat man Anspruch auf Schadensersatz für einen Urlaubstag.

Habe ich auch im Internet ein Widerrufsrecht von 14 Tagen?

Dies gilt nicht bei Flügen und Hotelbuchungen. Da hat hier der Gesetzgeber die gleiche Regelung vorgesehen wie beim Mietwagen. Also man kann nur stornieren und die Stornierung ist mit entsprechenden Kosten verbunden.

Online vertippt man sich ja schnell. Was kann ich machen, wenn ich ein falsches Datum oder einen falschen Namen eingetippt habe?

Beim Namen sind die Fluggesellschaften in der Regel kulant, aber man sollte den Irrtum schnell aufklären, also vor Reiseantritt. Beim Datum gilt: gebucht ist gebucht. Dann kann man nur noch stornieren. Also alle Eingaben penibel auf Richtigkeit überprüfen.

Wer online bucht, ist im nächsten Schritt auch oft papierlos unterwegs und hat das Ticket auf dem Handy? Wenn der Akku leer ist oder das Handy gestohlen, wird es dann schwierig?

Die Airline wird in der Regel mit gültigem Ausweis dennoch befördern. Schwierig ist es bei einer Bahnreise. Der Zugbegleiter kann das Buchungssystem nicht einsehen. Man muss sich eine Fahrpreisnacherhebung ausstellen lassen und nachträglich belegen, dass man ein Ticket gekauft hat.  Also besser immer irgendwo noch das Papierticket dabei haben.

Weitere Informationen

Studiogast

Rechtsanwalt Kay Rodegra
Schweinfurter Straße 6
97080 Würzburg
Mail: RA@rodegra-law.de
web: www.rodegra-lawe.de

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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 03.06..2019, 18:45