Kurkuma: ein Hauptbestandteil ayurvedischer Küche

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Während wir Kurkuma hauptsächlich als Gewürz, zum Beispiel im Currypulver, kennen, dient es in der ayurvedischen Medizin schon seit Jahrhunderten als Heilmittel. Der gelbe Farbstoff Curcumin gilt als reinigend und belebend.

Kurkuma verleiht dem Curry nicht nur seine typische Farbe, sondern soll Speisen auch bekömmlicher machen und die Verdauung fördern. Doch es kann noch mehr: Neue Untersuchungen zeigen, dass der gelbe Farbstoff Curcumin einen bremsenden Einfluss auf die Entwicklung von Diabetes mellitus, auf das Wachstum von Metastasen bei Krebs sowie das Absterben von Nervenzellen in Folge der Demenz haben soll. Außerdem soll es den Cholesterinspiegel senken und Entzündungen hemmen.

Das Problem: Der Wirkstoff Curcumin kann von unserem Körper nur schlecht aufgenommen werden. Es muss also in sehr hohen Dosen verabreicht werden. Doch nicht allein die Menge ist entscheidend über die therapeutische Wirkung, sondern vor allem die Qualität. Achten Sie beim Kauf von Curcumin-Kapseln auf die Bioverfügbarkeit. Viele Tabletten werden mit Zusatzstoffen gestreckt, was bei Empfindlichkeit gegen diese Stoffe zu Unverträglichkeiten führen kann. Die Bioverfügbarkeit gibt an, wie schnell und in welchem Umfang der Stoff im Blut aufgenommen wird und am Wirkort zur Verfügung steht.

So wird der Wirkstoff aufgenommen

Dhaal (Parippu) Curry
Kurkuma färbt das Essen gelb. Bild © Colourbox

Der Wirkstoff Curcumin ist fettlöslich und somit nur schwer wasserlöslich. Er kann im wässrigen Milieu unseres Verdauungstraktes also schlecht gelöst und wieder aufgenommen werden. Um ihn besser löslich zu machen, bietet es sich an, Curcumin-Präparate mit Emulgatoren zu vermischen. Emulgatoren werden auch bei der Herstellung von Mayonnaise und Eiscreme eingesetzt. Sie haben einen wasser- und einen fettlöslichen Anteil und richten sich in Wasser so aus, dass sie fettlösliche Substanzen einschließen und so im Wasser löslich machen. Auf diese Weise kann eine 4-mal höhere Bioverfügbarkeit im Vergleich zu nativem Curcumin erreicht werden. Für einen therapeutischen Ansatz ist das höchstwahrscheinlich nicht ausreichend.

Viele Hersteller bieten Curcumin-Tabletten auf Piperin-Basis an. Die Bioverfügbarkeit ist hier 20-fach höher als bei nativem Curcumin. Piperin gehört zu den Alkaloiden des schwarzen Pfeffers und hemmt im Darm Enzyme, die für die Entgiftung von Fremdstoffen zuständig sind. Es kann aber auch zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen und somit den positiven Effekt auf die Gesundheit zunichtemachen. Unser Experte Prof. Jan Frank empfiehlt Curcumin-Tabletten plus Piperin nicht zur langfristigen Therapie.

Weitere Forschungen laufen

Derzeit wird untersucht, ob Tabletten mit Mizellen-Formulierung eine bessere Wirkung erzielen könnten. Mizellen sind natürlichen Ursprungs und werden im Darm aus den fettlöslichen Nahrungsbestandteilen, wie Fettsäuren, Cholesterin und fettlöslichen Vitaminen und Gallensäuren gebildet und ermöglichen so deren Absorption im Darm.

Alternative synthetisch hergestellte Produktmizellen könnten dazu genutzt werden, um das fettlösliche Curcumin in Tabletten-Form in den Magen-Darm-Trakt zu transportieren und dadurch die wertvollen Inhaltsstoffe gezielt einzuschleusen. Der Durchschnitt der Bioverfügbarkeit, die bei Curcumin-Tabletten mit Mizellen-Ummantelung erreicht wurde, betrug einen 185-fach höheren Wert als natives Curcumin in Pulverform. Um mit nativem Curcumin eine entsprechend hohe Bioverfügbarkeit zu erhalten, müssten täglich 10 g reines Curcumin aufgenommen werden, was auf Dauer weder mit Pulver noch mit der frischen Knolle möglich wäre.

Weitere Informationen

Studiogast

Professor Jan Frank
Universität Hohenheim
Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft
Garbenstraße 28
70599 Stuttgart
Sekretariat: 0711 4592 4410
Web: www.uni-hohenheim.de

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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 28.05.2019, 18:45