Ein Glas Milch auf einem Holztisch

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zum Video Die Milch – gesundes Lebensmittel oder Krankmacher?

Für manche ist sie ein gesundes Lebensmittel, für andere der Krankmacher schlechthin. Die Ansichten über Kuhmilch gehen weit auseinander. Was Milch ist und was nicht, das haben wir Ernährungsexpertin Daniela Kirchner gefragt.

Kuhmilch und ihre Eigenschaften werden schon länger diskutiert. Warum eigentlich?

Aus meiner Sicht liegt es daran, dass beim Thema Milch verschiedene Lobbyisten zusammentreffen: In den 80er Jahren gab es ein großes Schulmilchprojekt, da wurde die Produktion kräftig angekurbelt und es diente der Milchindustrie. Heute kann man mit Pflanzenmilch mehr Geld verdienen, deshalb rückt die Pflanzenmilchlobby vor. Ebenfalls beteiligt an der Diskussion sind zunehmend auch Tier – und Klimaschützer.

Ernährungswissenschaftler zählen Milch gar nicht zu den Getränken, sondern zu den Lebensmitteln. Warum?

Milch gilt als Lebensmittel, weil sie einen hohen Energiegehalt und einen hohen Eiweißanteil hat. 100 ml Milch haben 50 kcal und enthalten 50 g Eiweiß. Alles, was proteinreich ist, ist ein Nahrungsmittel, das zu Wachstum führt. Als Getränke gelten nur Wasser, Kaffee und Tee. Auch Cola und Limonade sind keine Getränk, sondern Süßigkeiten.

Fettarm oder mit natürlichem Fettgehalt - welche ist die gesündere Variante?

Ein Kind trinkt ein Glas Milch.
Wer zu hohe Cholesterinwerte hat, sollte fettarme Milch trinken. Bild © picture-alliance/dpa

70 % des Fettes in der Milch besteht aus gesättigten Fettsäuren, die den Cholesterinwert ansteigen lassen. Wer erhöhte Blutfettwerte hat, sollte also lieber zu fettarmer Milch greifen. Wer damit kein Problem hat, kann gerne Vollmilch trinken. Ich empfehle Alpenmilch oder Weidemilch. Denn die Kühe fressen sehr unterschiedliche Kräuter und es wurde festgestellt, dass deren Milch deswegen viele gesunde Omega-3-Fettsäuren enthält.

Wie viele Milchprodukte sollte man denn am Tag zu sich nehmen? Immerhin kommen zu Milch ja auch Butter, Käse und Joghurt hinzu

Pro Tag sollte man insgesamt nicht mehr als 250 g Milchprodukte zu sich nehmen. Und das betrifft, wie Sie schon gesagt haben, nicht nur die Milch selbst, sondern eben auch noch andere Milchprodukte. Wer gerne Milchkaffee trinkt, liegt häufig über diesem Richtwert. Wegen der enthaltenen Milchsäurebakterien, die für den Darm wichtig sind, sind Joghurt, Quark oder Buttermilch gesünder als die Milch selbst.

H-Milch finden viele praktisch, aber ist sie auch gesund?

Weil H-Milch ultrahocherhitzt ist, sind bei diesem Vorgang schon viele Vitamine zerstört worden. Das Gleiche gilt auch für Frischmilch, die heute in der Regel länger als früher haltbar ist. Früher musste man Milch innerhalb von 3-4 Tagen aufbrauchen, heute hält sie bis zu 11 Tage. Milch wird sehr stark homogenisiert. Dabei werden die in der Milch enthaltenen Eiweißpartikel so zerkleinert, dass sie durch die Darmwand ins Blut gelangen können. Dann reagiert das Immunsystem. Wenn der Darm nicht intakt ist, kann das zu Entzündungen führen.

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Studiogast

Daniela Kircher
Ernährungsberatung & Coaching
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Sendung: hr-fernsehen, "Die Ratgeber", 07.06.2019, 18:45