Seit einigen Jahren sind Ralf K. und sein Kumpel Dennis Türsteher vor der "Olivia Jones Bar" auf der Großen Freiheit, der Partymeile auf der Reeperbahn in Hamburg. Das Klima hat sich verändert auf dem Kiez. Wie am Kölner Hauptbahnhof wurden auch auf der Großen Freiheit an Silvester 2015 Frauen bedrängt. "Flirten und Grabschen gab es auf dem Kiez schon immer“, sagt Ralf, der auf dem Kiez nur „Kitte“ gerufen wird. Was sich aber damals an Silvester ereignet hat, das habe auch er noch nie erlebt. „Gefühlt waren da 80 Prozent Männer auf der Großen Freiheit und kein gemischtes Publikum, wie sonst üblich.“ Dennis und Kitte sind jetzt noch wachsamer, tragen eine blaue Armbinde, damit jeder Besucher sie sofort als Türsteher und Sicherheitsmann erkennen kann. Ein Einlassverbot für bestimmte Nationalitäten gebe es in der "Olivia Jones Bar" trotzdem nicht, sagt Kitte. Mit Humor und sozialer Kompetenz versuchen Dennis und Kitte alkoholisierten und aggressiven Gästen zu begegnen. „Sie sind die Visitenkarte meiner Bar“, sagt Drag-Queen Olivia Jones. In dem Job darf man keine Angst haben. Besonders betrunkene Engländer sind für die Türsteher oft ein Problem. Der 44-Jährige hat schon so manche Messerstecherei an der Tür miterlebt. Hauptberuflich ist er Grafikdesigner für eine Motorradzeitschrift. Den Job an der Tür macht er aus Spaß. Sein Kumpel Dennis verdient sein Geld hauptberuflich als betrieblicher Sucht- und Sozialberater bei Hamburg Wasser. Er kennt den Kiez als Türsteher schon seit 17 Jahren. Die beiden Jobs zusammen schlauchen ihn sehr, tagsüber Sozialberater, abends und vor allem an den Wochenenden Türsteher auf dem Kiez. Dennis zieht diese Doppelbelastung nicht ganz freiwillig durch. Er mache das auch, um Schulden abzubauen, gibt er ehrlich zu. Für diese Reportage steht Filmautor Stefan Weiße mit Dennis und Kitte an der Tür, spricht mit Barbesitzern und anderen Türstehern. Wie gehen Dennis und Kitte mit den aktuellen Problemen auf dem Kiez um? Was macht die Türsteherszene aus? Welche Rollen spielen Gewalt, Drogen und der sogenannte „Rockerkrieg“?