"Wenn wir heiraten, dann richtig!", das war für Edwin Koch und Felix Tröndle eigentlich immer klar. Die beiden Männer sind Anfang 30 und leben seit über drei Jahren in einer Beziehung.

Als der Bundestag im Juni 2017 mit großer Mehrheit für die "Ehe für alle" stimmte, stand schnell fest, dass auch sie jetzt den Bund fürs Leben schließen wollen. Richtig heiraten, das sei nicht nur emotional etwas anderes, findet Felix: "Ich fühle mich jetzt richtig. Ich fühle mich jetzt so wie alle anderen. Ich werde anerkannt – auch vom deutschen Staat." Für eine eingetragene Lebenspartnerschaft konnten sich die beiden nie begeistern.

Jetzt, sagt Edwin, sei es keine "Ehe zweiter Klasse" mehr, sondern eine echte Gleichstellung. Inzwischen stecken sie mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Die Hochzeitstorte wird von Felix selbst gebacken. Er freut sich besonders über das Brautpaar auf der Tortenspitze: "Ich habe noch nie eine Hochzeitstorte mit zwei Männern gesehen." Für die beiden ist das auch ein Zeichen der neuen Normalität: "Wenn eine Frau und ein Mann auf der Torte sind, ist das genauso normal wie zwei Männer. Dass man den anderen liebt, muss man einfach offen zeigen.

Erst dann wird es auch für alle anderen normal." Auch Florentine und Rita wollen "ja" sagen und den Bund fürs Leben schließen. Die beiden leben seit sechs Jahren in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Doch die gefeierte Gleichstellung hat für die beiden noch immer ein großes Defizit. Denn lesbische Paare werden weiter in einem entscheidenden Punkt benachteiligt. Wenn ein Kind in eine lesbische Ehe hineingeboren wird, ist zunächst nur diejenige, die das Kind zur Welt bringt, auch rechtlich die Mutter. Ihre Partnerin muss sich ihren legalen Status als Mutter erst noch erkämpfen.

Sendung: hr-fernsehen, Engel fragt, 03.07.2019, 21:45 Uhr