Sexismus sei die DNA des Rap, heißt es oft in der Szene. Während anderswo frauenverachtende oder homophobe Sprüche geschäftsschädigend sein können gilt er im Rap als Erfolgsgarant. Doch mittlerweile gibt es immer mehr kritische Stimmen aus der Szene selbst, die sich dagegen wehren, dass diskriminierende oder frauenverachtende Zeilen als "Kunst" beschwichtigt werden. Immerhin handelt es sich beim Deutschrap um das derzeit erfolgsreichste Musikgenres.

Als die Musik der diskriminierten Minderheit schwappte der Sprechgesang in den 80er Jahren nach Deutschland. Mit dem kommerziellen Erfolg rücken aber auch die oft frauenverachtenden, homophoben und antisemitischen Inhalte in den Vordergrund. Was steckt hinter den Zeilen, in denen es um Bitches, Schwuchteln und Hurensöhne geht?

Warum werden gerade diese Songs so erfolgreich, während in anderen Bereichen Diskriminierung und Sexismus eher geschäftsschädigend sind? Warum hören Frauen diese Songs, und wie kommt es, dass auch Rapperinnen selbst dieses Frauenbild übernehmen? Geht es wie so oft im Popbusiness um eine weitere Stufe der Provokation oder geben die Inhalte der Songs auch die Haltung der Musiker wider?

Anne Chebu macht sich auf die Suche nach Antworten, bei Rappern, Fans und denjenigen, die diese Entwicklung im Rap seit Jahren beobachten.


Sendung: hr-fernsehen, "Engel fragt", 14.01.2021, 21:45 Uhr