Keiner muss mehr heiraten, aber immer mehr haben Lust darauf. Die Sehnsucht nach einer stabilen Bindung wächst, und der Hochzeitsmarkt floriert. Wer kann, gestaltet seine Hochzeit aufwändig, glanzvoll und individuell.

So wird für viele Paare der schönste Tag im Leben zum perfektionistischen Kraftakt. Die brillante Dekoration, umwerfende Brautkleider, einmalige Eheringe, abgefahrene Location – es wimmelt von Angeboten. Da ist es kein Wunder, wenn die Romantik im Planungsstress auf der Strecke bleibt. Kristin Dorst, Hochzeitsplanerin, kann ein Lied davon singen: "Wenn man alles perfekt haben will, ist die Gefahr groß, dass man enttäuscht wird."

Probedurchlauf mit dem Brautpaar und Pfarrer Leischner im Dom.
Probedurchlauf mit dem Brautpaar und Pfarrer Leischner im Dom. Bild © hr/mdr/werkblende

Eigentlich sollte die Kirche von diesem Hochzeitsboom profitieren, ist sie doch Spezialistin für feierliche Rituale. Aber die herkömmliche Hochzeitszeremonie ist im Wandel. Ausgefallen soll es heute sein, und so sehen sich Pfarrerinnen und Pfarrer mit ungewöhnlichen Wünschen konfrontiert. Maria und Tobias etwa wollen im reformiert-evangelischen Dom zu Halle heiraten, und ihr Hund soll an der Trauung teilnehmen. Dom-Pfarrerin Dr. Jutta Noetzel ist es bei allem Verständnis wichtig, dass der kirchliche Raum nicht zur Kulisse verkommt.

Der Film begleitet Maria und Tobias von den akribischen Vorbereitungen bis zu ihrem großen Tag. Ihre Geschichte wird ergänzt durch die Berichte von Brautausstattern und Eventplanern. Theologen und Soziologen reflektieren, was das "Projekt Traumhochzeit" über uns und unsere Zeit aussagt.

Ein Film von Anja Krußig