"Das Geräusch, wie die Knochen zerbersten, vergesse ich nie", sagt Lokführer Meinhard Bahr, der bereits zwei Mal einen Menschen überfuhr. Der ehemalige Fußball-Nationaltorwart Robert Enke ist der wohl bekannteste Deutsche, der seinem Leben ein Ende setzte, indem er sich vor den Zug legte. Insgesamt töten sich in Deutschland jedes Jahr etwa 10.000 Menschen. Das sind fast dreimal so viele, wie durch Verkehrsunfälle sterben. Der Großteil erhängt sich, der "Schienentod" ist die fünfthäufigste Todesursache.

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Wer sich psychisch instabil fühlt, sollte sich diese Reportage nicht anschauen!

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Philipp Engel geht der Frage nach dem „Warum“ nach. Er will herausfinden, was Menschen bewegt, sich umzubringen, und warum ausgerechnet so selbstzerstörerisch? Wieso ist die Selbsttötung für manche Menschen der letzte Ausweg? Was tun sie ihren Hinterbliebenen damit an? Warum ist es als depressiver Mensch so schwer, Hilfe zu holen? Und wie kann es dennoch gelingen? Er trifft Mario Dieringer. Er ist doppelt Betroffener. Seinen eigenen Suizidversuch hat er überlebt, seinen Partner aber hat er durch Selbsttötung verloren.

Beide steckten in einer schweren psychischen Krise, wie die meisten suizidalen Menschen. Oft aber ist sie nicht in ihrem lebensgefährlichen Ausmaß wahrzunehmen, denn viele verheimlichen ihre Depression, trauen sich nur mit engsten Angehörigen darüber zu sprechen - so wie Dieringers Partner. Denn in unserer Gesellschaft wird - auch zehn Jahre nach Enkes Tod - Depression noch immer mit Schwäche gleichgesetzt und gilt als Tabu. Auch junge Menschen behalten ihre Probleme oft bei sich. Unter Jugendlichen geht fast jeder achte Todesfall auf Selbsttötung zurück.

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Hilfsangebote zur Suizidprävention

Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und auch geheilt werden. Hier finden Sie Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige.

Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei und anonym erreichbar unter der bundeseinheitlichen Telefonnummer: 0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222.

Um die Anonymität der Anrufer zu wahren, ist die Übermittlung der Rufnummer gesperrt und wird somit in keinem Display der Telefonseelsorge angezeigt. Anrufe bei der Telefonseelsorge werden auch im Einzelverbindungsnachweis nicht aufgeführt.

Auch im Internet kann die Telefonseelsorge kontaktiert werden unter: www.telefonseelsorge.de

Weitere Informationen zu Hilfsangeboten – beispielsweise Selbsthilfegruppen – finden sich auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: www.suizidprophylaxe.de

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Zum Artikel auf hr-inforadio.de Engel fragt: Warum werfen sich so viele Menschen vor den Zug?

Philipp Engel
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Engel fragt jetzt auch als Podcast!

Sendung: hr-fernsehen, "engel fragt", 27.11.2019, 21:45 Uhr