Bislang konnte man die Briefe der Krankenkassen zum Thema "Organspende-Ausweis" ungelesen im Mülleimer verschwinden lassen und eine Entscheidung auf "irgendwann" verschieben.

Jetzt aber plant Gesundheitsminister Jens Spahn, alle automatisch zu Organspendern zu machen, es sei denn, man widerspricht der Entnahme von Organen zu Lebzeiten aktiv und ausdrücklich. Wird seine Idee Gesetz, wären alle gezwungen, sich sehr aktiv mit dieser unangenehmen Frage auseinanderzusetzten. Hat der Staat das Recht, den Bürgern eine solche Entscheidung aufzuzwingen?

Wie soll man sich entscheiden? Wer garantiert, dass mit den Organen kein Schindluder getrieben wird? Warum muss das Herz noch schlagen, wenn die Organe entnommen werden? Und spürt man dann wirklich nichts mehr? Kann der Mensch dann noch in "Ruhe" sterben? Und wären umgekehrt Menschen, die gegen Organspende sind, bereit, im Falle einer eigenen Krankheit ihrerseits auf die Organe anderer Menschen zu verzichten?

Für die Reihe "Engel fragt" macht sich Philip Engel auf die Suche nach Antworten auf existenzielle Fragen - bei Organspende-Gegnern, im Transplantationszentrum und bei Organempfängern.

Sendung: hr-fernsehen, Engel fragt, 24.04.2018, 21:45 Uhr