Der 10.000 Hektar große Seulingswald an der Grenze zu Thüringen ist charakterisiert durch den Bergbau, der hier überall seine Spuren hinterlassen hat, und durch die Autobahn, die das Waldgebiet durchschneidet.

Erlebnis Hessen: Unbekannter Seulingswald

Ein früher Herbstabend im Seulingswald. Jungförster Johannes Thomas und der "alte Fuchs" Wilhelm Weber wollen gleich Hirsche beobachten, sich anschleichen, ganz dicht ran. Es ist Brunftzeit des Rotwildes und Hochsaison für die Jagd. "Auf die Pirsch" gehen will gelernt sein, und Wilhelm Weber ist ein Meister auf diesem Gebiet. Johannes Thomas bekommt hier im Seulingswald den letzten Schliff, meist bei Iris Beisheim, der Försterin im Revier Bengendorf. Försterausbildung in einem Wirtschaftswald. Der Seulingswald ist charakterisiert durch seine Lage an der Grenze zu Thüringen, der früheren Zonengrenze, durch den Bergbau, der hier überall seine Spuren hinterlassen hat, und durch die Autobahn, die das Waldgebiet durchschneidet. Johannes Thomas, der Forsteleve, stammt vom Meißner, er möchte später auch gern im Hessischen arbeiten. Viel Theorie hat er von der Universität mitgebracht, jetzt „lernt er Wald“: Bäume markieren, geschlagenes Holz aufmessen, protokollieren und elektronisch weitergeben, Hochsitze kontrollieren, Pläne erstellen für Wirtschaftsmaßnahmen.

Der 10.000 Hektar große Seulingswald ist wohl das unbekannteste der hessischen Waldgebiete. Dabei kam schon Martin Luther hier durch, auf dem Weg nach Worms, mittendrin fand man jüngst eine von überhaupt nur zwei in Hessen dokumentierten Wolfsgruben, in denen früher Wölfe gefangen wurden, hier findet man noch einige der selten erhaltenen Hohlwege, über die früher die Kutschen auf den alten Fernwegen fuhren. Bei den Filmaufnahmen wird überdies in einem alten Bergwerksstollen das Höhlentier des Jahres 2018 entdeckt: der schwarze Schnurfüßer. Ein vielseitiger Forst, dieser Seulingswald, findet auch Jungförster Johannes Thomas.

Bergbaugeschichte im Seulingswald und in Nentershausen

Erlebnis Hessen: Unbekannter Seulingswald

Der Seulingswald ist Bergbauregion bis heute. Unübersehbar thront über dem Wald das wohl markanteste Symbol der Region: Der Monte Kali im Osten bei Heringen. Seit 1973 schüttet hier das Bergbauunternehmen K+S, der weltweit größte Salzproduzent, jährlich bis zu 200 Millionen Tonnen Abraum zu einem riesigen weiß-grauen Berg auf. Im 20. Jahrhundert wurde die Region zu einem der größten Kali- Abbaugebiete Deutschlands. Alte Loren wie in Herfa erinnern an die Anfänge des Bergbaus. Nicht weit entfernt, in Nentershausen, geht die Bergbautradition sogar zurück bis ins späte Mittelalter. Kupferschiefer, Kobalt, Erz und Schwerspat wurden hier aus der Tiefe geholt. Erst 1966 wurde der Abbau in den Schächten und Gruben eingestellt. Mitten im Ort haben sie den Bergbau-Pionieren ein Museum gebaut.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Heimat und Bergbaumuseum e.V. in Nentershausen
Ruhl 2
36214 Nentershausen
Telefon: 06627 8168
Internet: www.bergbaumuseum-nentershausen.de

Öffnungszeiten
Von Karfreitag bis 31. Oktober jeden Sonn- und Feiertag 13 bis 17 Uhr

Eine Gruppenführung ist jederzeit nach telefonischer Vereinbarung möglich:
Telefon: 06627 274 oder 06627 919591 oder 06627 8168

Heute kann man die Geschichte des Bergbaus bei einem Besuch im Werra-Kalibergbau- Museum oder den Monte Kali besuchen , sozusagen "Eine Bergtour mit Weitblick".
Internet: https://www.kalimuseum.de/monte_kali/der_monte_kali_besondere_bergtour_mit_weitblick.html

Besichtigungen sind für Gruppen und Einzelbesucher vom 01. März bis 31. Oktober nur nach Voranmeldung im Werra-Kalibergbau-Museum möglich:

Werra-Kalibergbau-Museum
Dickesstraße 1
36266 Heringen
Telefon: 06624 5127
Internet: www.kalimuseum.de
Mail: info@kalimuseum.de

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Alte Bergbaustollen und seltene Höhlentiere

Erlebnis Hessen: Unbekannter Seulingswald

Im Richelsdorfer Gebirge in der Gegend rund um Nentershausen gibt es zahlreiche stillgelegte Stollen und Gruben, die noch bis 1966 in Betrieb waren. Das Klima in diesen alten Schächten ist für Fledermäuse und Höhlentiere optimal. Hier ist es das ganze Jahr über dunkel, feucht und es herrschen konstante Temperaturen. Höhlenforscher Stefan Zaenker und seine beiden Begleiter, die Naturfotografen Marko König und Klaus Bogon haben sich eine Exkursion in den Lehmannstollen vorgenommen, und sind auf der Suche nach seltenen Höhlentieren und bedrohten Fledermausarten. Zackeneule, eine seltene Nachtfalterart , Höhlenspringschwanz und Höhlenflohkrebs entdecken sie nach wenigen Metern, später auch eine Raubglanzschnecke, eine Rote Listen Art. Einige Tiere nehmen die Naturschützer mit, um sie zu Hause genauer zu bestimmen und zu erforschen.

Viel Zeit bleibt ihnen nicht, Licht und Wärme stören den Winterschlaf der Braunen Langohr Fledermäuse, die sie in einem Gang finden. „Fledermäuse brauchen eine Dreiviertelstunde um aufzuwachen aus ihrem Winterschlaf und verbrauchen dabei eine große Menge an Energie. Kommt das mehrmals vor, fehlen ihnen die Fettreserven, um das Frühjahr zu erleben“, erklärt Stefan Zaenker. Und dann haben die 3 Forscher noch richtig Glück: am Ende ihrer Exkursion finden sie tatsächlich eine echte Besonderheit: den schwarzen Schnurfüßer, das Höhlentier des Jahres 2018! Er ist mit 1,7 Metern pro Minute der schnellste Schnurfüßer, der in Deutschland vorkommt!

Seit 2003 führt der Nabu Hersfeld zusammen mit den Höhlenforschern eine Zählung der Feldermäuse in den Winterquartieren durch. Außerdem gibt es im Sommer Feldermauswanderungen für Kinder und Erwachsene. Entsprechende Angebote gibt es auf der NABU Hersfeld Homepage. Wer also Lust hat sich an Fledermauszählungen zu beteiligen oder Fragen zu Fledermäusen hat, wendet sich an Marko König vom NABU Bad Hersfeld.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

NABU Bad Hersfeld  e.V.
Internet: www.nabu-bad-hersfeld.de

Ansprechpartner:
Marko König
Fledermausexperte, Naturfotograf
Sonnenblick 1
36251 Bad Hersfeld
Tel:  06621-794438
Email: markokoenig@yahoo.de
Internet: www.koenig-naturfotografie.com

Höhlenforscherclub Bad Hersfeld e.V.
Ansprechpartner:
Stefan Zaenker
Höhlenforscher, Höhlentierexperte, Fledermausexperte
Königswarter Str. 2a
36039 Fulda
Telefon: 0661 9529367
Mail: webmaster@hfc-hersfeld.de
Internet: www.hfc-hersfeld.de

Mehr über Höhlentiere und das Höhlentier des Jahres 2018 erfahren Sie auf der Seite:
https://hoehlentier.de/

Tier- und Naturfotograf
spezialisiert auf Kleinsäuger, Amphibien, Reptilien, Insekten Mollusken, Pflanzen und Biotopaufnahmen.

Klaus Bogon
Am Rasen 3
36205 Sontra
Telefon: 05653 9174587
Mail: klaus.bogon@t-online.de
Internet: www.bogon-naturfoto.de

Fledermaus-Notfall
Arbeitsgemeinschat für Fledermausschutz Fulda e.V.
Stefan Zaenker und Marko König sind ehrenamtliche Mitglieder.
Mail: info@fledermausschutz-fulda.de
Internet: www.fledermausschutz-fulda.de/notfall.html

Für weitere Fledermausfunde außerhalb des Landkreises Fulda wenden Sie sich bitte an das Fledermaus-Infotelefon des NABU Landesverbandes Hessen, Petra Gatz (06441 6790425; Mail: petra.gatz@nabu-hessen.de) oder das bundesweite Fledermaustelefon des NABU, wo Sie an die zuständigen regionalen Fledermausschützer weitervermittelt werden.

Sprechzeiten des bundesweiten Fledermaustelefons:
Telefon: 030 2849845000
Mai - Montag bis Freitag: 10 bis 16 Uhr
Juni bis August - Montag bis Freitag: 10 bis 16 Uhr und 19 bis 21 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage: 11 bis 13 Uhr und 17 bis 19 Uhr
September bis April - Montag bis Freitag: 10 bis 16 Uhr

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Rettungshundestaffel Hersfeld-Rotenburg im Seulingswald

Erlebnis Hessen: Unbekannter Seulingswald

Ein Samstagmorgen im Seulingswald. Die Führer und Hunde der Rettungshundestaffel Hersfeld-Rotenburg machen sich fertig fürs wöchentliche Training. Ausbilderin Patricia Haberzagl mit Hündin Jura ist als erste dran: die Weste mit dem roten Kreuz und  der Aufruf „Such und hilf“ sind für den Hund das Startzeichen. Witterung aufnehmen und los geht es.

Jura durchstreift systematisch das Gelände. Mit ihrer feinen Nase kann sie Gerüche von Reh, Wildschwein und Mensch genau unterscheiden. Die Aufgabe ist nicht so leicht. Die vermisste Person hat sich in einem der Bombenkrater im Seulingswald versteckt, da bleibt die Witterung hängen, breitet sich schlechter aus. Doch Jura ist Profi. Durch Bellen zeigt sie ihrer Hundeführerin die gefundene Person an. Im Ernstfall würde jetzt die Arbeit des Sanitätshelfers beginnen, der ebenfalls zur Hundestaffel gehört. Insbesondere bei Dunkelheit und schwer zugänglichen Suchgebieten sind die Hunde den menschlichen Suchkräften überlegen, denn sie wittern vermisste Personen schon auf große Entfernung.

Die Ausbildung des Rettungshundes dauert etwa zwei Jahre und schließt mit einer Prüfung ab. Die muss alle 18 Monate wiederholt werden, eine Art TÜV für Hund und Halter. Nicht jeder Hund kann zum Rettungshund ausgebildet werden: er muss Menschen lieben, geländegängig sein, keine Aggressionen haben und gut motivierbar sein. Durch Futter oder Spielzeug.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Rettungshundestaffel Hersfeld-Rotenburg
Deutsches Rotes Kreuz - Kreisverband Rotenburg e. V.
Alte Wiese 6
36199 Rotenburg a. d. Fulda
Internet: www.rettungshundestaffel-rotenburg.de

Ansprechpartner:
Dirk Krapf
Auf dem Schilderskopf 1a
36179 Bebra
Telefon: 06622 915496

Im Notfall: Leitstelle Hersfeld- Rotenburg
Telefon: 06621/19222

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Durch den Seulingswald auf den Spuren Luthers wandern

Erlebnis Hessen: Unbekannter Seulingswald

Über 400 Kilometer beträgt die Gesamtstrecke des Lutherwegs. Er verläuft durch fünf Bundesländer: Sachsen, Sachsen- Anhalt, Thüringen, Bayern und Hessen. Der Großteil, 320 Wanderkilometer, liegen in Hessen. Der Lutherweg orientiert sich in seinem Verlauf an der Reiseroute Martin Luthers zum Reichstag nach Worms und zurück zur Wartburg bei Eisenach in Thüringen.

Aus Thüringen kommend überschreitet der Lutherweg die hessische Grenze in Berka an der Werra. Von dort aus kommen  Wanderer vorbei an der riesigen Abraumhalde Monte Kali von K+S bei Heringen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze in das Gebiet des Seulingswaldes.

In unserem Film läuft die Familie des Jungförsters Johannes Thomas einen Abschnitt, den Martin Luther vermutlich bei der Rückreise vom Reichstag in Worms zur Wartburg gewählt hat. Vom kleinen Örtchen Kathus geht es nach Friedewald, vorbei am Kathuser Seeloch, das heute ein Naturdenkmal ist. Ein Stückchen weiter auf dem Lutherweg ganz im Süden des Seulingswaldes liegt das Wasserschloss Friedewald. Die Burg aus dem späten 15. Jahrhundert war Verwaltungssitz und Jagdschloss der hessischen Landgrafen. Heute befinden sich das Heimatmuseum und ein Nobelhotel in den angrenzenden Schlossgebäuden.

Dann geht es mitten durch den Seulingswald. Im Wald versteckt liegen die wieder ausgegrabenen Grundmauern einer Kirche. Sie gehörte zum mittelalterlichen Dorf Hammundseiche. Als die Bewohner das Dorf im Wald aufgaben, sollen sie Friedewald gegründet haben.

Ganz in der Nähe liegt das Nadelöhr. Ein alter Stein, an dessen Stelle früher mal eine hohle Eiche stand. Handelsreisende sollen hier durch geklettert sein. Ein Brauch, der auf der langen Reise schützen sollte. Weiter geht es in Richtung Mahnmal Bodesruh, ein Aussichtsturm direkt an der ehemaligen DDR Grenze. Vom Aussichtsturm hat man einen Blick über das Thüringer Becken und den Monte Kali. Bei guter Sicht und mit Fernglas im Gepäck kann man in der Ferne bereits die Wartburg erkennen. Insgesamt sind es von Kathus bis zum Mahnmal Bodesruh etwa 22 Kilometer Wegstrecke.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Lutherweg in Hessen e.V.
Alsfelder Straße 1 
36329 Romrod
Telefon: 06636 9189630
Mail: info@lutherweg1521.de
Internet: www.lutherweg1521.de

Gesamtkarte & Weg-Etappen Lutherweg in Hessen e.V.
Internet: www.lutherweg1521.de/lutherweg-1521/wegeverlauf/gesamtkarte-weg-etappen/

Lutherweg Deutschland
Deutsche Lutherweg-Gesellschaft e.V.
Collegienstraße 62
06886 Lutherstadt Wittenberg
Sekretariat: Daniela Straach
Telefon: 03491 466110
Mail: info@lutherweg-gesellschaft.de
Bürozeiten: Di und Do, 12:45 bis 14:45 Uhr
Internet: www.lutherweg.de

Wasserschloss Friedewald
Heimatmuseum mit Wasserburg
Schloßplatz 2
36289 Friedewald
Telefpm: 06674 8459
Internet: www.museum-friedewald.de

Das Museum ist vom  1. April  bis zum 31. Oktober geöffnet.

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Freitag: von 13:00 bis 17:00 Uhr
Samstag und Sonntag: von 13:00 bis 17:00 Uhr
Montag und Dienstag ist Ruhetag

Kathuser Seeloch
Neben dem Lutherweg verläuft auch der Kathuser Rundwanderweg K1 mit 8,7 Kilometer Länge entlang des Sees. Er führt vorbei an der Fliegergedänkstätte zur Luftschlacht über dem Seulingswald  Ludwigsau.
Internet: www.kathus.de/seeloch.html

Informationen zum Kathuser Rundwanderweg K1
Internet: www.sv-kathus.de/rundwanderweg-k-1/

Mahnmal Bodesruh
Internet: www.bodesruh.de

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Edelkrebs, Bitterling und Teichmuschel

Erlebnis Hessen: Unbekannter Seulingswald

Michael Herzog und Bernd Sauer sind um ihre Arbeit nicht zu beneiden: in Wathosen kämpfen sie sich durch den Schlamm  eines alten Karpfenteichs im Wildecker Forst. Immer im Herbst machen sie hier Inventur. Was sie nicht im Matsch finden, finden sie im Auslaufgitter: seltene Muscheln, Schnecken, Krebse. Der Edelkrebs steht in Deutschland auf der Roten Liste, seine Bestände sind durch die Krebspest , die mit amerikanischen Krebsen eingeschleppt wurde, dezimiert. Im Karpfenteich leben noch Tiere, die anderswo schon ausgestorben sind. Was hier gefangen wird, setzen Herzog und Sauer später in Bächen und Teichen im Seulingswald aus. Bitterlinge zum Beispiel, die ihre Eier in die große Teichmuschel legen, einen Parasiten, dessen Larven sich an Fische anheften. Der Bitterling kann ohne Muschel nicht leben, die Muschel ist auf die Fische angewiesen. Ein gutes System, dass Michael Herzog von HessenForst und Bernd Sauer vom Nabu mit ihrer Arbeit maßgeblich unterstützen.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Das Waldpädagogische Angebot des Forstamts Rotenburg an der Fulda:
https://www.hessen-forst.de/forstamt-rotenburg-angebote-waldpaedagogik-und-forstliche-umweltbildung-3522.html

Ansprechpartner für das Waldpädagogische Angebot ist:
Wolfgang Adam erreichbar unter
Telefon: 06623 920228
Telefon: 06623 920240
Mobil: 0160 5340 538

Adresse:
HessenForst
Forstamt Rotenburg
Friedenstraße 14
36199 Rotenburg/F.
Telefon: 06623 92020
Mail: ForstamtRotenburg@forst.hessen.de

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Sendung: hr-fernsehen, "Erlebnis Hessen - Unbekannter Seulingswald", 30.01.2018, 20:15 Uhr