Weithin sichtbar erhebt es sich über der Altstadt und dem Lahntal: das Landgrafenschloss in Marburg. Seit Jahrhunderten, so scheint es beinah unverändert. Der Schlossberg hat eine Höhe von 287 Metern – eine gute Ausgangslage für die Errichtung einer mittelalterlichen Burg.

Aber so mancher Besucher stöhnt, wenn er heute die vielen steilen Treppen und engen Gässchen der Marburger Oberstadt zu Fuß erlaufen muss, bis er das Landgrafenschloss erreicht. Doch oben angekommen belohnt der Blick auf die romantische Altstadt und die Lahnberge. Als "Wiege Hessens" gilt die Stadt an der Lahn, weil Heinrich, ein Enkel der Heiligen Elisabeth, hier im 13. Jahrhundert nach dem Erbfolgekrieg mit Thüringen als erster hessischer Landgraf seine Residenz nahm.

Die Bemühungen um Anerkennung und letztendlich der Erfolg spiegeln sich entsprechend auch in umfangreichen Ausbau des Schlosses zur Residenz und Festung wider, die den Anspruch der Landgrafen auch nach außen dokumentieren sollten.

Wie kein anderer prägte später Landgraf Philipp das Land Hessen: bereits 1524 führte er die Reformation in Hessen ein, ließ Klöster schließen, baute Schulen und Hospitäler und gründete die erste Universität in Hessen. Durch ihn wurde Hessen zu einem Zentrum der Reform, die nahezu alle Bereiche des öffentlichen Lebens verändern sollte und bis heute nachwirkt. Seine wichtige Funktion als eine der Hauptresidenzen der Landgrafen von Hessen verlor das Marburger Schloss im Jahr 1604 mit dem Tod von Landgraf IV, der kinderlos verstarb.

Öffnungszeiten sollten wegen Corona auf der jeweiligen Internetseite nachgeschaut werden.

Von der kleinen Höhenburg zum repräsentativen Schloss

In der Bauentwicklung des Marburger Landgrafenschlosses spiegeln sich deutlich die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen nach Reformation, Dreißigjährigen Krieg und anderen Ereignissen wider.
So ist das Schloss neben seiner historischen Bedeutung als Residenz auch von großem kunst- und bauhistorischem Interesse.

Lange Zeit glaubte man, das Schloss sei im 12. Jahrhundert auf einem massiven Felsen errichtet worden. Bei den Grabungen vor 20 Jahren stieß man überraschenderweise auf alte Mauern und Ruinen unterhalb des Schlosses – die Überreste einer bislang unbekannten "ersten Marburg".

Das Schloss als Exponat

Nach einer wechselvollen Geschichte als Residenz, Gefängnis und Staatsarchiv dient das Landgrafenschloss heute als Museum für Kunst und Kulturgeschichte.

Weitere Informationen

Kontakt

Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Ernst-von-Hülsen-Haus
Biegenstraße 11
35037 Marburg

Maria Katz,
Sekretariat/Verwaltung

Telefon: 06421/28-22355
Fax: 06421/28-22166
Infos unter: www.uni-marburg.de
oder www.marburg.de

Öffnungszeiten Schloss
April bis Oktober Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr,
November bis März Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 16:00 Uhr
An und nach Feiertagen: Sonderregelung

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Burgruine Weißenstein in Wehrda

Nur wenige Kilometer von Marburg entfernt liegt versteckt im Wald die Ruine der Burg Weißenstein. In ihrem Bau weist sie viele Parallelen zur ursprünglichen Kernburg des Marburger Schlosses auf. Bei Grabungen fand man ähnliche Relikte, wie Spielsteine, Keramik und altes Werkzeug.

Da der Burgplatz nicht überbaut wurde, konnten Archäologen hier Grabungen durchführen und so die Geschichte früher Burganlagen exemplarisch erforschen. Wer hier auf Burg Weißenstein lebte ist dennoch unbekannt – wie hier aber vermutlich gelebt wurde, können die Wissenschaftler anhand der Grabungen und Fundstücke in weiten Teilen rekonstruieren.

Weitere Informationen

Kontakt

Infos unter: www.marburg-wehrda.de

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Schloss Rauischholzhausen in Ebsdorfergrund

Sie waren betucht und bewiesen einen guten Geschmack – die Industriellenfamilie von Stumm aus dem Saarland, die sich zwischen 1871 bis 1876 das auffällige Schloss im Stil des Historismus erbauen ließ. Bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts lebten die von Stumms in dem mittelhessischen Dorf. In einem Gebäude, das von seiner Architektur her leicht auf die britische Insel verortet werden kann. So wirkt der Bau in dem riesigen Areal wie eine Theater- oder Filmkulisse. Und tatsächlich fanden im Park, der von den Erbauern im englischen Landschaftsstil angelegt wurde, lange Jahre Theateraufführungen statt.

Einen echten Stumm trifft man im Schloss schon lange nicht mehr an. Die Familie musste ihr prachtvolles Anwesen im Zuge der Weltwirtschaftskrise verkaufen. Jetzt sind hier häufig Professoren und junge Wissenschaftler zu Gast. Das Schloss gehört dem Land Hessen, das der Uni Gießen die Nutzung überlassen hat.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Zwischen Mai und Dezember gibt es einmal im Monat einen "afternoon-tea-Nachmittag", Termine werden auf der Internetseite veröffentlicht.

Informationen bei Faber-Management im Schloss Rauischholzhausen:
Telefonisch: 06424/301100
E-Mail: rauischholzhausen.schloss-hotel@uni-giessen.de
oder Infos unter: www.faber-management.de

Das Tagungshotel kann auch für private Veranstaltungen gebucht werden.

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Rittergut Elmshausen bei Biedenkopf

13 eigene Pferde, 20 untergestellte Tiere, 130 Reitschüler, die ihre Runden drehen. Ritter sind hier längst nicht mehr anzutreffen, und die prächtigen Zeiten, als das Gut noch ein schmucker Adelssitz war, sind auch längst Geschichte. Joachim Ohm-Winter und seine Frau leben und bewirtschaften das Gut nun seit 25 Jahren.

Für den Agrar-Ingenieur ist das Erbe eine lebenslange Herausforderung: ein riesiges Herrenhaus in Eigenregie zu restaurieren, da stießen die Ohm-Winters an ihre Grenzen. Das Herrenhaus ist heute ein "normales" Wohnhaus mit Dämmung und Rigipsplatten an den Wänden, die Wohnungen sind vermietet. Nur im Wohnzimmer der Besitzer ist noch ein wenig von dem alten Fachwerk-Flair zu spüren.

Der gesamte Hof steht heute unter Denkmalschutz – Last und Lust der Eigentümer, die die ländlich idyllische Lage ihres Besitzes optimal nutzen, um das Erbe ihrer Vorfahren auch für die nächste Generation zu erhalten: ihr Reiterhof hat schon mehrere Auszeichnungen für tiergerechte Haltung bekommen.

Weitere Informationen

Kontakt

Dipl.-Ing. agr. Joachim Ohm-Winter
Rittergut Elmshausen
35232 Dautphetal-Elmshausen

Telefon: 06466/6170
E-Mail: info@rittergut-elmshausen.de
Infos unter: www.rittergut-elmshausen.de

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Hof Fleckenbühl in Cölbe

Einst hatten hier die "Herren von Fleckenbühl" ihren Sitz – das ist lange her. Aus dem ehemaligen Rittergut wurde ein Baudenkmal und – Lebensraum für rund 120 Menschen: Alleinstehende und Paare, Männer und Frauen – teilweise mit Kindern –, Senioren und Jugendliche. Sie alle haben eines gemeinsam – sie sind suchtkrank. Hier lernen sie in einer Gemeinschaft zu leben und zu arbeiten – clean, ohne Drogen, Alkohol und Medikamente.

Ärzte und Therapeuten gibt es auf Fleckenbühl nicht. Doch nicht jeder, der auf den Hof kommt, schafft den Ausstieg aus der Sucht. Mehr als 2/3 scheitern bereits in den ersten Wochen. Den anderen aber ist Fleckenbühl ein Zuhause geworden.

Bevor der Hof 1984 von der Selbsthilfeorganisation Synanon gekauft wurde, war das Anwesen heruntergekommen, die Gebäude marode – vom einstigen Adelssitz zeugten nur noch wenige Relikte. Jahrelang wurde grundlegend saniert und renoviert, bis der alte Bau ganz neuen Bewohnern zur Heimat wurde.

Weitere Informationen

Kontakt

Hof Fleckenbühl
Fleckenbühl 6
35091 Cölbe

Telefon: 06427/9221-0
Fax: 06427/9221-150
E-Mail: info@diefleckenbuehler.de
Infos unter: www.diefleckenbuehler.de

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Schloss Breidenstein bei Biedenkopf

Wenn Georg von Breidenbach und sein Cousin, Dr. Heinrich Jung eine Runde durch ihr Schloss und den angrenzenden Park drehen, sind sie für einige Stunden unterwegs. Zum einen, weil sie überall an Geschichten aus ihrer gemeinsam im Schloss erlebten Kindheit erinnert werden, zum anderen, weil den geschulten Blicken der Schloßbesitzer keine neuen Mängel entgehen. Hier der Putz, der abblättert, dort ein Fenster, das schief hängt, eine lockere Platte am gerade erst restaurierten Rondell im Garten.

Ihre gesamte Energie fließt in die Unterhaltung des Gutes, in dem ihre Familie seit 700 Jahren zu Hause ist. Auf die sind die beiden besonders stolz. Da gab es den Vorfahr Bernhard von Breidenbach, der 1446 einen Reisebericht über seine Pilgerreise nach Jerusalem drucken ließ. Ein anderer, Carl Wilhelm von Breidenbach, führte Goethe durch Schloss und Ländereien. Diesem Erbe fühlen sich die beiden Cousins, von denen einer einen Teil des Schlosses bewohnt, verpflichtet. Und setzen alles daran, dass auch ihre Kinder und Enkel sich genauso mit dem Haus und seiner Geschichte identifizieren.

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Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen.

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Schloss Dörnberg und der Junker-Hansen-Turm

Es ist der größte Fachwerkrundbau der Welt und schaffte es so bis ins Guinnessbuch der Rekorde! 50 Meter misst der Junker-Hansen-Turm in Neustadt bei Marburg, und die Neustädter sind so stolz auf ihre Geschichte, dass einige von ihnen Jahr für Jahr in die Rollen des Junkers und des Baumeisters, Jakob von Ettlingen, schlüpfen, um die Abenteuer des umtriebigen und gerissenen Junkers zu erzählen. Der hatte im Dienst des Marburger Landgrafen die Regierungsgeschäfte für die Region übernommen und war über viele Jahre der mächtigste Mann in Hessen. Skrupellos soll er seinen Reichtum vermehrt haben, wurde in Neustadt zwar bewundert, aber nicht beliebt. Das damalige Stadtoberhaupt musste dem ungeliebten Junker die Treue schwören.

Heute wird das Schloss als Rathaus genutzt. Wobei der aktuelle Bürgermeister es doch deutlich besser hat, als sein Vorgänger im 15. Jahrhundert. Einen prächtigen Dienstsitz im Schloss, aber keinen Junker in der Nähe, der ihm das Leben schwer macht.

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Kontakt

Besichtigung des Junker-Hansen-Turmes jeden ersten Sonntag in den Monaten März bis November von 15:00 bis 17:00 Uhr.

Wegen Besichtigungen außerhalb dieser Zeiten bitte an den Magistrat der Stadt Neustadt wenden:
Ritterstraße 5-9
35279 Neustadt (Hessen)

Telefon: 06692/89-0
E-Mail: magistrat@stadt-neustadt-hessen.de
Infos unter: www.stadt-neustadt-hessen.de

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Weitere Informationen

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an

Redaktion "Erlebnis Hessen"
Hessischer Rundfunk
Studio Kassel
Telefon: 0561/31 04 - 120
Fax: - 305

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Sendung: hr-fernsehen, "erlebnis hessen", 07.07.2020, 22:30 Uhr