Von den "Wolkenbrüchen" im nordhessischen Trendelburg über den Lahnmarmor-Steinbruch im Westen Hessens bis zur Sandsteppe im südlichen Viernheim: Hessen hat eine beeindruckende Vielfalt an Naturschätzen vorzuweisen.

Von der Teufelshöhe in Steinau und dem Lahnmarmor-Steinbruch im Westen Hessens über die Saurierspuren in Eiterfeld und die Milseburg - die Mitte Hessens zwischen Westerwald und Rhön steckt voller Naturschätze.
Vom GrünGürtel rund um Frankfurt, über die schöne Eiche von Harreshausen und das Felsenmeer im Odenwald bis zur Sandsteppe bei Viernheim – das südliche Hessen hat eine große Vielfalt an Naturschätzen vorzuweisen.

Naturschutzgebiet Kühkopf und Knoblochsaue

125 Brutvogelarten, dazu eine ähnliche Anzahl Durchzügler und Überwinterer, Schwarzmilan und heimische Spechtarten leben in Hessens größtem Naturschutzgebiet auf rund 2400 Hektar Fläche. Direkt am Rhein, bei Stockstadt und Erfelden liegt der Kühkopf. Am Rheinufer wird die Dynamik deutlich, die der Fluss der Auenlandschaft aufzwingt. Im Übergang zwischen Wasser und Land haben wenige Baumarten eine Chance sich zu behaupten, nur Weiden und Pappeln gelingt es, sich mit den jahreszeitlich unterschiedlichen Pegelständen zu arrangieren.

Weichholzaue wird der Gehölzstreifen am Flussufer treffend genannt. Seine Bewohner haben sich das Terrain bewusst ausgewählt, erzählt der langjährige Förster im Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue, Ralph Baumgärtel. In den Weiden wohnt die Weidenmeise, die nach Spechtmanier ihre Höhle selber zimmert. Das funktioniert nur im weichen Holz.

Wenige Schritte vom Rheinufer, hinter einem kleinen Baumstreifen aus Pappeln und Weiden, findet man sich in einer ganz anderen Welt wieder. Hier hat der Fluss bei Überflutung Material abgelandet, das Land ist entsprechend gewachsen, andere Baumarten wie die Eiche kommen mit den Gegebenheiten gut zurecht. Es ist der Übergang von der Weichholzaue in die Hartholzaue. Seit der Begradigung des Rheins wurden Überschwemmungsperioden kürzer oder blieben manchmal auch ganz aus. Dadurch veränderte sich allmählich der Baumbestand. Eiche und Ulme, die nasse Füße sehr lange ertragen, wurden langsam aber stetig verdrängt durch schnellwüchsige Eschen und Ahorne.

2013 aber kehrte sich dieser Trend wieder einmal um. Ein bis in den Sommer hinein andauerndes Hochwasser war zu viel- zumindest für zahlreiche junge Ahornbäumchen, sie ertranken in den Fluten des Rheins.

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Kontakt und Information

Informationszentrum
Telefon: 06158/86980
E-Mail: Infozentrum.kuehkopf@t-online.de

Öffnungszeiten: Sa., So. und Feiertage von 9 bis 17 Uhr

Förderverein Hofgut Guntershausen
Telefon: 06158/82920/39
Homepage: www.hofgut-guntershausen.de

Anfahrt
– Kühkopf:
über die B44 nach Stockstadt der Beschilderung bis Parkplatz folgen (Rheinstraße) oder über die B44 nach Erfelden bis Parkplatz Richthofenplatz / Rheinstraße oder Riedstadt-Goddelau

– Knoblochsaue:
über die B44 bis Leeheim oder Erfelden und weiter über die K156 bis Parkplatz "Schwedensäule" oder "Forsthaus Knoblochsaue" Bahn Frankfurt - Mannheim (S 70), Bahnhof Stockstadt am Rhein

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Die Viernheimer Heide

Die Viernheimer Heide im äußersten Süden Hessens ist ein bedeutender Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere- vorausgesetzt, sie mögen es heiß und trocken. Silbergras prägt die weiten Sandflächen, eine Pionierpflanze der nährstoffarmen Böden, die auch noch eine Aufheizung des Bodens bis zu 60 Grad erträgt.

Auch alle anderen Bewohner sind an die extremen Bedingungen der Sandsteppe angepasst. Wollig-filzige Behaarung wie bei der Sandstrohblume oder stark zusammengerollte, derbe Blätter schützen viele Pflanzen dieses Lebensraums vor Strahlung und Austrocknung. Das gilt auch für ein Insekt, das man eher in Südeuropa vermutet. Doch sie hat es schon bis nach Hessen geschafft. Die Viernheimer Heide ist längst Heimat der Gottesanbeterin.

Geschaffen hat diese Landschaft ausgerechnet das Militär, denn bis 1945 war das Gelände noch ein Kiefernforst. Die amerikanischen Panzer legten mit ihren Kettenfahrzeugen weite Flächen frei und schufen so Rohböden, auf denen sich die seltene Steppenflora und –fauna ausbreiten konnte. Heute arbeiten Nutztiere daran, die Sandflächen offen zu halten.

Eine Schäferin beweidet im Auftrag von Naturschutzbehörden und Forstamt mit einer vielköpfigen Herde die Sandmagerrasen rund um Viernheim und Lampertheim. Eine andere Aufgabe haben sieben Esel im Gebiet, sie ersetzen sozusagen die Panzer. Mit ihren Hufen schaffen sie wieder Rohböden, die von kleinen und schwachwüchsigen Pflänzchen dringend gebraucht werden, da sie sich im dichteren Bewuchs nicht durchsetzen könnten.

Und ein besonderes Verhalten macht die Esel unersetzlich: Sie wälzen sich gerne und ausgiebig im Sand und schaffen auf diese Weise größere, völlig pflanzenfreie Flächen. Sind die Tiere an anderer Stelle im Einsatz, können diese kahlen Stellen umso besser von kleinen Pionieren wieder besiedelt werden. Es ist eine Vegetation, wie man sie eher im Südosten Europas oder in Asien erwarten würde. Und tatsächlich ist es ein weit nach Westen verschobener Vorposten der Steppe, die in den Sanddünen des Rhein-Main-Gebietes ihre äußerste Grenze erreicht.

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Kontakt und Information

Die Viernheimer Heide liegt im südlichen Hessen zwischen Lampertheim und Viernheim. Sie grenzt an die Baden-Württembergische Landesgrenze.
Gut zu erreiche ist sie über Lampertheim und Mannheim.

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Das Felsenmeer im Odenwald

Der Legende nach sollen sich zwei Riesen einen erbitterten Streit geliefert haben, der Unterlegene wurde schließlich unter dem Strom von Felsbrocken begraben. Biologin und Geopark Rangerin Ulrike Kiehne kennt die wahren Gründe für die imposante Felsansammlung im Odenwald. Vor 340 Millionen Jahren kollidierten an dieser Stelle Urkontinente. Magma stieg aus der Tiefe auf, das im Innern zu einem granitähnlichen Gestein erkaltete. Die darüber liegenden Schichten wurden abgetragen und das Vulkangestein durch Wasser und Frost in eckige Blöcke gesprengt. Durch die Verwitterung wurden die Steine immer runder, zum Schluss blieb nur noch der Kern von dem Stein übrig. „Im Laufe der Zeit fielen die Steine in die Bachrinne, die kleineren rollten nach unten, die größeren liegen noch oberhalb der Brücke“, erläutert Ulrike Kiehne.

Mehr als 300 Blöcke liegen heute noch im Wald und zeigen die Spuren von Steinmetz-Werkzeugen. Die Römer waren im Felsberg aktiv und haben Werkstücke hinterlassen, an denen sehr gut zu sehen ist, wo der Holzkeil zum Spalten im Stein platziert wurde. Mit Wasser getränkt dehnte sich das Holz, der Stein wurde dann gesprengt und dann konnte er weiter verarbeitet werden. Markantes Beispiel ist eine Riesensäule. Fast 10 Meter ist sie lang und wiegt an die 30 Tonnen. Drei Sägeschnitte deuten darauf hin, dass die Römer versucht hatten, die Säule zu zerschneiden. Sie war für einen kaiserlichen Prunkpalast in Trier bestimmt. So manches angefangene Werkstück ist liegengeblieben. Wahrscheinlich war der kaiserliche Auftraggeber in der Zwischenzeit verstorben, und so liegt es noch immer hier neben den Millionen Jahre alten Steinen vom Felsenmeer

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Felsenmeer im Odenwald
Homepage: www.felsenmeer.org oder www.felsenmeer-informationszentrum.de

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Die hessische Sumpfschildkröte am Reinheimer Teich

Zahlreiche Tiere und Pflanzen leben an dem unscheinbaren Gewässer, ein Naturschatz blieb aber lange Zeit unentdeckt: die hessische Sumpfschildkröte. Die Menschen schätzten sie jahrhundertelang als Fastenspeise. Dagegen konnte der Panzer nicht helfen und auch nicht gegen die Zerstörung der Lebensräume: Feuchtgebiete, Sümpfe und Moore.

Anfang der 90er Jahre nahm man an, dass die Sumpfschildkröte in Hessen ausgestorben sei. Eine kleine Gruppe von Schildkrötenfreunden aber fand nach langer Suche tatsächlich eine Reliktpopulation am Reinheimer Teich. Anfangs war nicht klar, ob es sich um ‚echte‘ Hessen handelte. Denn immer wieder waren in der Vergangenheit zum Verwechseln ähnliche südeuropäische Sumpfschildkröten auch in Hessen ausgesetzt worden. Gewissheit brachte ein Bluttest. Nun konnten sich die Sumpfschildkröten wieder an ihrem heimischen Standort vermehren. Lange Zeit gab es allerdings auch heftige Konkurrenz aus Übersee: die aus Amerika eingeführte Schmuckschildkröte, die von ihren Besitzern häufig einfach im nächsten Teich entsorgt wurden, wenn sie zu groß geworden waren. Mittlerweile ist der Import für den Verkauf aber europaweit untersagt.

Zur Eiablage suchen heimische Sumpfschildkröten die Uferzonen auf. Doch solange der Bestand in Hessen noch so klein ist, verlässt man sich derzeit nicht alleine auf die Vermehrung im Freiland, sondern züchtet die Tiere nach, u.a. im Exotarium des Frankfurter Zoos. Aus den wohltemperierten Aquarien des Zoos sind so schon zahlreiche Schildkröten wieder in ehemals angestammte Lebensräume gelangt, aus denen die Art vor vielen Jahrzehnten verschwand.

„Es ist jedes Mal halt wieder eine Entlassung in eine unbekannte Zukunft, aber eigentlich sind die Voraussetzungen ja alle hervorragend, und deswegen tut es einem nicht leid, wenn sie gehen: Man wünscht ihnen alles Gute, und man kommt regelmäßig wieder, um zu schauen, wie sich alles entwickelt“, erzählt die Biologin Sybille Winkel, Leiterin des „Artenschutzprojektes europäische Sumpfschildkröte in Hessen“.

Die Pyramideneiche von Harreshausen

Das uralte Naturdenkmal in der Nähe von Darmstadt ist schwer zu entdecken, nur die oberste Spitze lugt aus einem Lindenhain hervor. Es ist ein mächtiger Eichbaum, dessen Eigentümlichkeit man schon vor mehr als dreihundert Jahren erkannte und ihn deshalb vor der Axt verschonte. Anders als bei allen anderen Eichen recken sich seine Äste nahe am Stamm senkrecht zum Himmel empor, Pilger verehrten ihn daher als heiligen Baum, und Rindenstückchen galten als Talisman.

Die schöne Eiche von Harreshausen gilt als die Mutter aller Pyramideneichen. Stürme und Gewitter haben ihr zugesetzt in den vergangenen 500 Jahren, ein Hanauer Graf ließ einen störenden, weil quersitzenden Ast abschießen, 1928 stürzte fast die gesamte Krone herab. Zu der eigentümlichen Form der Eiche gibt es vielerlei Deutungen, doch sie ist schlicht eine Laune der Natur, eine Veränderung des Erbgutes.

Ihre Nachkommen jedenfalls machten bald Karriere. Ihr aufrechter, schlanker Wuchs begeisterte schon die Fürsten des Barock und Rokoko. Heute sind Pyramiden- oder Säuleneichen überall in Europa zu finden. Der älteste Spross soll übrigens seit 1795 in Kassel zu finden sein. Direkt am Fontänenteich im Bergpark Wilhelsmhöhe steht die erste Tochter der Eiche aus Harreshausen. „Es war selbstverständlich ein Prestige-Objekt, wenn man solch eine Eiche stehen hatte, und wenn man Besitzer von solch einer Eiche ist, dann kamen ja aus ganz Deutschland oder ganz Europa Anfragen: Dürfen wir davon einen Steckling machen, oder dürfen wir davon Eicheln haben“, berichtet Siegfried Hoß, Gartenhistoriker auf der Wilhelmshöhe. Der Status als exklusiver Parkbaum ging in der Zwischenzeit verloren. Längst sind Pyramideneichen auch außerhalb der fürstlichen Gärten zu finden.

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Kontakt und Information

Literatur:
Georg Wittenberger: Der Wunderbaum von Harreshausen „Die schöne Eiche“.
Hrsg: vom Heimat- und Geschichtsverein, Beiheft, Band 2, Babenhausen 2005. 6,80 €

zu bestellen beim
Heimat- und Geschichtsverein Babenhausen
Postfach 1268
64825 Babenhausen

Museumslandschaft Hessen Kassel
Postfach 41 04 20
34066 Kassel
Telefon +49 (0)561/ 3 16 80 – 0
Fax +49 (0)561/ 3 16 80 – 111
E-Mail info@museum-kassel.de
Homepage: www.museum-kassel.de

Besucherzentrums Wilhelmshöhe
Besucherdienst (Mo - Fr, 9 - 15 Uhr)
Gabriele Wiegand
Telefon +49 (0)561/ 3 16 80 – 123
Fax +49 (0)561/ 3 16 80 – 111
E-Mail: besucherdienst@museum-kassel.de

Öffnungszeiten:
April – Oktober
Di – So und feiertags: 10 – 17 Uhr

November – März
Sa, So und feiertags : 10 – 16 Uhr
24., 25. und 31. Dezember sowie am 01. Januar: geschlossen
26. Dezember: 10 – 16 Uhr




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Der GrünGürtel- ein grünes Band rund um die Metropole Frankfurt

Ein ganz besonderer Schatz für Großstädter ist ein grünes Band, das sich rund um die Main Metropole zieht: 80 geschützte Quadratkilometer – das entspricht etwa einem Drittel der gesamten Stadtfläche- GrünGürtel mit Wäldern, Wiesen, Parks und Auen, ideal für stadtnahe Erholung. Ganz unterschiedliche Landschaften gehören zum GrünGürtel, dessen gesamte Fläche seit einem Beschluss der Frankfurter Stadtverordneten nicht mehr bebaut werden darf. Das gilt auch für den alten Flugplatz von Bonames. Die Asphalt und Betonflächen wurden aufgebrochen, die Stücke gestapelt und zertrümmert. Ein Teil der Fläche wurde geflutet und der Flugplatz verwandelte sich in eine Auen-Landschaft.

Andreas Malten vom Senckenberg Institut untersucht hier die Wassertierbestände. Mit ihm und vielen anderen Wissenschaftlern arbeitet Ingrid Wentzell von der Projektgruppe GrünGürtel zusammen. Das Terrain um Bonames gehört zu ihren Lieblingsorten. Und weil es nicht mehr erlaubt ist, mit dem Hubschrauber anzureisen, kommen die Gäste heute mit dem Fahrrad oder skaten auf der 500 Meter langen Landebahn. Eine der wenigen Anhöhen im Frankfurter GrünGürtel ist der Heiligenstock. Hier ging in den 1920ger Jahren der „Sender Frankfurt“ in Betrieb.

Als die Sendeanlage abgerissen wurde, plante die Stadt Wohnhäuser- doch zum Glück ist nie etwas daraus geworden. Stattdessen haben sich die alten Streuobstwiesen zu einer wilden Landschaft entwickelt. Die Wiesen werden wenig gedüngt und von Schafen geweidet. Zur Freude der Botaniker, die hier ein ganz besonderen Artenreichtum beobachten. Eine Rarität ist die grasblättrige Platterbse. Auch der Stadtwald, der sich mit einer Länge von 16 Kilometern im Frankfurter Süden erstreckt, gehört zum GrünGürtel. Hier stehen der „pinkelnde Baum“ oder die Eule im Norwegerpulli, komische Kunst der Neuen Frankfurter Schule, initiiert von Robert Gernhardt, der auch das Maskottchen des GrünGürtels, das „Grüngürteltier“ erfand.

Der Frankfurter Stadtwald zählt zu den größten kommunalen Wäldern in Deutschland, schon seit dem Mittelalter gehört er zur Stadt, hat einen hohen Bestand an Eichen, Buchen und Kiefern und viel Totholz- sehr zur Freude der Bockkäfer. Auf dem Jacobiweiher tummeln sich afrikanische Nilgänse und am Goetheturm machen die vielen Radfahrer gern Rast .Mit 43 Metern ist er einer der höchsten Holztürme Deutschlands, von oben hat man einen guten Blick über den gesamten GrünGürtel- man sieht dann allerdings auch die Flugzeuge besser, die hier schon auf dem Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen sind.

Im Südwesten trifft man nochmal auf eine ganz andere Landschaftsform: in der Schwanheimer Düne darf man nur auf dem Bohlenweg laufen, damit Moose und Flechten nicht zertreten werden. Die Düne besteht aus Sand, Magerrasen und Waldflächen, seit 1984 ist sie Naturschutzgebiet. Kleine, buschartige Kiefern erinnern an meeresnahe Landschaften- dabei liegt der Industriepark Höchst direkt um die Ecke. Hier steht auch Ingrid Wentzells Lieblingsobjekt der komischen Kunst: der „Struwwelpeter“.

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Kontakt und Information

Umweltamt
Galvanistraße 28
60486 Frankfurt am Main

Telefon: 069 212 39100 (Umwelttelefon)
Telefax: 069 212 39140
E-Mail: umwelttelefon@stadt-frankfurt.de
www.umweltamt.stadt-frankfurt.de

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Die Tropfsteinhöhle Steinau

Bei Steinau am südlichen Vogelsbergrand ist eine Öffnung im Waldboden mit Gitterrosten abgedeckt. Jahrhundertelang glaubte man, dort unten würden unheimliche Dinge geschehen. 1584 soll eine Kuh von den Bergwiesen bei Steinau verschwunden sein und – so geht die Geschichte – bei der vergeblichen Suche hat der Hirte das Loch gefunden. Er glaubte, die Erde habe sich aufgetan und der Teufel habe die Kuh verschlungen. Spät siegte die Neugier über den Aberglauben. Erst 1898 ließ sich eine Gruppe von Pionieren mit Fackeln und Seilen in die Höhle hinunter, sieben Jahre später sprengten Bergleute einen Stollen in den Fels. In einer Tropfsteinkammer ist heute das zu sehen, was der Höhle den Namen gegeben hat: eine Teufelsfratze, die Krallen des Teufels und seine drei Zungen. 255.000 Jahre alt sind die Tropfsteine in der Höhle. Im Laufe der Zeit haben sie sehr bizarre Formen angenommen. Die Zapfen, die von oben herunterhängen, nennt man Stalaktiten. Jeder Zentimeter hat etwa 300 Jahre zum Wachsen gebraucht.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Verkehrsbüro Steinau
Tel. (0 66 63) 96 31-0
Homepage: www.gvv-steinau.de/tropfsteinhoehle.html

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Die Milseburg in der Kuppenrhön

Alexander von Humboldt muss begeistert gewesen sein: als schönsten Berg Deutschland rühmte er die Milseburg, den 835 Meter hohen Kegel aus vulkanischem Gestein mitten in der Rhön. Die Milseburg ist der höchste Berg der Kuppenrhön – und wirklich ein Berg mit Extremen. Jede Flanke hat eine eigene Vegetation, weil die Bedingungen je nach Ausrichtung und Boden völlig unterschiedlich sind. Nirgendwo sonst gibt es auf vergleichbar engem Raum eine derartige Pflanzenvielfalt. An den Nordwesthängen der Milseburg hat sich urwaldähnlicher Laubwald ausgebreitet. Die groben Felsblöcke sind seit der letzten Eiszeit auf der Milseburg in Bewegung und rutschen ganz langsam immer weiter ins Tal hinunter. Auf den Steinen gedeihen seit Jahrtausenden seltene Flechten und Moose. Aus den Zwischenräumen der Basaltblöcke strömt auch im Sommer kalte Luft, sodass eiszeitliche Pflanzen hier seit 10.000 Jahren überleben konnten. Das begeistert nicht nur Biologen. Die besondere Stimmung zieht viele Wanderer in ihren Bann und den Berg hinauf. Eine Gelegenheit zur Rast bietet die Milseburghütte unterhalb des Gipfels.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Milseburghütte
Pächter Familie Kümpel
Tel: 06684/919455
Mobil: 0151/17841877
Homepage: http://www.milseburghuette.com

Milseburg
Homepage: http://www.rhoenline.de/milseburg.html
oder http://www.milseburgradweg.de/

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Die Saurierspuren von Eiterfeld

Vor 220 Millionen Jahren, im Erdzeitalter der Trias sind auch durch Hessen Urechsen gelaufen. Und dabei haben sie 70 Fährten hinterlassen am weichen Meeresstrand beim heutigen Eiterfeld. Chirotherien, Handtiere haben Wissenschaftler sie genannt, denn die Abdrücke ihrer Vorderfüße ähneln Handabdrücken. Weltweit hat man die Spuren dieser Handtiere gefunden. Aber nirgendwo in Europa gibt es eine Fläche mit so vielen Fährten, die erhalten geblieben sind, wie unter dem Acker bei Eiterfeld im hessischen Kegelspiel. Die sensationelle Entdeckung hatte die Geologin Renate Motzka 1963 gemacht, als sie einen alten Steinbruch ausmessen wollte. Zusammen mit einem Kollegen schaufelte sie die Sandsteinplatte frei und zeichnete millimetergenau ab, was sie fand. Die Plackerei hat sich gelohnt, und die Wissenschaftler konnten Erstaunliches aus den Spuren ablesen. Wie die Handtiere ausgesehen haben, weiß man aus Funden von Skelettresten und der Analyse ihrer Spuren im Sandstein. Nach diesen Angaben ist ein Chirotherium für das Naturkundemuseum in Kassel gestaltet worden. Die Ahnen der heute lebenden Krokodile und Vögel waren gefährliche Raubtiere. Rex der Trias hat man sie auch genannt. In Eiterfeld sind besonders große Tiere herumgelaufen, Experten schätzen ihre Länge auf sieben bis acht Meter. Doch statt den sensationellen Fund zu schützen, wurde der alte Steinbruch ein paar Jahre später zugeschüttet und erst mal als Müllkippe genutzt. Für Renate Motzka war das wie eine Beerdigung für einen riesigen Schatz! Und das haben - nach Jahren des Vergessens - die Eiterfelder dann doch bemerkt und sich auf Spurensuche gemacht - Motto „Rettet die Rhönsaurier“! 2004 rückten sie mit Bagger und Schaufeln an, gruben ein Probe-Loch und fanden in zwei Metern Tiefe die Spuren wieder - und zwar gut erhalten. Die Interessengemeinschaft Saurierspuren Eiterfeld möchte die gesamte Platte wieder freilegen und eine Schutzhalle bauen. Jetzt geht es erst einmal darum, den Acker über der Fährtenplatte zu kaufen, um das Fenster in die Urzeit im Hessischen Kegelspiel wieder für jedermann zu öffnen.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Gemeinnützige Interessengemeinschaft Saurierspuren Eiterfeld
E-Mail: info@saurierspuren-eiterfeld.de
Homepage: http://saurierspuren-eiterfeld.de

Naturkundemuseum im Ottoneum Kassel
Steinweg 2
34117 Kassel
Tel.: 0561 787-4066
Homepage: http://www.naturkundemuseum-kassel.de/

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Lahnmarmor aus Villmar

Im Natur- und Kulturdenkmal Unica-Bruch in Villmar kann man in die Zeit vor 380 Mio. Jahren zurückblicken, als marine tropische Korallen und Schwammriffe das Material bildeten, das im vergangenen Jahrhundert als Lahn-Marmor Weltruhm erlangte und weltweit verbaut wurde. Entdeckt und abgebaut wurde der Lahnmarmor wohl schon seit dem 16. Jahrhundert. In aller Welt kam einst Lahnmarmor zum Einsatz. In der Moskauer U-Bahn und auch in der Eingangshalle des Empire State Building in New York findet sich das Riffgestein aus Hessen. Natürlich sparten auch die Villmarer selbst nicht an dem heimischen Produkt: In Sankt Peter und Paul ist der Fußboden geradezu ein historischer Katalog für das vielseitige Angebot aus dem Lahntal. Heute wird der Lahnmarmor nicht mehr abgebaut, es lohnt sich nicht mehr, seit billige Importe ihm den Rang abgelaufen haben.

Die Entstehung eines Stromatoporen-Riffs im Devonmeer ist nirgends in der Welt so klar zu sehen wie im Unica-Bruch in Villmar. Stromatoporen sind eine zwischen Schwämmen und Korallen angesiedelte, mittlerweile ausgestorbene Art von Meereslebewesen. Aber auch Korallen, Muscheln und Schnecken beteiligten sich am Aufbau der Riffe. Der Aufschluss im Villmarer Steinbruch - eine in zwei Terrassen gegliederte, etwa 6 Meter hohe, 15 Meter breite, gesägte und polierte Wand - gilt als ein sehr seltenes, vielleicht in der ganzen Welt sogar einmaliges Zeugnis der Entwicklung eines Stromatoporen-Riffs. Der Steinbruch gehört heute zu den bedeutendsten Geotopen Deutschlands. Für den Laien ist die polierte Wand nur bunter Stein. Doch der Experte liest in den Linien und Bändern wie in einem Buch aus lang vergangenen Zeiten. Es ist die Geschichte eines ganzen Riffs mit seinen Bewohnern. 380 Millionen Jahre alt, übrig geblieben und zu Stein geworden ist aber nur das, was aus Kalk bestand.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Der Steinbruch ist frei zugänglich, ca. 10 min Fußweg (ausgeschildert) vom Bahnhof Villmar aus.

Lahn-Marmor-Museum Villmar
Rathaus
Am Brunnenplatz
Peter-Paul-Str. 39-41
65606 Villmar

Öffnungszeiten:
Jeden 1. Sonntag im Monat, von 14 bis 17 Uhr.

Verein "Lahn-Marmor-Museum e.V."
Rathaus
z.Hd. Ingrid Pohl
König-Konrad-Str. 12
65606 Villmar
Tel.: 06482/607720
Fax: 06482/607718
E-Mail: info@lahn-marmor-museum.de
Homepage: www.lahn-marmor-museum.de

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Die Urwaldzelle von Braunfels

In der etwa 20 ha großen Urwaldzelle Braunfels ist ein Laubmischwald in seiner natürlichen Entwicklung und Ausprägung zu sehen. Der ehemalige Braunfelser Gemeindeforstmeister Dr. Herwig veranlasste bereits in den 1930er Jahren die Ausweisung der Urwaldzelle als Naturschutzgebiet, mit der Absicht, “dass sie künftig von jeder Nutzung verschont bleibe“. In den 70er Jahren wurde das Naturschutzgebiet um weitere Flächen mit botanischen Besonderheiten erweitert. Heute kann man zahlreiche urtümlich wirkende Laubbäume - bis zu 500 Jahre alt und mit Stammdurchmesser bis 1,40 Meter - bestaunen. Das Werden und Vergehen des Waldes wird vor Augen geführt. Die alten Bäume brechen zusammen und das „Totholz“ bietet zahlreichen Pilzen, Insekten und Vögeln Lebensraum. Waldeidechse und Schwarzspecht gehören dazu. Unikum aber ist der kleinste Hirschkäfer Europas, der in Hessen nur hier gefunden wird, ein Sieben-Millimeter-Zwerg und Verwandter des dicken Mistkäfers.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Revierförster Peter Thorn
E-Mail: peter.thorn@forst.hessen.de
Telefon: 06473 922813

zuständig bei der Stadt Braunfels für den Urwald:
Heinfried Obitz
Umwelt-, Naturschutz-, Jagd- und Forstangelegenheiten
E-Mail: heinfried.obitz@braunfels.de
Telefon: 06442 303-62

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Die Wooghölle im Nationalpark Kellerwald-Edersee

In ebenso steiler, praktisch unzugänglicher Lage, nur diesmal nach Norden ausgerichtet und der Sonne abgewandt, liegt die Wooghölle. Auch dieser Hang wurde nie vom Forst genutzt, und so wächst der Wald schon immer wie er will. Nur selten waren Menschen hier, und wenn, dann in der Regel Biologen, die die Pflanzengesellschaften, die Pilze oder Insekten erforschten. Ein kleines Stück Urwald in Deutschland, und ein gewichtiger Punkt für die Ernennung des Nationalparks Kellerwald-Edersee zum Weltnaturerbe. Ob Buchen-Stachelbart oder Zunderschwamm: Die Natur der Wooghölle wird seit einigen Jahren genau erforscht. Und doch ergeben sich immer wieder Überraschungen. Während der Dreharbeiten im Nationalpark entdeckte Forschungsleiter Achim Frede z.B. eine bisher unbekannte kleine Mistel am Fuße einer alten Linde.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Freier Zugang auf Wanderwegen.

NationalparkZentrum Kellerwald
Weg zur Wildnis 1
34516 Vöhl-Herzhausen
Telefon: 05635 992781
E-Mail: info@NationalparkZentrum-Kellerwald.de.
Homepage: www.NationalparkZentrum-Kellerwald.de.

Nationalparkamt Kellerwald-Edersee
Laustraße 8 34537 Bad Wildungen
Telefon: 05621 75249-0
E-Mail: info@nationalpark-kellerwald-edersee.de
Homepage: www.nationalpark-kellerwald-edersee.de

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Die Linde von Schenklengsfeld

Die Tanzlinde steht seit 1000 Jahren in Schenklengsfeld auf dem Dorfplatz. Und sicher haben seither schon mehr als 1000 Paare dort getanzt. Hochzeiten und Feste wurden und werden unter der Linde gefeiert. Sie ist der Mittelpunkt des Ortes. Durch ein Gutachten von der Forstgenetik haben es sich die Schenklengsfelder bestätigen lassen: alle vier Stämme der Linde sind aus einer einzigen Ursprungspflanze gewachsen. Karl Honikel vom Heimatverein erklärt, dass das Lindendach ursprünglich als Gerichtsplatz diente. „Denn nach germanischem Brauch musste man unter freien Himmel, aber auch geschützt Gericht halten.“

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Heimatverein Landeck 1953 e. V.
Kleiststr. 19
36277 Schenklengsfeld

Vertreten durch:
Karl Honikel
Telefon: 06629 - 7736
E-Mail: Karl.Honikel@web.de

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Die Blaue Kuppe bei Eschwege

Etwas ganz besonderes, wenn nicht gar weltberühmt ist auch die Blaue Kuppe im Naturpark Hoher Meißner, die schon der Naturforscher Alexander von Humboldt besucht hat. Wo einst ein Berggipfel war, ragen nur noch schroffe Felsen auf, eine Kuppe ist nicht mehr da. Über Jahrzehnte diente der Berg als Steinbruch – der Schatz: Basalt, bläulich schimmerndes Gestein, das in zwei großen Kesseln abgebaut wurde. Daher der alte Name: Blaue Kuppe. Heiße Lava und gefrittete Steine – für die erdgeschichtlichen Formationen des Berges interessierten sich im Lauf der Jahrhunderte viele Wissenschaftler. Der berühmteste ist sicher Alexander von Humboldt, der hier forschte und die Blaue Kuppe in seinen Schriften verewigte.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Die Basaltkuppe mit historischen Bergbauspuren liegt etwa 3,5 km südlich von Eschwege in einem Naturschutzgebiet, daher ist sie nur bedingt betretbar.

Naturpark Meißner-Kaufunger Wald
Retteröderstr. 17
37235 Hess. Lichtenau
Tel.: 05657/913418
E-Mail: info@naturparkmeissner.de
Homepage: www.naturparkmeissner.de

Zweckverband Naturpark Meißner - Kaufunger Wald
Informationsbüro
Wolfteroder Straße 4 a
37297 Berkatal- Frankershausen
Telefon: 05651 / 952125
E-Mail: info@naturparkmeissner.de
Homepage: www.naturparkmeissner.de

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Die Dönche in Kassel

Geradezu eingerahmt von etlichen verschiedenen Stadtteilen wird die Dönche in Kassel. Sie ist somit Deutschlands größtes straßenfreies innerstädtisches Naturschutzgebiet. Das Grasland im Südwesten der Stadt ist wichtiges Naherholungsgebiet für viele Menschen. Auch einen Wald gibt es auf der Dönche, und fast ist es ihm schon gelungen die militärische Vergangenheit des Geländes zu vertuschen, aber nur fast. Wer genau hinsieht, findet allenthalben Überbleibsel des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Seitdem die Panzer in den sechziger Jahren abzogen und das Gebiet unter Schutz gestellt wurde, hält der Naturfotograf Klaus Bogon die Veränderungen fest. Zur langfristigen Pflege beweiden schottische Hochlandrinder den zentralen Teil des Graslandes. Sie sind allwettertauglich und können so ganzjährig die Bekämpfung unerwünschter Jungbäume übernehmen. „Die Dönche hat sich in den letzten 20 Jahren stark verändert“, erzählt Klaus Bogon, „aber damit kann jeder Biologe leben, weil er weiß, dass alles im Fluss ist.“

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Kontakt und Information

Die Dönche liegt zwischen den Stadtteilen Süsterfeld/Helleböhn, Niederzwehren, Oberzwehren, Nordshausen und Brasselsberg.
Freier Zugang!

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Dörnberg und Burghasunger Berg

Vom Reinhardswald geht es weiter nach Süden zum Dörnberg. Auch hier haben Nutztiere Tradition, die charakteristische Landschaft ist einst durch Beweidung geschaffen worden, noch heute helfen Ziegen, sie zu erhalten. Auf nicht ganz so steilen Hängen übernehmen Kühe die Arbeit der Ziegen. Geblieben ist eine für Kalkböden wie den Dörnberg typische Magerrasen-Flora, dominiert von Wacholderbüschen, die Kühe und Schafe jedenfalls verschmähen. Bis zu 300 Jahre alt kann ein Wacholderbusch werden, der Dörnberg hat sehr bedeutende Wacholderbestände. Und manche andernorts seltene kleine Schönheit blüht hier zu Tausenden: der Deutsche Enzian. Ein mystischer Ort war der Dörnberg schon immer: die Wichtelkirche und auch die Helfensteine sind sagenumwoben. Die bizarren Basaltfelsen sollen schon vor Jahrhunderten als Kultstätte gedient haben. Mystiker wie Naturfreunde fühlen sich von dem Berg angezogen. Aber auch Sportler! Der Dörnberg ist ein traditionsreicher Segelflugplatz! Mit den Gleitern fliegen wir hinüber zum Burghasunger Berg, direkt gegenüber vom Dörnberg. Beide gehören zum Naturpark Habichtswald. Vom Plateau des Burghasunger Bergs aus hat man eine einzigartige Sicht hinüber auf die Helfensteine des Dörnbergs . „Das ist schon immer ein mystischer Platz gewesen hier oben.“ erzählt der ortskundige Biologe Volker Schäfer. „Möglicherweise war das auch mal eine Kultstätte. Man weiß es nicht ganz genau, da streiten sich die Historiker. Zwischen dem rechten Stein der Helfensteine und dem mittleren ist so eine Geländeform wie eine natürliche Pfanne. Und exakt am 21. Juni steigt die Sonne mitten in dieser Pfanne auf. Das ist sehr, sehr mystisch und bewegend.“

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Ziegenhalter
Frank Schmidt
Oderweg 4
34289 Zierenberg
Telefon: 05606/3408

Nordhessische Gesellschaft für Naturkunde und Naturwissenschaften e.V.
Lothar Nitsche
Danziger Str. 11
34289 Zierenberg
Telefon: 056063532 nitschels@gmx.de
Homepage: www.naturschutz-hessen.de

Naturparkzentrum Habichtswald
Auf dem Dörnberg 13
34289 Zierenberg
Telefon: 05606- 533 266 und 533 327
E-Mail: info@naturpark-habichtswald.de
Homepage: www.naturpark-habichtswald.de

Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.
Auf dem Dörnberg 11
34289 Zierenberg
Telefon: 05606 53800 (am Wochenende)
Telefax: 05606 53801
E-Mail: vorstand@fsv-kassel.de

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Der Reinhardswald mit dem Urwald Sababurg

Nicht weit von Hofgeismar liegt er, jener Wald, der im ganzen Land bekannt ist für seine uralten Baumriesen. Im Reinhardswald findet sich auch der berühmte Urwald Sababurg. Gerne kommen Besucher hierher, besonders wenn einer der besten Kenner durch das Gebiet führt: Hermann Josef Rapp. Als altgedientem Forstmann gelingt es ihm immer wieder, Begeisterung für den „Urwald“ zu wecken. Dass es den in dieser Form gibt, ist übrigens einem Maler zu verdanken, der sich vor über 100 Jahren für den Erhalt der alten Bäume eingesetzt hatte, weil er sie als romantische Hintergründe für seine Bilder behalten wollte. Mit Erfolg: 1907 wurde der Urwald Sababurg zu Deutschlands zweitem Naturschutzgebiet. Ein richtiger Urwald ist er freilich nicht, sondern der Rest eines historischen Hutewaldes, der heute jedoch in der Zerfallsphase angekommen ist. Besonders die Buchen haben ihr Lebensalter erreicht. Mit über 200 km² Fläche ist der Reinhardswald eine der größten Waldflächen und eines der am wenigsten besiedelten Gebiete Deutschlands; innerhalb Hessens stellt er das größte in sich geschlossene Waldgebiet dar, in dem insbesondere Buchen und Eichen gedeihen.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Tourist-Info Märchenland
Reinhardswald Markt 5
34369 Hofgeismar
Tel: 05671/50 70 400
E-Mail: reinhardswaldinfo@gmx.de oder touristinfo@stadt-hofgeismar.de
Homepage: www.reinhardswald.de

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Die „Wolkenbrüche“ bei Trendelburg

Als wäre ein dunkles, magisches Auge zum Himmel gerichtet, so präsentiert sich der Nasse Wolkenbruch aus der Luft, ganz im Norden Hessens bei Trendelburg am Reinhardswald. Es ist ein Erdfall, wie er typisch ist für klüftige Kalkgebiete; im nordhessischen Sandsteinboden aber ist er völlig ungewöhnlich. Der Wald im Erdfall-Trichter ist sich selbst überlassen, und knorrige Bäume säumen die Hänge hinunter bis zum See: Der richtige Ort für eine dunkle Sage um einen alten König und seine drei Töchter. Zwei waren christlich und gut, Trendula aber heidnisch und böse. Sie verübte zahlreiche Missetaten an Menschen und Tieren. Dafür wurde sie bestraft und bei einem furchtbaren Gewitter auf den Grund des Kratersees gebannt, von dem ihr Geist nun alle sieben Jahre auftaucht und um Erlösung bittet. Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen – daher kommt wohl auch der Name für die Erdfälle. In der Nähe des Nassen Wolkenbruchs findet sich noch ein zweiter, ganz ähnlicher Erdfall, nur ohne Wasserloch: der trockene Wolkenbruch.

Weitere Informationen

Kontakt und Information

Zwei Erdfalltrichter 1 km östlich von Trendelburg, freier Zugang.

Magistrat der Stadt Trendelburg
Harald Schmidt (Verkehrsamt)
Marktplatz 1 / Zur Burg 4
34388 Trendelburg
Telefon: 05675/7499-18
E-mail: stadt@trendelburg.de

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Ein Film von Ulrich Schaffrath
Sendung: hr-fernsehen, "erlebnis hessen", 13.04.2020, 15:00 Uhr