Er ist Mitteleuropas größtes zusammenhängendes Vulkangebiet und dient der Mainmetropole als unverzichtbarer Grundwasserlieferant: der Vogelsberg. Mit seinen Buchenwäldern, Weiden und Fachwerkstädten lockt er zahlreiche Wochenendtouristen an.

Dennoch ziehen immer mehr Menschen aus der Region weg, da sie in ihren Dörfern und Städten keine Arbeit mehr finden und es an intakter Infrastruktur fehlt. Die Filmautorin Astrid Dermutz hat Menschen getroffen, die alles daran setzen, um „ihren“ Vogelsberg zu schützen und neu zu beleben - etwa Joachim Haas aus Grebenhain, der mehrere kleine Cafés und Bäckereien in der Region eröffnet hat und damit inzwischen mehr als hundert Menschen Arbeit bietet.

Oder Christian von Campe, der eine stillgelegte Hemdenmanufaktur in Lauterbach zu neuem Leben erweckt hat und mit seinen Maßhemden erfolgreich asiatischen Billiganbietern trotzt. Auch Deutschlands erster "Meister-Fleischsommelier", der Metzger Steffen Schäfer, produziert im Vogelsberg.

Taufsteinhütte in Schotten

Als Jürgen Carnier vor 20 Jahren die Taufsteinhütte übernahm, war das Schnitzel noch "König" auf der Speisekarte. Inzwischen haben sich die Ansprüche seiner Kunden geändert. "Ich versuche schon, eine bodenständige Küche zu machen; aber ich versuche auch, immer Akzente zu setzten", sagt er "z.B. vegan, vegetarisch. Das ist einfach mittlerweile mehr als ein Trend, fast jedes dritte Gericht geht in diese Richtung."

Inzwischen verbinden viele Gäste ein Essen in der Taufsteinhütte mit der Spurensuche nach dem Vulkan. Über 200 erdzeitgeschichtliche Ausflugsziele – sogenannte "Geotope" – gibt es zu entdecken. Gelegentlich finden hier oben Kulturveranstaltungen statt, auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt es. So ist die gut 700 Meter hoch gelegene Taufsteinhütte ein idealer Ausgangspunkt, um den "Naturpark Hoher Vogelsberg" zu erkunden – zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

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Restaurant Taufsteinhütte
Jürgen Carnier
Am Hoherodskopf 2
63679 Schotten
Telefon: 06044-2381
E-Mail: info@taufsteinhuette.de
Infos unter: www.taufsteinhuette.de

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Vulkanbäcker in Schotten

Vom Tourismus profitieren auch Betriebe wie der von Joachim Haas, der sich "Vulkanbäcker" nennt. 1988 eröffnete er in Schotten seine Bäckerei mit zwei Mitarbeitern. Heute hat er über hundert. In "regional" und "bio" sah der Bäcker seine Chance. 1992 stellte er den Betrieb um. Jetzt vertreibt er seine Backwaren in zehn Filialen, darunter vier eigene Cafés. Außerdem hat er mehrere Verkaufswagen, mit denen er abgelegene Orte im Vogelsberg beliefert.

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Zucker- & Vulkanbäcker
Joachim Haas
Zum alten Feld 48
63679 Schotten
Telefon: 06044 4869
Mobil: 0171 4973615
E-Mail: info@vulkanbaecker-haas.de
Infos unter: www.vulkanbaecker-haas.de[/box]

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Dietrich Faber, Krimiautor

"Ich mag am Vogelsberg diese Weite, diese Stille, die Blicke, die man hier hat. Je häufiger ich hierher komme, umso mehr mag ich das", sagt Krimiautor Dietrich Faber. Regelmäßig zieht er sich in das Ferienhaus seines Großvaters in der Nähe von Schotten zurück. Der abgelegene Ort inspiriert ihn. Hier kommen ihm Ideen für seine Vogelsbergkrimis, seine Kabarettprogramme und Songs. Gerade erschien sein vierter Krimi "Schneller, weiter, toter". Fabers Geschichten sind doppelbödige Liebeserklärungen an die Provinz.

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Dietrich Faber
c/o HERBERT Management
Susanne Herbert, Geschäftsführung
Im Sachsenlager 15
60322 Frankfurt a. M.

Ansprechpartnerin:
Julia Pohlmann
Telefon: 069 597992715
E-Mail: j.pohlmann@herbert-management.de
Infos unter: www.dietrichfaber.de

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Schutzgemeinschaft Vogelsberg

Die ältesten Basaltblöcke im Vogelsberg sind Zeugen erster Vulkanausbrüche vor 19 Millionen Jahren. Heute ist die Vulkanruine Quellgebiet gleich mehrerer Flüsse. Sogar ein Hochmoor gibt es: die Breungeshainer Heide. Zwar ist der Vogelsberg einer der größten natürlichen Grundwasserspeicher Deutschlands. Dennoch ist das Thema "Wasser" für die Vogelsberger schon oft ein Grund zur Sorge gewesen. In den 1970er Jahren formierten sich heftige Widerstände gegen die Pläne, immer mehr Grundwasser aus der Region für das Rhein-Main-Gebiet abzuzapfen. Viele Vogelsberger fürchteten, bald "auf dem Trockenen zu sitzen". Die Angst ging um, Flüsse könnten versiegen, Ernten unter dem Wassermangel leiden und sogar ganze Gebäude ins Wanken geraten. Der Landwirt Heinrich Muth, auch "der Speckenmüller" genannt, führte die Protestbewegung an – mit Erfolg.

Jetzt allerdings droht dem Vogelsberger Wasser wieder Gefahr: "Wir stehen im Grunde genommen da, wo wir vor 30 Jahren schon mal standen, und das heißt, wir müssen den Kampf ums Wasser wieder aufnehmen", sagt Hans Otto Wack von der Schutzgemeinschaft Vogelsberg.

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Schutzgemeinschaft Vogelsberg
Goethestr. 4
63679 Schotten
Infos unter: www.sgv-ev.de

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Selgenhof in Ulrichstein

Die Domäne Selgenhof in Ulrichstein ist ein Biolandbetrieb mit 180 Milchkühen und hofeigener Molkerei. Die Milch kommt aus den eigenen Ställen direkt in die Molkerei und wird dort tagesfrisch verarbeitet. "Wir sind überzeugte Biolandwirte", so Tilo Junge. "Die Molkerei war ein Entwicklungsschritt, um dem Betrieb Zukunftsperspektive zu geben. Wir haben hier mittlerweile 20 Mitarbeiter. Wenn wir nur Landwirtschaft hätten, wären es vielleicht fünf oder sechs Mitarbeiter."

Arbeit gibt es genug. Die Molkerei Domäne Selgenhof beliefert 2000 Haushalte, etliche Kindergärten, Geschäfte und Restaurants.

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Domäne Selgenhof, Gutsmolkerei
Tilo Junge
35327 Ulrichstein
Telefon: 06645 96150
Infos unter: www.selgenhof.de

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Der Vogelsberger in Zell-Romrod

Steffen Schäfer begann 2008 als einer der ersten in Deutschland Wagyus zu züchten - eine alte, berühmte Rinderrasse aus Japan. Auch das Borstenvieh in seinem Betrieb "Der Vogelsberger" in Romrod-Zell ist Eigenzucht: Berkshire Schweine, die in England schon seit dem 17. Jahrhundert als Delikatesse gelten. Selbst die Queen besitzt eine königliche Herde.

Heute gehört das edelste Schwein der Welt zu den bedrohten Haustierrassen. Ähnlich wie das Wagyu wird es von Feinschmeckern wegen seines gleichmäßig marmorierten Fleischs geschätzt. Um mit seinem Betrieb überleben zu können, hat sich Steffen Schäfer auf die Kombination von Zucht und Direktvermarktung spezialisiert. Die Produkte aus seinem Betrieb gibt es auch auf den Frankfurter Wochenmärkten.

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Der Vogelsberger, Metzgerei & Landwirtschaft
Ulrike Kalb und Steffen Schäfer
Frauenberg 48
36329 Romrod-Zell
Telefon: 06636 9180300
E-Mail: info@der-vogelsberger.de
Infos unter: www.der-vogelsberger.de

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Nebenerwerbsschäferei Schönfeld in Lauterbach

In einem der ältesten Schafställe Hessens, auf dem heute noch bewohnten Hauptschloss der Riedesel Freiherren zu Eisenbach, haben die Tiere ein aristokratisches Quartier. Seit 1991 züchtet Familie Schönfeld deutsche Schwarzköpfe und französische Charollais.

Ein Leben ohne die Herde kann sich Klaus Schönfeld kaum noch vorstellen. Dennoch hat er die Verantwortung für seine 80 Mutterschafe seinem Sohn übergeben, der sich in seiner Freizeit auch noch für den Naturschutz engagiert. Ohne das Engagement der der Landwirte, die ihr Vieh noch auf die Weiden treiben, würden die artenreichen Wiesen des Vogelsberges für immer verschwinden.

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Nebenerwerbsschäferei auf Schloss Eisenbach
Joachim Schönfeld
Talstraße 67
36341 Lauterbach
Telefon: 06641 63376

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Lauterbacher Hemdenmanufaktur in Lauterbach

In Lauterbach, einer Stadt am nordöstlichen Rand des Vogelsbergs, befindet sich eine Maßhemden-Manufaktur. Die Idee, individuell gefertigte Hemden zu verkaufen, hatte Christian von Campe gemeinsam mit seiner Frau und einem Freund schon während der Studienzeit. Kurz entschlossen gaben sie einen Katalog heraus.

Vom Erfolg bestätigt, gründeten sie die Firma "Campe & Ohff". 1998 übernahmen sie in Lauterbach eine ehemalige Herrenwäsche-Fabrik. Heute produzieren dort 24 Näherinnen 20.000 Maßhemden und -blusen im Jahr.

Christian von Campe ist studierter Betriebswirt; seine Frau hat die Meisterschule für Mode in München besucht. Ihre Maßhemden und Blusen aus dem Vogelsberg verkaufen sie auch in eigenen Läden in Hamburg und Berlin.

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Lauterbacher Hemdenmanufaktur
Christian von Campe, Hans-Henrik Ohff
David-Eifertstr. 3
36341 Lauterbach
Telefon: 0800 31002100 (kostenfrei)
Infos unter: www.lauterbacher-hemdmanufaktur.de

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Schlitzer Leinenindustrie in Schlitz

Südöstlich von Lauterbach hat eine andere Handwerkskunst überlebt. Bis heute wird in Schlitz Leinen gewebt. Einst stand in fast jedem Haus ein Webstuhl. Selbst nach dem Zweiten Weltkrieg gab es noch sieben Webereien mit 2000 Beschäftigten. Nur zwei davon sind in der Burgenstadt übriggeblieben. Eine ist die "Schlitzer Leinen-Industrie", die von Edgar Driessen geführt wird.

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Schlitzer Leinenindustrie
Dipl. Ing. Edgar Driessen
Bruchwiesenweg 6-10
36110 Schlitz
Telefon: 06642 96160
Infos unter: www.schlitzer-leinen.de

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Ein Film von Astrid Dermutz

Sendung: hr-fernsehen, "Erlebnis Hessen", 10.05.2018, 16:45 Uhr