Die Franche-Comté kam erst 1678 zu Frankreich. Bis dahin stand sie unter dem Einfluss der Habsburger und der Schweizer. Die über Besançon und Belfort thronenden Zitadellen zeugen von den Kriegen der Vergangenheit und ihrem Baumeister Vauban.

Der monumentale "Löwe von Belfort, geschaffen vom Bildhauer der Freiheitsstatue, Frédéric-Auguste Bartholdi, ist das Wappentier der Freigrafschaft und das Markenlogo des Industriepioniers Armand Peugeot, der seit 1858 an seinem Stammsitz bei Montbéliard produziert. Dass Bartholdis Löwe heute über ein Enduro-Rennen wacht und die Zitadelle von Besançon exotische Gliederfüßer beherbergt, sind nur zwei Beispiele für einen spielerischen Umgang mit der eigenen Geschichte. Auch den Untergang der Uhrmacherindustrie in den 70-er Jahren hat man in der Kultur-Metropole Besançon zukunftsweisend überwunden: man setzt auf Nano- und Mikrotechnologie und gibt der "Horloge Comtoise", der traditionellen Standuhr, eine neue Technik und ein neues Gesicht. Die Dokumentation streift auch, im Spiegel realer Landschaften, das Leben und Werk eines der Geistesgrößen der Franche-Comté: Gustave Courbet. Als Begründer des französischen Realismus hat dieser Maler Kunstgeschichte geschrieben, seine Heimat versetzte er aber eher mit skandalösen Damen aus Paris in Aufruhr. Ein Jahr lang, vom Frühling bis in den Winter, fängt die 90 minütige Dokumentation die wilde und ursprüngliche Natur ein, begegnet kreativen Menschen, die stolz auf ihre Region schauen und dazu beitragen, dass die Franche-Comté und der Jura selbstbewusst in die Zukunft schauen können.

Sendung: hr-fernsehen, "Franche-Comté und Jura", 08.05.2021, 21:45 Uhr