Ostereier

Eier färben und verzieren mit Bianca Schuster.

1. Eier vorbereiten

Egal, ob ein hartgekochtes oder ausgeblasenes Osterei, beide Varianten müssen erstmal vorbereitet werden, um ein schönes Ergebnis zu erhalten.
Hartgekochte Eier werden dafür acht bis zehn Minuten gekocht und anschließend ausgekühlt. Wenn die Eier abgeschreckt werden, entstehen dabei mikroskopisch kleine Risse in der Schale, was die Haltbarkeit vom Ei um zwei Wochen verkürzt.

Ausgeblasene Eier werden ganz klassisch mit dem Mund ausgepustet. Dazu piekse ich oben und unten mithilfe einer Stopfnadel ein kleines Loch in das Ei. Den Eidotter versuche ich bestmöglich auch zu zerstechen, das erleichtert das Auspusten deutlich!

Damit die Eier die Farbe besser annehmen, werden sie vorher fünf bis zehn Minuten in Essig eingelegt oder mit einem Tuch mit Essig abgerieben. Dadurch wird die Kalkschale aufgeraut und so lässt sich auch der typische Stempel auf dem Ei entfernen. Bio-Eier haben eine dickere Schale und verkraften so ein Essigbad auch deutlich besser.

Wegen der Salmonellen sollten die Eier nie mit Wasser gewaschen werden, denn durch die poröse Schale könnten die Mikroorganismen ins Ei-Innere eindringen. Verunreinigungen sollten daher nur mit einem feuchten Tuch vorsichtig abgerieben werden.

2. Eier klassisch färben

Im Super- oder Drogeriemarkt erhält man überall die klassischen Eierfarben, entweder zum kalt oder warm Färben. Es entstehen dabei leuchtend bunte Ostereier in fünf verschiedenen Farben. Eine Anleitung steht dafür auf der Rückseite der Verpackung und lässt sich für hartgekochte und ausgeblasene Eier anwenden. Allerdings füllen sich die leeren Eier auch von innen mit dem Farbbad und man muss sie anschließend austropfen lassen.

3. Eier mit Naturprodukten färben

Man kann auch mit Lebensmitteln und Gewürzen Eier natürlich färben.
Einen schönes Gelb beziehungsweise Orange bekommt man zum Beispiel mit dem Gewürz Kurkuma. Dazu ein bis zwei Esslöffel Kurkuma mit 150 Milliliter heißem Wasser und einem Teelöffel Essig anrühren und die Eier hineinlegen. Die Farbe wird intensiver, umso länger die Eier im Farbsud liegen. Weiße Eier werden so schön sonnig gelb und braune Eier bekommen einen orangenen Farbton.

Kräftig Rot werden die Eier, wenn man sie in Rote-Bete-Saft legt. Bei weißen Eiern ist dabei das Ergebnis heller und bei braunen etwas dunkler.

Pastellgrün beziehungsweise -blau bekommt man vom Blaukrautsud. Die zwei unterschiedlichen Farbtöne lassen sich durch Zugabe von Essig und durch die Zugabe von einem Teelöffel Natron erzeugen. Auch hier gilt: umso länger die Eier im Sud ziehen, desto kräftiger das Farbergebnis.

Man könnte auch ein mit Kurkuma gelb gefärbtes Ei in den blauen Farbsud legen und bekommt einen Grünton.

Ein Trend sind graue Eier. Die Farbe erzielt man nur mit weißen Eiern und Kirsch-Holundertee. Dazu einfach zwei Teebeutel mit 150 Milliliter heißem Wasser aufgießen und ziehen lassen. Das Ei hineinlegen und je nach Farbintensität im Tee lassen.

4. Eier verzieren

Einen tollen Marmoreffekt erhält man, wenn man Eier mit Nagellack färbt. Dazu benötigt man eine mit Wasser gefüllte Schüssel. Nun gibt man ein paar Tropfen Nagellack auf die Wasseroberfläche – das macht man mit so vielen Farben wie man möchte. Man kann die Farben vorsichtig mit einem Zahnstocher verwischen. Am leichtesten geht das mit einem ausgeblasenen Ei, das "fädelt" man auf einen Schaschlik-Spieß und rollt es vorsichtig über die Wasseroberfläche. Der Nagellack bleibt an der Eierschale haften und trocknet innerhalb von ein bis zwei Minuten.

Mehrfarbige Ostereier erzielt man mithilfe von Küchenkrepp und Eier-Gelfarben, die im ebenfalls in Super- und Drogeriemärkten erhältlich sind. Dazu befeuchtet man ein Stück Küchenkrepp mit Wasser, drückt es gut aus und packt dann das Ei damit ein. Am besten dreht man die Enden zu. Mit den Gelfarben gibt man beliebig bunte Kleckse von außen auf die Kreppoberfläche. Bereits nach einer Minute ist das Ei fertig und durch die Falten vom Küchenkrepp entsteht ein interessantes Muster auf dem Ei.

Ein weiteres tolles Muster erhält man mithilfe von Luftpolsterfolie. Hierfür habe ich etwas von den Gelfarben auf den Noppen der Folie verteilt und das Ei darüber gerollt. Trocknen lassen und fertig. Noch schöner wird es, wenn die Eier bereits in einem hellen Farbton gefärbt sind und die Noppenstruktur mit einer weiteren Farbe aufgebracht wird.

Den edlen Touch bekommen Ostereier durch Glitzer oder Goldakzente. Diese können auf naturbelassene oder gefärbte Eier mithilfe von Bastelkleber aufgetragen werden. Darauf achten, dass der Kleber nach dem Trocknen durchsichtig wird.

Mit dem Bastelkleber können auch bunte Motive von Servietten aufgeklebt werden. Dazu die obere dünne Lage der Serviette vorsichtig abziehen, Motiv ausschneiden und möglichst faltenfrei auf die Eierschale kleben.

Ostereier mit persönlicher Note auf der Schale erhält man durch Aufbringen von Familienbilder oder Logos. Dazu mit einem Laserdrucker das gewünschte Motiv ausdrucken und mithilfe von Bastelkleber möglichst faltenfrei auf dem Ei anbringen. Wenn der Bastelkleber getrocknet ist, kann man nun das Papier anfeuchten und ganz vorsichtig abrubbeln – die Farbpigmente bleiben auf dem Ei.

Auch ohne Farben lassen sich Eier kreativ gestalten. Man benötigt nur einen schwarzen Edding und einen kleinen Sticker. Den Sticker auf das Ei kleben und mit dem Edding kleine Punkte um den Sticker setzen. An der Kontur des Stickers sind die Punkte eng beieinander, welche sich aber weiter außen voneinander entfernen. Dann wird der Sticker entfernt und das Motiv ist als "negativ" auf dem Ei zu sehen. Mit einem Edding lassen sich aber witzige Sprüche oder lustige Gesichter auf die Eierschalen zaubern, werden sie einfach kreativ. Und farbliche Highlights bekommt man mit weißen oder goldenen Eddings!

Sendung: hr-fernsehen, "hallo hessen", 06.04.2020, 16:00 Uhr