Salbei, Rosmarin und weitere Kräuter im Bund. Daneben liegen zwei Flaschen Öl.

Rezepte von Anja Seipel, Vogelsberger Kräuterhaus/Kräuterschule Botanikum.

Rosmarin-Ölauszug

Frische Rosmarinzweige waschen, trockentupfen, gut zerkleinern und ca. 20 Gramm in ein Schraubglas geben.

Kaltgepresstes, fettes Öl (Olivenöl, Rapsöl, Distelöl, Mandelöl o.ä.) im Verhältnis 1:10 (200 bis 250 Milliliter) dazugeben. Das Glas gut verschließen und kräftig durchschütteln.

Das Glas an einen warmen Ort stellen und ab und zu kräftig schütteln, damit sich die Inhaltsstoffe gut lösen. Nach drei bis vier Wochen die Kräuter abseihen und das fertige Auszugsöl in eine dunkle Glasflasche füllen. Das Öl hält sich kühl und dunkel gelagert circa sechs bis zwölf Monate.

Weitere Informationen

Das Rosmarinöl wird für äußerliche Einreibungen angewendet. Volksheilkundlich eingesetzt wird es bei leichten Muskel- und Gelenkschmerzen und bei niedrigem Blutdruck. Es ist auch zur unterstützenden Therapie bei rheumatischen Erkrankungen empfehlenswert. Für eine kühlende Wirkung nach dem Sport, können noch fünf Tropfen ätherisches Eukalyptusöl hinzugefügt werden.

Nicht direkt auf Schleimhäute, verletzte Haut und im Augenbereich auftragen! Auch während der Schwangerschaft/Stillzeit, bei Bluthochdruck und bei Kindern sollte das Öl nicht angewendet werden!

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5-Kräuter-Oxymel

Eine Handvoll frische Kräuter (Salbeiblätter, Eibischblätter, Dostkraut, Blutweiderichkraut, Walderdbeerblätter) klein schneiden und in ein großes Marmeladenglas geben. Dann so viel Apfelessig darüber gießen, bis alle Kräuter gut bedeckt sind.

Das Glas verschließen, zwei bis drei Wochen an einen kühlen Ort stellen, täglich umrühren oder schütteln. Den Kräuteressig abfiltern und im Verhältnis 1:3 mit einem regionalen Bienenhonig mischen. Das bedeutet: 100 Milliliter Kräuteressig werden mit 300 Gramm Bienenhonig vermischt.

Weitere Informationen

Diesen Oxymel kann man einnehmen bei Husten, Halsschmerzen oder vorbeugend in der Erkältungs- und Grippezeit. Allgemein wird vom Oxymel drei Mal täglich ein Esslöffel empfohlen, entweder unverdünnt oder in einem Glas Wasser. Bei Kindern sollte die Dosis entsprechend verringert werden.

In der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kleinkindern, sollte Oxymel nicht eingenommen werden. Wenn Sie auf die enthaltenen Kräuter allergisch reagieren, sollten Sie den Oxymel ebenfalls nicht verwenden.

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Beruhigungs-Kräutertropfen

Frische Melissenblätter, Zitronenverbenenkraut und Lavendelblüten ernten. Kräuter bei Bedarf waschen, gut trockentupfen und zerkleinern. Alles in ein helles Schraubglas geben und mit Alkohol (40-70%) auffüllen. Bei Frischpflanzen wird in der Heilpflanzenkunde, auf 100 Gramm Kräuter circa 250 Milliliter Alkohol, empfohlen. Bei getrockneten Kräutern ist das Pflanzen-Extrationsmittel-Verhältnis 1:5-1:10.

Das Glas verschließen und an einem warmen Ort drei bis vier Wochen ziehen lassen. Das Ganze dann durch einen Kaffeefilter in eine dunkle Tropfflasche absieben. Die so entstandenen Kräutertropfen halten sich circa ein Jahr.

Weitere Informationen

Volksmedizinisch werden die Kräutertropfen zur Beruhigung, Entspannung und bei leichten Einschlafstörungen eingesetzt. Die empfohlene Dosierung beträgt drei Mal täglich zehn bis 15 Tropfen in ein halbes Glas Wasser.

Personen, die keinen Alkohol trinken dürfen, sollten die Tropfen nicht einnehmen! Auch für Schwangere, Stillende und Kinder sind die Kräutertropfen nicht geeignet!

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Spitzwegerich-Schichthonig

Eine Handvoll frische Spitzwegerichblätter waschen, gründlich trocken reiben und klein schneiden. Die zerkleinerten Blätter circa ein Zentimeter hoch, locker in eine Schraubglas füllen. Eine Schicht Honig darüber geben, sodass der Spitzwegerich bedeckt ist. Danach wieder eine Schicht Blätter und Honig darüber. Das Ganze wird fortgesetzt bis das Glas voll ist, jedoch sollte man immer mit einer Honigschicht abschließen.

Sechs bis acht Wochen sollte der Schichthonig nun kühl und dunkel stehen. Alle paar Tage sollte das Glas umgedreht werden, damit der Wegerich immer von Honig umgeben ist und sich die Inhaltsstoffe besser lösen. Danach wird der Spitzwegerichhonig mithilfe von Sieb und Trichter in ein dunkles Glas oder in eine dunkle Flasche gefüllt.

Weitere Informationen

Der Schichthonig kann teelöffelweise direkt eingenommen oder auch in lauwarmen Hustentee gegeben werden. Die Erfahrungsheilkunde empfiehlt Spitzwegerichhonig bei Halsschmerzen, Husten und beginnenden grippalen Infekten.

Nicht geeignet ist der Honig während der Schwangerschaft, Stillzeit und für Kleinkinder!

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Sendung: hr-fernsehen, "hallo hessen", 08.09.2020, 16:00 Uhr