Über ein Jahr ist vergangen, seit ein rechtsextremer, psychisch verwirrter Mann neun junge Menschen, seine Mutter und schließlich sich selbst erschoss. Die Angehörigen haben sich in der „Gedenkinitiative 19. Februar“ zusammengeschlossen. Sie fordern eine genaue Rekonstruktion des nächtlichen Tathergangs in Hanau. Bei städtischen Behörden, der Polizei und Rettungskräften sehen sie massive Versäumnisse und rassistisches Verhalten – während der Tatnacht selbst, im Vorfeld der Tat und auch im Verlaufe der Ermittlungen, die weiterhin andauern. Die beteiligten Notfallfsanitäter sehen sich schweren Vorwürfen gegenüber, zu denen sie nun erstmals öffentlich Stellung nehmen. Die Einsatzkräfte der Nacht, zum Teil selbst traumatisiert, berichten von der dramatischen Situation am Tatort. Bis heute ist die Stimmung in der Stadt aufgewühlt, Hanau scheint seit dem Attentat vor einer Zerreißprobe zu stehen. Bilder der Opfer und mahnende Plakate hängen überall in der Stadt. Die Stadtverwaltung bekommt bis heute immer wieder anonyme Beschwerdebriefe, die sich gegen die Gedenkinitiative richten. Bürger und Bürgerinnen wünschen sich, dass „endlich wieder Ruhe einkehrt“ in der Innenstadt und am zweiten Tatort in Kesselstadt. Es müsse ein Weg gefunden werden, um gemeinsam weiterzuleben. Welche Konsequenzen ziehen die Menschen in Hanau aus dem Attentat? Schaffen sie es, das Trauma zusammen zu überwinden? Der Film „Hanau – eine Stadt im Schatten des Terrors“ wirft einen Blick auf den Mikrokosmos Hanau, eine Stadt, die exemplarisch für viele Städte in Deutschland steht.