Die Landwirtschaft kostet Milliarden, quält Tiere, versaut Böden und Grundwasser und ist außerdem klimaschädlich. Das meinen viele Städter. Und für die Bauern steht fest: Sie schuften und sind immer wieder kurz vor der Pleite, weil's den Städtern an der Supermarktkasse nicht billig genug sein kann. Das eine bedingt das andere. So weitergehen kann es nicht. Dabei ist der Ackerbau die Grundlage unserer Kultur - und unserer Ernährung. Was ist uns das Essen noch wert? Und geht es auch anders?

Wir sprechen mit Uta Ruge, Autorin des Buchs "Bauern, Land", mit Starkoch Franz Keller, Autor des Buchs "Ab in die Küche", mit hr1 Moderator Klaus Reichert, Autor des Buchs "Fleisch ist mir nicht Wurst", und Florian Schwinn, Autor des Buchs "Rettet den Boden".

Erzeuger und Kunde  –  Vom großen Missverständnis zwischen Stadt und Land

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Buchcover mit Kühen im Hintergrund
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Viele Städter entdecken gerade notgedrungen das Land, was soll man auch sonst machen? Doch unsere ländlichen Regionen gelten oft als strukturschwach, abgehängt und hinterwäldlerisch, und nicht unbedingt als schützenswerter Lebensraum, mit einer Landwirtschaft, die es zu erhalten gilt. 

Stattdessen regen sich viele auf über Monokulturen und konventionelle Landwirtschaft, bashen die Bauern fürs Bienensterben und die Nitratverschmutzung im Grundwasser. Dabei vergessen sie nur zu gerne, dass die Landwirte tagtäglich einen bitteren Existenzkampf führen und dass auch der Klimawandel und das Artensterben nur dann aufzuhalten sind, wenn die harte Arbeit auf dem Land angemessen entlohnt wird.
"hauptsache kultur" trifft die Journalistin Uta Ruge, die in ihrem gefeierten Sachbuch "Bauern, Land" den Entwicklungen in ihrem Heimatdorf nachgeht. Und wir sprechen mit dem Kulturgeografen Werner Bätzing, der mit "Das Landleben" ein Standardwerk verfasst hat, das klar macht, warum es in unser aller Sinne ist, das Landleben zu schützen.
Bericht: Nora Binder

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Uta Ruge "Bauern, Land", Kunstmann 2020
Werner Bätzing "Das Landleben: Geschichte und Zukunft einer gefährdeten Lebensform",

  • C.H.Beck 2020
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    Was ist Fleisch? – Wie wir den Bezug zum Essen wieder finden können

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    Porträts
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    Wollen wir Fleisch essen, müssen Tiere dafür sterben. Punkt. Das wird gerne in unserer modernen Gesellschaft verdrängt. Und selbst diejenigen, die Fleisch essen, finden oft rohes Fleisch oder Innereien "eklig". Fleisch darf nicht an den "Körper" erinnern, sondern existiert "am besten" nur als fertiges Schnitzel, Bratwurst oder Hühnchencurry.

    "Wir müssen wieder näher ran", sagt Klaus Reichert, Journalist und Buchautor von "Fleisch ist mir nicht Wurst. Über die Wertschätzung unseres Essens und die Liebe meines Vaters zu seinem Beruf". Die Regale im Supermarkt würden alle gleich aussehen, - die Ware, immer grammgenau und säuberlich abgepackt. Der Konsument, der die Natur oft nur aus der neuesten »Landlust« kennt, kann so seinem Einkaufserlebnis nachgehen ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie das Tier gelebt hat und gestorben ist. Die Forderungen von Klaus Reichert sind einfach und radikal: Wer Fleisch essen will, sollte bei einer Schlachtung dabei sein.
    Reichert ist selbst Metzgersohn. Wie steht es um des Moderators eigene Courage? Wo steuert ein jahrhundertealtes Handwerk hin? Und was muss sich bei den Konsumierenden ändern? Eine aufrüttelnde Bestandsaufnahme mit Klaus und Thomas Reichert in der Metzgerei Haxen Reichert.
    Bericht: Wero Jägersberg

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    Klaus Reichert "Fleisch ist mir nicht Wurst", Harper Collins 2020

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    Ab in die Küche – Wie das selbst Kochen das Bewusstsein zum Essen schärft

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    Mann trägt Ferkel auf den Arm
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    Franz Keller, ehemaliger Sternekoch aus dem Taunus, fordert: Kocht euch selbst etwas Gutes! Die Corona-Krise und das ständige zu Hause sein macht es dem durchschnittlichen Haushalt leichter zum eigenen Herd vorzudringen. Dafür beschwört Keller die einfache Spitzenküche, die Küche, die sich mit qualitativ hohen Ansprüchen auf das Wesentliche besinnt. Küchenrebell Keller beschert seinen Gästen gerne auch mal eine Curry-Wurst. Kleine kulinarische Provokation vielleicht? Das Fleisch allerdings kommt von den Tieren auf seinem Hof aus eigener Zucht, der Ketchup ist auch nicht aus der Tube - Das macht er selbst und das lohnt sich für jeden!

    Die Menschen seien bereit für einen neuen Umgang mit Lebensmitteln, doch sei die Politik in Deutschland und der EU von starken Lobbyinteressen ausgebremst. Franz Keller will zeigen, wie man mit guten Zutaten und einfachen Mitteln gesund und lecker kocht. Und auch, wie sich das jeder leisten kann. Kochen, so sagt Keller, schärft das Bewusstsein. So können wir nicht nur besser, gesünder und leckerer essen, sondern auch wieder Respekt gegenüber dem Lebensmittel bekommen, und damit auch den Kopf frei in stressigen Zeiten.
    Bericht: Uli Zimpelmann

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    Franz Keller "Ab in die Küche", Westend Verlag 2020

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    Rettet den Boden - Wie die Landwirtschaft den Klimawandel aufhalten kann

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    Porträt
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    Die Böden unter unseren Füßen sind unsere Lebensgrundlage. Ohne Böden, kein Essen. Wir leben auf und von ihnen. Doch um die Gesundheit der Böden steht es sehr schlecht. Denn viele Böden sind überdüngt und beschädigt, leblos. In einem gesunden Kubikmeter Boden, leben mehr Bodenlebewesen als es Menschen auf der Erde gibt.

    Vergesst die Mobilitätswende, Energiewende, den Klimawandel, sagt Buchautor Florian Schwinn, denn wenn wir den Boden nicht mehr haben, ist es vorbei! Doch es gibt Wege, unsere Wirtschaftsweise zu ändern und damit die Böden noch zu retten.
    Bericht: Philipp Wellhöfer

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    Florian Schwinn "Rettet den Boden – Warum wir um das Leben unter unseren Füssen kämpfen müssen", Westend Verlag, 2019

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    Moderation: Selma Üsük
    Redaktion: Christian Sprenger, Juliane Hipp

    Unsere nächste Sendung ist am Donnerstag, 04.03.2021, 22:30 Uhr!

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    Sendung: hr-fernsehen, "Hauptsache Kultur", 25.02.2021, 22:30 Uhr