Übertragen sich traumatische Erlebnisse auf die Nachfahren - auf die Kinder und Enkelkinder, auf ihre Verhaltensmuster und Gefühle? Träumt er deshalb vom Krieg, in dem er als Panzerfahrer durch einen Wald fährt und auf Menschen feuert? Der gebürtige Kasseler und Filmemacher Sebastian Heinzel will das herausfinden und begibt sich auf die Suche nach den Geschichten seiner Großväter, die im Krieg waren, und nach den Wurzeln des Schweigens in seiner Familie - der großen Schuldfrage. Mit Hilfe von Wissenschaftlern, Therapeuten und Autoren erforscht der Regisseur, wie einschneidende kollektive Ereignisse wie Flucht, Vertreibung und Völkermord bis in die zweite und dritte Generaion hineinreichen. Der Dokumentarfilm "Der Krieg in mir" wird seit Sommer auf verschiedenen Filmfestivals gezeigt, jetzt auf dem Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest. Im nächsten Jahr kommt er in die Kinos mit Buch zum Film.