Sujetbild: Eine Spielzeugfamilie steht auf Geldscheinen
Oft geht mehr als das halbe Familieneinkommen für die Miete drauf. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Es ist eine Debatte, die lange nicht geführt wurde: Immer mehr Menschen sind in Deutschland von Armut bedroht. Senioren, Kinder, Alleinerziehende und junge Berufseinsteiger sind die Gruppen, die es oft am härtesten trifft. Gerade werden in der Politik und den Medien die Stimmen wieder lauter, die eine andere Verteilung fordern. Sie fragen: Was muss getan werden, damit es in einem reichen Land wie Deutschland wieder eine gerechtere Verteilung von Vermögen, Aufstiegschancen und sozialer Teilhabe gibt? Und wie kann man auch Menschen, die wenig bis kein eigenes Einkommen haben – oder ihren Kindern – kulturelle Teilhabe ermöglichen?

Regelmäßige Konzert-, Museums- und Theaterbesuche kann sich nicht jeder leisten, mal eben mit der ganzen Familie ins Kino – für manche ist das purer Luxus.

In Bad Homburg gibt es seit sechs Jahren Menschen, die genau dafür kämpfen: Der Verein "KulturLeben Hochtaunus" engagiert sich ehrenamtlich und sehr erfolgreich dafür, dass auch arme Menschen die Möglichkeit bekommen, an Kulturangeboten teilzunehmen.

Die Macher finden, dass Kultur ein Menschenrecht ist. Institutionen, Kulturträger, Firmen und Privatleute beteiligen sich an dem Projekt und sorgen mit ihren Geld- oder Kartenspenden für mehr kulturelle Teilhabe – ausgerechnet in Bad Homburg, einer Stadt, die als wohlhabend gilt. Doch auch hier ist die Zahl der von Armut Betroffenen in den vergangenen Jahren gestiegen.

"hauptsache kultur" trifft engagierte Kulturpaten und Menschen, die ohne "KulturLeben Hochtaunus" keine Kulturveranstaltungen besuchen könnten. Wir stellen aber auch die Frage: Wie kann es sein, dass es erst eines ehrenamtlichen Vereins bedarf, um Menschen und Kultur zusammenzubringen?

Bericht: Alexander C. Stenzel

Sendung: hr-fernsehen, "hauptsache kultur", 21.03.2019, 22:45 Uhr