Lesbische, schwule, bisexuelle, queere, nicht-binäre oder Transmenschen gibt es schon immer. Nur wollte das offenbar lange Zeit niemand wissen. Diese Zeiten sind vorbei. LGBTIQ+ Menschen zeigen selbstbewusst, dass es sie gibt und prägen auch die Kultur. Im Film, der Musik oder der Literatur.

Wir sprechen mit den hessischen Romanautorinnen Jennifer Hauff und Alicia Zett. Wir besuchen Luca, der sich gerade einer Geschlechtsangleichung unterzieht, sind in der Schirn Frankfurt in der Retrospektive der Londoner Künstler Gilbert & George und sprechen mit der Schauspielerin Karin Hanczewski und dem Schauspieler Ulrich Matthes über das Manifest #actout.

Queere Literatur – Mehr als ein Trend

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Porträt
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Die hessischen Autorinnen Jennifer Hauff und Alicia Zett schreiben queere Romane. Jennifer Hauffs "Verschnitt" ist ein Thriller über Intersexualität, über einen Chirurgen, der mit geschlechtsverändernden Operationen Gott spielt. Es ist ein Buch über Vergeltung und dysfunktionale Familien – inspiriert von einer wahren Begebenheit des Falles David Reimer.

Porträt

Alicia Zett schreibt erfolgreich Liebesromane aus der LGBTIQ+ Community, Bücher, die sie selbst gerne lesen würde – geschrieben für junge Erwachsene. In ihrem neuesten Buch geht es um die Liebe zweier Männer. Alicia Zett schreibt aus ihrer Welt über ihre Welt, keine Aufklärungsbücher, keine gesellschaftskritischen Texte, sondern Bücher, in denen sich Menschen der LGBTIQ+ Community wiederfinden.
Bericht: Natascha Pflaumbaum

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Jennifer Hauff: Verschnitt. Mainbook, 2021
Alicia Zett: Not your type. Droemer/Knaur, 2021

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Endlich ganz da - Wie Luca den Weg zum richtigen Körper findet

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Porträt
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Luca Pfeiffer aus Kassel ist 22 Jahre alt und transident: Er wurde als Mädchen geboren, fühlt sich aber männlich. Spätestens seit der Pubertät ist ihm klar geworden, dass er im richtigen, einem männlichen Körper leben möchte. Darüber schreibt er Lieder. Luca singt - bis vor kurzem noch mit weiblicher Stimme, doch das Testosteron, das er seit gut einem halben Jahr gespritzt bekommt, verändert vieles, auch seine Stimme. Wer Luca heute singen hört, hört einen jungen Mann. Einen, der gerade eine Kehrtwende in seinem Leben erlebt.
Bericht: Daniela Möllenkamp

 Gilbert & George – Wie Kunst und Humor das Weltbild ändern

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Zwei Männer sitzen nebeneinander
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Sie sind sehr gerne weiße, privilegierte Queermänner, sagen Gilbert & George, beide knapp 80 Jahre alt. Ihre Kunst überschreitet schon immer Grenzen, ist provozierend. Sie sind stets zu zweit, doch verstehen sich als nur ein Künstler. Verschmolzene Identitäten sozusagen. Die Frankfurter Schirn zeigt aktuell eine große Retrospektive und wir haben Gilbert & George aus diesem Anlass zum Interview getroffen.
Bericht: Stefanie Appel

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Ausstellung in der Schirn Frankfurt - jedoch voraussichtlich bis 09. Mai geschlossen. Virtuell besuchbar unter www.schirn.de/ausstellungen/2021/gilbert_george/

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#actout – Wie Schauspielstimmen Diversität sichtbar machen

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Montage Mann und Frau im Porträt
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In ihrem Manifest #ActOut treten 185 lesbische, schwule, bisexuelle, queere oder nicht-binäre sowie transgender Schauspieler:innen für mehr Akzeptanz und Anerkennung innerhalb der Gesellschaft und der deutschsprachigen Film- und Fernsehbranche ein. Ein Paukenschlag. Zeigt #actout doch nichts anderes, als wie sehr ein Coming Out der Schauspielkarriere auch heutzutage noch immer schaden kann.
Bericht: Antje Harries

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mehr dazu unter Manifest #ActOut

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Lil Nas X – Ein Rapper, der aus der Reihe tanzt

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Mann umschwirrt von Schmetterlingen
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Lil Nas X erfüllt alles, nur nicht das Klischee eines US-Rappers. Der 22-jährige mischt Rap mit Country, wirft sich in pinke Cowboy-Outfits und scheut nicht davor zurück, in hohen Lackstiefeln und Boxershorts einen Poledance zu seinen Rap-Zeilen hinzulegen.
Provokation oder eine musikalische Revolution? Seit seinem Durchbruch 2019 mit dem Country-Hip-Hop-Hit "Old Town Road", der mit insgesamt 19 Wochen an der Spitze der Billboard Hot 100 zum erfolgreichsten Song in der Geschichte der US-Charts avancierte, beherrscht Lil Nas X, der bürgerlich Montero Lamar Hill heißt, die Schlagzeilen. Als einer von wenigen Rappern hat er erstmals offen über seine Homosexualität gesprochen. Noch nie hat sich jemand vor ihm als aktuelle Nummer 1 der Billboard-Charts geoutet. Auch mit seinem neuen Song "Montero (Call Me By Your Name)" setzt er ein starkes Statement für gleichgeschlechtliche Liebe. Im dazugehörigen Musikvideo wird Lil Nas X aus dem Garten Eden gestoßen und vor Gericht geführt. Schließlich landet er über eine lange Poledance-Stange in der Hölle und verführt den Teufel. Der Song ist sein bisher persönlichstes Werk, Kontroverse mit einkalkuliert: "Die Leute werden wütend sein, sie werden sagen, dass ich eine Agenda vorantreibe. Die Wahrheit ist, dass ich das tue. Die Agenda, die Leute dazu zu bringen, sich verdammt nochmal aus dem Leben anderer Leute herauszuhalten und aufzuhören zu diktieren, wer sie sein sollten," kommentierte Lil Nas X sein Werk und beglückwünschte sich zu seinem Erfolg. In einem weiteren Tweet gerichtet an seine Nicht-Fans legte er nach: "Ich hoffe, meine Hater sind traurig."
Für 2021 hat Lil Nas X sein Debütalbum angekündigt.

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Moderation: Selma Üsük
Redaktion: Christian Sprenger, Nora Binder

Unsere nächste Sendung ist am Donnerstag, 22.04.2021, 22:30 Uhr!

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Sendung: hr-fernsehen, "Hauptsache Kultur", 15.04.2021, 22:30 Uhr