Unsere Themen: Gleiche Chancen für alle? – Wie die Politik Bildungsungleichheit verschärft | Humor als Therapie - Heinz Strunk erhält Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor | Wie sieht Hörspiel aus – das Radio Live Theater mit "Sherlock und der Hund von Dartmoor" | #gehessisch – Das Schlimmste aus der Kulturwoche in 90 Sekunden | Tipp: Cresc... Biennale für aktuelle Musik

Gleiche Chancen für alle? – Wie die Politik Bildungsungleichheit verschärft

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Drei Kinder sitzen mit einer Lehrerin von einer Tafel
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Es war einmal das bürgerliche Glücksversprechen der sozialen Marktwirtschaft: Alle sollten die Möglichkeit haben, den Aufstieg zu schaffen. Niemand sollte durch Elternhaus, Vermögen und Herkunft eingeschränkt, kein Kind zurückgelassen werden. Dabei entscheidend: Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Wie aber ist es heute darum bestellt?
Einer aktuellen Studie des World Economic Forum zufolge schneidet Deutschland in der Chancengleichheit nur mittelmäßig ab. Eine der größten Hürden für den sozialen Aufstieg sind ungleiche Bildungschancen. Und damit verbunden die Frage: Wie viel ist uns die Bildung unserer Kinder wert? "Es ist das Wichtigste!",  das wird gerne in jedem zweiten Politiker*innen-Interview gesagt. Doch es gibt unzählige Beispiele überall, die zeigen: So weit her kann es damit nicht sein. Überall sieht man Bildungs­einrichtungen in marodem Zustand. Der Sanierungsstau in deutschen Schulen wächst unaufhörlich. Mancherorts können Kinder nicht mehr in die Schwimm- oder Sporthalle oder werden jahrelang in Containern unterrichtet, weil ihre Schule sich selbst überlassen wurde.
Ein besonderes Trauerspiel dieser Art kann man gerade in Frankfurt am Main erleben: Hier werden die Ernst-Reuter-Schulen, die seit Jahrzehnten integrativ und inklusiv arbeiten und besonders auch Kindern aus sozial schwächeren Schichten gute Bildungschancen ermöglichen, und die benachbarte Europäische Schule, auf die vor allem Kinder von Angestellten der Europäischen Zentralbank gehen, gegeneinander ausgespielt. Jahrelang hat die Politik es versäumt, die Reuter-Schulen zu sanieren, und gleichzeitig der rasant wachsenden Europäischen Schule keinen neuen Standort zugewiesen – trotz gegenlautender Versprechungen. Das Resultat: Die Politik hat entschieden, dass die integrative Reuter-Schulen jetzt der Europäischen Schule ausgerechnet das Gelände abtreten soll, auf dem ihre inklusiven Bildungsangebote angesiedelt sind, wofür die Schule im Gegenzug unbebaubares Land bekommt, mit dem sie so gut wie nichts anfangen kann. Gleiche Chancen für alle? Offenbar nicht erwünscht.
"Hauptsache Kultur" über die Frage: Wie viel ist uns die Bildung unserer Kinder wert? Und was macht das mit nachwachsenden Generationen, wenn sie von klein auf erleben, dass in dieser Gesellschaft  nicht alle ähnlich gute Chancen bekommen?

Bericht: Ulf Kalkreuth

Humor als Therapie - Heinz Strunk erhält Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor

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Heinz Strunk
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Er ist Schriftsteller, Musiker, Schauspieler. Ein Kulturschaffender mit Humor. Schreibt für das Satire-Blatt Titanic die Kolumne "Intimschatulle" und tritt regelmäßig beim NDR-Satire-Magazin Extra 3 auf. Als Schriftsteller interessieren ihn Menschen am Rand der Gesellschaft, als Humorist versucht er mit dem Schmerz des Lebens umzugehen, eine Notwendigkeit um seinen ewigen Ernst zu relativieren. Von seiner Disposition her sei er eher ein Trauerkloß.
Kein Wunder bei seiner Kindheit. Er wächst ohne Vater bei seiner schwer depressiven, schizophrenen Mutter auf. Pflegt sie bis zu ihrem Tod. Da war er 36 Jahre und Musiker in einer Tanzkapelle.
In seinem Roman "Fleisch ist mein Gemüse" schreibt er darüber. Das Buch wird sein erster großer Erfolg. Und genauso erfolgreich verfilmt. Vor vier Jahren dann sein zweiter großer Erfolg, als er den schonungslosen Roman "Der goldene Handschuh" über den Frauenmörder Fritz Honka schreibt, der dann von Fatih Akin verfilmt wurde.
Davor und zwischendrin war und ist sein Humor eher etwas für Experten, wie bei den Projekten "Studio Braun" und "Fraktus", für die er mit Rocko Schamoni und Jacques Palminger auf die Bühne geht.
Wir treffen Heinz Strunk in Hamburg bei den Proben zu "Coolhaze", Heinrich von Kleists Geschichte des Michael Kohlhaas, das er mit Studio Braun Mitte März als größenwahnsinniges Filmprojekt auf die Bühne des Hamburger Schauspielhauses bringt. Sprechen mit ihm über das Stück, über Humor in unseren politisch-gesellschaftlich schweren Zeiten, darüber, wie ihn seine schwere Vergangenheit geprägt hat und wie er es überhaupt geschafft hat, trotzdem künstlerisch so erfolgreich zu werden.

Bericht: Carola Wittrock

Rechter Terror und Demokratie

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Hanau nach dem Terror
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Ein mutmaßlich rechtsextremer Täter hat im hessischen Hanau zehn Menschen und sich selbst erschossen. Wir gehen der Frage nach: Wie wehrhaft muss unsere Demokratie jetzt sein? Und wer sind die geistigen Brandstifter für solche Taten? Ein Gespräch mit der Schriftstellerin Jagoda Marinić, dem Politikwissenschaftler Claus Leggewie und dem Publizisten Michel Friedman.

Wie sieht Hörspiel aus – das Radio Live Theater mit "Sherlock und der Hund von Dartmoor"

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Das hr2-RadioLiveTheater in „Der Hexer kehrt zurück“
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So sieht Audio aus, wenn es quietschbunt ist. Die Truppe vom hr2-Radio Live Theater bringt einen  Sherlock-Holmes-Krimi auf die Bühne, als Hybrid, als Melange von Hörspiel und Theater. Was da beim Hören nur zu ahnen wäre, wird gleich ins Bild gesetzt. Da trägt der Sherlock Holmes seine karierte Deerstalker-Mütze. Da wird an der Pfeife gezogen und mit der Pistole rumgefuchtelt. Sichtbar wird der Sound, wenn der Geräuschemacher Dielen knarzen und die Pistole losgehen lässt. Die Filmmusik gibt's auf Instrumenten live eingespielt, wenn's denn ein Film wäre, aber es ist ja ein Hörspiel. Gänsehaut versprechen die Macher und geben den Zuhörerschauern eine Gruselgarantie. Dabei wird mit einem Retrocharme so absurd und komisch inszeniert, dass es an die Rialto-Filmproduktionen der 60er Jahre erinnert. Es wundert nicht, dass Radio Live Theater sich auch schon Karl May vorgenommen hat. "Old Shatterhand unter Kojoten" gibt's am 5. März in Offenbach. Auch Edgar Wallace wird gewürdigt. "Der Hexer kehrt zurück" und zwar am 7. März nach Bad Homburg. Die Bühne aber für "Sherlock und der Hund von Dartmoor" wird im Museum für Kommunikation in Frankfurt aufgebaut. Die Museumsleitung sieht in der Fusion aus Hörspiel und Theater eine Erweiterung der Möglichkeiten von Kommunikation. So etwas muss ins Kommunikationsmuseum. 
Radio Live Theater verspricht ein großes Event für alle Krimifans und Kassettenkinder.

Bericht: Uli Zimpelmann

Weitere Informationen

Termine: Radio Live Theater

"Old Shatterhand unter Kojoten": 5. März Offenbach, 2. April Dreieich
"Der Hexer kehrt zurück": 7. März Bad Homburg, 28. März Oestrich-Winkel
"Schwarz-Rot-Petticoat": 6. März Wiesbaden

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#gehessisch – Das Schlimmste aus der Kulturwoche in 90 Sekunden

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Biber am Mainufer Grafik
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Killer-Biber im Anmarsch ! Und: Foodporn für die Ohren.  Das Niveauvollste aus der Kulturwoche in 90 Sekunden.
In unserer Rubrik #gehessisch knöpfen wir uns satirisch die Nachrichten der Woche aus Hessen vor: Gesprächswertiges aus Kultur und Politik, Glamour und Abseitiges – in 90 Sekunden nehmen wir auseinander, was die Welt und Hessen gerade mehr oder weniger bewegt. Rasant, witzig und bitterböse – das ist #gehessisch.

Bericht: Juliane Hipp/Dominik von der Lühe

Tipp: Cresc... Biennale für aktuelle Musik

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cresc... Biennale für aktuelle Musik  Logo
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Am Ende steht uns der Sinn nach der Biennale für aktuelle Musik in Frankfurt und Offenbach, die morgen startet und bis zum 7. März läuft. Der Titel: Cresc., das Motto: Human Machine – mit vielen unterschiedlichen Veranstaltungen.

Weitere Informationen

Moderation: Cécile Schortmann
Redaktion: Tom Klecker, Dorothee Ott

Unsere nächste Sendung ist am Donnerstag, 05.03.2020, 22:45 Uhr!

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