Die Themen unserer unmoderierten Sendung: Gruselige Vorahnung – Wieso der Film "LIVE" die Veränderungen unseres Soziallebens durch Corona vorweg nimmt | Du bist, was du isst? - Eine Reise durch die deutsche Gesellschaft anhand von Kochbüchern | Grünes Erwachen 2.0 – Wie können Nachhaltigkeit und sozial faires Arbeiten gelingen? | Voll nice – Leif Randts fröhlich-dystopischer Roman "Allegro Pastell" | Theater trotz(t) Corona – Künstler des Wiesbadener Staatstheaters zeigen kleine Kultur-Highlights (Teil 1)

Gruselige Vorahnung – Wieso der Film "LIVE" die Veränderungen unseres Soziallebens durch Corona vorweg nimmt

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Szene aus dem Film "Live"
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Leere Straßen, verunsicherte Menschen, keine Schulen und Konzerte mehr, Versammlungen verboten – so sieht die Welt aus im Spielfilm LIVE. Hier ist es zwar menschengemachter Terror und kein Virus, der das öffentliche Leben bedroht, doch das Szenario und die Konsequenzen sind unfassbar ähnlich. "Dass wir nur wenige Wochen nach der Premiere von LIVE genau das real erleben würden, was in LIVE als Fiktion entworfen wird, überrascht und erschreckt mich", sagt die Frankfurter Regisseurin Lisa Charlotte Friederich. Sie hat den Stoff zusammen mit der Musikerin Rike Huy entwickelt und den Film lange vor der Corona-Pandemie gedreht. Das Drama erzählt von Musikern, die gegen die eigene Angst rebellieren, illegale Live-Konzerte geben und dabei ständig bedroht sind vom anonymen Terror.
Der Film feierte seine Premiere auf dem Max Ophüls Filmfestival in Saarbrücken im Januar. Nun sollte er auch auf dem LICHTER Filmfest in Frankfurt gezeigt werden. Doch das ist jetzt nicht mehr vor Publikum möglich. Stattdessen gibt es ihn gegen Eintrittsgeld auf der Online Plattform "LICHTER-On-Demand" zu sehen - zusammen mit einem verkleinerten, aber auserwählten Filmprogramm, Diskussionsforen und Podcasts. Damit wollen die Veranstalter des Lichter Filmfestes auch die vielen kleinen Kinobetreiber, die die Filme gezeigt hätten, unterstützen.
"hauptsache kultur" hat mit den Machern des Festivals, mit den Filmemacherinnen von LIVE und auch Kinobetreibern gesprochen. Wie erleben sie die jetzige Situation, welche Ängste und Hoffnungen begleiten sie und wie wird kulturelles Leben nach Corona aussehen?
Beitrag: Uli Zimpelmann

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LIVE
Ein Film von Lisa Charlotte Friederich
Spielfilm, D 2020

LICHTER Filmfest Frankfurt International vom 21. – 26 April 2020
Programm des LICHTER Filmfests

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Du bist, was du isst? - Eine Reise durch die deutsche Gesellschaft anhand von Kochbüchern

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Obst und Gemüse
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Es scheint ein Paradox zu sein: Noch nie war das Angebot für Lebensmittel und nützliche Küchengeräte so groß wie heute. Gleichzeitig wird immer weniger gekocht. Wie steht es um unsere Gesellschaft, wenn wir uns teure Hochglanz-Küchen kaufen, diese aber gar nicht benutzen? Sind wir alle nur Selbstblender, die vor allem im Internet schöne Essfotos posten? Oder suchen wir doch noch im Kochen eine Art Ruhepol?
Mit solchen Fragen beschäftigt sich Jana Rückert-John. Die Ernährungssoziologin untersucht, wie sich unser Essverhalten in den Jahrzehnten verändert hat und welche Rückschlüsse auf unsere Gesellschaft gezogen werden können. Ein Hilfsmittel für sie: Kochbücher. Diese seien "ein Spiegel der Gesellschaft", mit deren Hilfe man ablesen könne, wie gut es den Menschen geht. Selbst heute noch gelte das alte Credo: Du bist, was du isst.
Davon kann auch der Lebensmittelchemiker Jürgen Budde berichten. In seinem Haus in Darmstadt hat der passionierte Hobbykoch rund 400 Kochbücher gesammelt. Originale und Faksimiles alter Werke, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen.
"hauptsache kultur" hat sich mit Jana Rückert-John und Jürgen Budde auf eine kulturelle Zeitreise begeben und geschaut, wo sich unser heutiges Essen von den Kochgewohnheiten von früher unterscheidet. Und wo es Gemeinsamkeiten gibt.
Beitrag: Simon Broll

Grünes Erwachen 2.0 – Wie können Nachhaltigkeit und sozial faires Arbeiten gelingen?

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Ein Bäcker knetet Brotteig für Vollkornbrote und wendet sie in Mehl.
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Spätestens in den 1970er Jahren ist die Erkenntnis gereift: Wir brauchen ein Wirtschaftssystem, das zugleich ökologisch nachhaltig und sozial gerecht ist. Der Planet ist nicht zu retten, wenn die Energieträger verbrannt, die Bodenschätze ausgebeutet und die Menschen zu Gliedern einer Produktions- und Verwertungskette degradiert werden. Aber es gibt Versuche, dieser zerstörerischen Entwicklung entgegenzuwirken. In Gestalt von Unternehmen, die aus globaler Verantwortung anders arbeiten.
"hauptsache kultur" stellt den Wiesbadener Bio-Bäcker Volker Schmidt-Sköries und Dorothea Hess vor, die das Modeunternehmen "hess natur" in Butzbach gründete. Können sie Vorbild für ein neues Wirtschaftsmodell sein?
Bericht: Marco Giacopuzzi

Voll nice – Leif Randts fröhlich-dystopischer Roman "Allegro Pastell"

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Porträt
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Den Leipziger Buchpreis 2020 hat Leif Randt dann doch nicht bekommen. Grämen muss er sich deswegen nicht, wird sein neuer Roman doch frenetisch in der Presse gefeiert. Die "ZEIT" etwa schreibt, "Allegro Pastell" sei "definitiv eines der wichtigsten deutschen Bücher der Gegenwartsliteratur" der letzten 25 Jahre.
Jerome und Tanja führen, dank Bahncard 50, eine Fernbeziehung zwischen Berlin und Frankfurt-Maintal. Er, Webdesigner, sie Schriftstellerin, beide geboren in den 1980er Jahren. Das Pendeln zwischen der Hauptstadt und dem suburbanen Maintal lässt sie zu genialen Beobachtern der deutschen Mittelschicht werden – und zu obsessiven Beobachtern ihrer selbst.
Behütet aufgewachsen, gut aussehend, kreativ und emotional intelligent: Eigentlich haben sie alles, eine scheinbar makellose Beziehung mit wohl dosierten Exzessen. Existentielle Herausforderungen: keine. Die Klimakrise? Weit weg. Rechter Terror? Irgendwo, vielleicht.
Leif Randt hat einen neuen freundlich-kühlen, sanft ironischen Sound für eine Generation gefunden, die unter den Dauerkanzlerschaften Kohl und Merkel groß wurde. Ein Blick auf heutige Mittdreißiger der Mittelklasse: erhellend, unterhaltsam aber auch eine Anti-Utopie der jüngsten Gegenwart.
"hauptsache kultur" trifft Leif Randt, der seine Hauptperson Jerome stark autobiographisch angelegt hat, an den Orten seiner Herkunft: Maintal und Frankfurt.
Bericht: Brigitte Kleine

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Lesen im Lockdown: Leif Randt liest aus "Allegro Pastell"

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Theater trotz(t) Corona – Künstler des Wiesbadener Staatstheaters zeigen kleine Kultur-Highlights (Teil 1)

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Theater trotzt Corona - Bluesbrother
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"Everybody needs somebody" – nur einer der Hits aus dem Kultfilm "Blues Brothers". Und gerade jetzt, während der Corona-Krise hat der Text besondere Bedeutung. Das Junge Staatsmusial des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden würde das Stück gerade spielen, wenn die Theater nicht gerade geschlossen wären. Nach dem Kultfilm von John Landis hat Regisseurin und Choreografin Iris Limbarth die Musicalversion geschrieben und inszeniert. Leonard Linzer spielt Jake Blues, einen der Blues Brothers, und singt als kleine Aufmunterung exklusiv für "hauptsache kultur" den Song auf einem Wiesbadener Parkdeck.
Eine Serie von Dorothee Ott und Mariska Lief

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Redaktion: Juliane Hipp, Tom Klecker

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Sendung: hr-fernsehen, "hauptsache kultur", 16.04.2020, 22:45 Uhr