Die Themen unserer unmoderierten Sendung: Sex, Politik und ein Mord – Warum Frankfurt das Leben und den Tod einer Edelprostituierten wiederentdeckt | Wenn der Pandemie-Humor nervt – Wann sind Witze über Corona wirklich lustig? | Verlage während der Corona-Krise | "Sex und Liebe im Digitalzeitalter" – Hat das romantische Ideal der immerwährenden Partnerschaft ausgedient? | Ramon A. John vom Wiesbadener Staatsballett tanzt - Theater trotz(t) Corona

Sex, Politik und ein Mord – Warum Frankfurt das Leben und den Tod einer Edelprostituierten wiederentdeckt

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Rosemarie Nitribitt
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Kaum ein Kriminalfall hat Deutschland so erschüttert und gleichzeitig so fasziniert wie der von Rosemarie Nitribitt. Als Prostituierte in Frankfurt baute sie sich in den 1950er Jahren ein Vermögen auf, mit ihrem luxuriösen Mercedes-Cabrio war sie stadtweit bekannt, ihre Kunden waren die reichsten Männer Deutschlands. Mit 24 Jahren wird sie ermordet – aus Eifersucht oder weil sie sich mit den Mächtigen angelegt hatte? Im Verdacht standen hochangesehene Politiker und Industrielle. Die Boulevardmedien befeuerten etliche Verschwörungstheorien, und die Polizei versagte bei den Ermittlungen. Bis heute ist ihr Mordfall ungeklärt. Doch die Faszination für diese True Crime-Story ist ungebrochen. Bereits ein Jahr nach dem Tod von Rosemarie Nitribitt widmet der Publizist Erich Kuby ihrer Geschichte einen Roman. In diesem Jahr hat sich die Eventreihe "Frankfurt liest ein Buch" die Neuauflage von "Rosemarie - Des deutschen Wunders liebstes Kind" vorgenommen. Wegen Corona mussten zwar die meisten öffentlichen Events abgesagt oder verlegt werden, dafür gibt es schon jetzt zahlreiche digitale Angebote. So bietet Historiker Christian Setzepfandt eine digitale Stadtführung auf den Spuren von Nitribitt an. Und hr2-kultur sendet Lesungen im Radio und als Podcast.
"hauptsache kultur" hat Christian Setzepfandt zu den Schauplätzen von Rosemarie Nitribitts Leben begleitet und gefragt, warum ihre Geschichte auch heute noch so viel Schlagkraft hat.
Bericht: Mariska Lief

Wenn der Pandemie-Humor nervt – Wann sind Witze über Corona wirklich lustig?

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Klopapier-Rechner
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Kennste den?! Vor zwei Wochen schrieb ein genervter Freund in die WhatsApp-Gruppe, ob man sich darauf einigen könnte, keine Klopapier-Witze mehr zu posten. Dabei heißt es doch, Lachen sei die beste Medizin oder nehmt es mit Humor. Aber mit dem Humor ist es so eine Sache. Gerade in Corona-Zeiten. Humor ist eine Charaktereigenschaft, eine innere Haltung, und die Witze huschen zurzeit in Eiltempo und in allen erdenklichen Formen durch die sozialen Netzwerke: als Schenkelklopfer, als Situationskomik, als Insider-Joke, als Zote, Flachwitz oder Galgenhumor.  Was ist ein guter Corona-Witz? Dürfen, sollen oder müssen wir über diese Krise auch lachen?
"hauptsache kultur" hat die Profis gefragt: Greser & Lenz, bei einem "Freilicht-Interview" im Garten des besten Karikaturisten-Duos der Bundesrepublik. Seit 25 Jahren zeichnen sie für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und bringen es auf den Punkt: "Man kann die Welt als Tragödie oder Komödie begreifen, beide Haltungen ändern sie nicht, die komische macht sie aber erträglicher". Und da wir alle seit Wochen mit Corona-Witzen überflutet werden, haben wir auch Hessens führenden Traumaexperten befragt: Können Witze angesichts der Corona-Krise auch helfen?
Beitrag: Sven Waskönig

Verlage während der Corona-Krise

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Buch lesen
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Monatlich eine halbe Milliarde Umsatz weg. Das ist die Krisenbilanz des Börsenvereins für das Buchgeschäft. Verlage sind in ihrer Existenz bedroht, inhaltlich sind die Folgen gravierend. Zwar sind seit dem 20. April Buchhandlungen wieder offen, zumindest mit Einschränkungen. Aber läuft das Geschäft mit den Büchern dann wieder? "Nein, absolut nicht", sagt Tim Jung, Verleger bei Hoffmann und Campe. "Ich halte es für brandgefährlich anzunehmen, dass damit jetzt alles gut ist. Krise beendet? Das ist nicht der Fall. Der Schaden ist immens. Die Schwierigkeiten bleiben bestehen." Dieser Meinung ist auch Kerstin Gleba, Verlegerin bei Kiepenheuer und Witsch: "Nein, die Auswirkungen der Krise werden wir lange mitschleppen. Das Einkaufsbudget wird geringer sein. Ich glaube, dass auch viele Leser und Leserinnen da draußen erst mal verunsichert sind. Es haben ja alle Gesellschaftsschichten jetzt mit Einbußen zu kämpfen und zu rechnen. Und das wird sich auch auf den Kauf von Büchern niederschlagen."
Beitrag: Natascha Geier

"Sex und Liebe im Digitalzeitalter" – Hat das romantische Ideal der immerwährenden Partnerschaft ausgedient?

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Wer sich heute verlieben will, muss nicht einmal mehr das Haus verlassen. Zahlreiche Plattformen bieten an, den perfekten Partner online zu finden, für die Liebe oder einfach nur für Sex. Überhaupt: Sexualität scheint eine immer größere Bedeutung zu bekommen im digitalen Zeitalter. Pornos sind im Netz frei verfügbar und immer mehr Sex- und Dating-Apps erfüllen die Bedürfnisse nach schneller Befriedigung. Eine neue Studie hat sogar festgestellt: Jeder fünfte Deutsche würde gerne einmal mit einem Sexroboter schlafen. Und doch scheint das Bedürfnis nach echter wahrer Liebe ungebrochen. Wie passt das zusammen?
"hauptsache kultur" will wissen: Was ist eigentlich Liebe im Digitalen Zeitalter, welchen Stellenwert hat sie im Jahr 2020?
Bericht: Juliane Hipp/Wero Lisakowski

Kunst in Zeiten von Corona – Wenn aus Klo- Wertpapier wird

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Beschriftetes Klopapier
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Nicht erst in der Corona-Krise hat Anja Luithle den Wert von Klopapier erkannt. Seit 2011 veredelt die Künstlerin den Hygiene-Artikel per Handdruckerfahren in Wertpapiere. In der Corona-Krise treibt das Kaufverhalten der Deutschen seltsame Blüten. Vor allem Klopapier ist zum begehrten, raren Gut geworden. Die Künstlerin hat den Wert des Hygiene-Artikels schon lange erkannt. Seit 2011 arbeitet sie an einer Serie, die aktuell nicht passender sein könnte: Die Edition "Wertpapier". Ein ironisches Spiel rund um Angebot und Nachfrage und dem Wert von Kunst. Angesichts sinkender Aktienkurse ist das "Wertpapier", made in Wendlingen von Anja Luithle, vielleicht die Investition der Stunde!
Wir haben die Künstlerin in ihrem Atelier besucht und mit ihr über ihre Arbeit und die Situation freier bildender Künstler im verschärften Krisenmodus gesprochen.
Beitrag: Katja Schalla

Kultur-Snack zum Schluss der Sendung: Ramon A. John vom Wiesbadener Staatsballett tanzt - Theater trotz(t) Corona

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Theater trotz(t) Corona - Part 2
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Für seinen besonders ausdrucksstarken Tanz wurde Ramon John mit dem FAUST, sozusagen dem Deutschen Theater-Oskar ausgezeichnet. In Zeiten von Corona denkt er vor allem an seine Großmutter, in deren Wohnzimmer er als kleiner Junge zum ersten Mal Tanzaufführungen machte. Nur durch Zufall kam Ramon John danach zum professionellen Tanz: Nach einem Auftritt als Timon in "Der König der Löwen" im lokalen Tanzsportclub seiner Heimatstadt Fulda nahm ihn eine Freundin mit in ihren Ballettunterricht. Ab dem 15. Lebensjahr lernte er Ballett, bevor er mit 17 seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt begann. Seit 2016 ist er Mitglied des Hessischen Staatsballett, einer jungen aufregenden Companie mit vielfältigem Repertoire. Das Stück, das er extra für "hauptsache kultur" tanzt, hätte Mitte März Premiere in Wiesbaden gehabt, kurz nach der Generalprobe kam die Nachricht, dass die Theater geschlossen werden.
Beitrag: Dorothee Ott, Mariska Lief

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Redaktion: Tom Klecker, Dorothee Ott

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Sendung: hr-fernsehen, "hauptsache kultur", 23.04.2020, 22:45 Uhr