"Kennen Sie Kassel? – Ach was!", ätzte schon Loriot. Die nordhessische Stadt gilt nicht gerade als vibrierende Metropole. Doch die Kasseläner haben längst die Flucht nach vorn angetreten und aus dem Image der vermeintlich mangelnden Lebendigkeit eine Tugend gemacht. Die von den Brüdern Grimm gesammelten und herausgegebenen Märchen wären ohne Tod und Schauerliches nicht zum Welterfolg geworden. Die medizinische Forschung in Hessen wäre um einige Erkenntnisse ärmer ohne die Arbeit in Hessens erster Pathologie, und die stand in: Kassel. Und es gibt das Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur, das sich dem Thema Tod, Bestattung und Totengedenken widmet – wobei auch Trost und Heiterkeit nicht zu kurz kommen.